Das Abenteuer beginnt

Markt / 30.08.2013 • 10:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Montag startet für viele Lehrlinge der erste Arbeitstag. Foto: fotolia
Am Montag startet für viele Lehrlinge der erste Arbeitstag. Foto: fotolia

Mit dem Start der fachlichen Ausbildung und Arbeit im Lehrbetrieb beginnt das Lehrverhältnis.

BERUFSSTART. (VN-cro) Rund 2500 Lehrverträge werden jedes Jahr in Vorarlberg abgeschlossen. Für viele davon beginnt die Lehrzeit am 1. September. Dabei gilt es wichtige Punkte zu beachten.

Der Lehrvertrag: Wer ein Lehrverhältnis eingeht, schließt mit dem auszubildenden Unternehmen einen schriftlichen Lehrvertrag ab. Bei unter 18-Jährigen muss auch ein gesetzlicher Vertreter den Lehrvertrag unterschreiben. Es ist ratsam, den Lehrvertrag genau zu lesen und bei Unklarheiten nachzufragen.

Lehrlingsentschädigung und Lohnabrechnung: In den meisten Berufen ist die Höhe der Lehrlingsentschädigung im Kollektivvertrag geregelt. Ebenso besteht das Recht auf einen Lohnzettel, auf dem sämtliche Lohnbestandsteile wie Sozialversicherungsbeiträge, Zulagen, Sonderzahlungen etc. sowie die gesetzlichen Abzüge stehen.

Das Berufsbild: Im Berufsbild sind all jene Fertigkeiten und Kenntnisse angeführt, die beigebracht werden müssen. Können bestimmte Fertigkeiten und Kenntnisse nicht im Lehrbetrieb vermittelt werden, ist zu vereinbaren, wo diese Teile gelehrt werden können.

Die Ausbildung erfolgt im Lehrbetrieb und in der Berufsschule. Die Unterrichtszeit in der Berufsschule (mit den Pausen – aber ohne Mittagspause) ist auf die Arbeitszeit anzurechnen. Entfällt an einem Schultag der Unterricht, muss man im Betrieb arbeiten. Da die Schulzeit als Arbeitszeit gilt, gibt es in dieser Zeit auch die Lehrlingsentschädigung.

Die Arbeitszeit ist genau geregelt. Vor dem 18. Lebensjahr gilt eine Arbeitszeit von 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich. Eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit kann z. B. durch Kollektivvertrag erlaubt werden. Man darf aber nicht mehr als 45 Stunden arbeiten und die Arbeitszeit muss innerhalb eines mehrwöchigen Zeitraumes so verteilt werden, dass sie im Durchschnitt 40 Stunden nicht übersteigt (Durchrechnungszeitraum). Nach dem vollendeten 18. Lebensjahr gelten für dich die gleichen Bestimmungen wie für Erwachsene. Sie sind im Arbeitszeitgesetz geregelt.

Die Überstunden: Als Überstunde gilt jede Arbeitszeitüberschreitung der achtstündigen Tages- oder 40-stündigen Wochenarbeitszeit. Eine Ausnahme ist z. B. der sogenannte Durchrechnungszeitraum nach KV. Hat man das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet, sind Überstunden grundsätzlich verboten. Wer dennoch Überstunden leisten muss, erhält diese gesondert mit einem Überstundenzuschlag von 50 Prozent des Stundenlohnes bezahlt. Falls anstelle der Bezahlung Zeitausgleich angeboten wird, muss man damit einverstanden sein. Für über 18-Jährige gelten für dich die gleichen Bestimmungen wie für Erwachsene. Bei der Berechnung der Überstundenentlohnung ist der niedrigste im Betrieb vereinbarte Facharbeiterlohn bzw. Angestelltengehalt heranzuziehen. Tipp: In jedem Fall die täglichen Arbeitszeiten, also Arbeitsbeginn, Pausen und Arbeitsende, genau und regelmäßig aufzeichnen.