Arbeitsmarkt: 8948 Vorarlberger ohne Job

Markt / 01.10.2013 • 19:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Arbeitsmarkt: 8948 Vorarlberger ohne Job

Arbeitslosigkeit stieg um 7,2 Prozent – mehr als erwartet, weniger als bundesweit.

Bregenz. (VN-sca) Im Jahresdurchschnitt stiegen die Arbeitslosenzahlen in Vorarlberg zwischen vier und fünf Prozent, jetzt stiegen sie gegenüber dem Vormonat um 7,2 Prozent. „Damit haben wir nicht gerechnet“, so der Geschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS), Anton Strini.

Dass auch Techniker nicht gefeit sind vor Arbeitslosigkeit, deute auf Schwierigkeiten in der Sachgüterbranche hin, so der AMS-Chef. In der Produktion selbst sei die Konjunkturdelle noch nicht spürbar, aber in den Entwicklungsabteilungen der Firmen merke man eine deutliche Zurückhaltung.

Kinderbetreuung gefordert

Diese Verunsicherung bilde sich im Weiteren natürlich bei den Büroberufen ab. Ein Plus von 97 Arbeitslosen zeige, dass in der Verwaltung auch weniger zu tun sei. Im Handel habe es zwar mehr Arbeitslose gegeben (Stichwort: Dayli), aber es gebe auch ein größeres Jobangebot. Das Problem dabei: Die Handelsfirmen suchen Leute, die ganztags arbeiten, viele Frauen, die eine Beschäftigung suchen, können wegen der Betreuung ihrer Kinder allerdings nur Teilzeit arbeiten.

Strini im Gespräch mit den VN: „Das zeigt klar auf, dass wir eine bessere Kinderbetreuung brauchen, wenn wir diese Frauen wieder in den Arbeitsprozess zurückbringen wollen.“

„Können fast glücklich sein“

Nicht auffällig ist für den Arbeitsmarkt-Chef die Entwickung in der Tourismusbranche. „Viele Hotels haben wegen der Witterung etwas früher geschlossen“, stellt er zur Zunahme von 7,2 Prozent fest. Er wolle die Zahlen nicht relativieren, doch im Vergleich mit dem Land Oberösterreich, das eine ähnliche Wirtschaftsstruktur besitze wie Vorarlberg, „können wir fast glücklich sein“. In Oberösterreich ist die Arbeitslosenzahl gegenüber dem September des Vorjahres um 19,3 Prozent gestiegen. In Wien hat die Zahl der Arbeitslosen um 12 Prozent zugenommen, in der Steiermark um 12,2 Prozent, in Salzburg um 13,6 Prozent, in Niederösterreich um 14,9 Prozent, in Kärnten um 16,0 Prozent, im Burgenland um 16,2 Prozent, in Tirol um 18,8 Prozent.

Ganz aus der Reihe fallen in Vorarlberg zwei Berufsgruppen: Deutlich weniger Arbeitslose gegenüber dem Vorjahr gibt es in den Bauberufen mit minus fünf Prozent und in der Textilbranche mit 20 Arbeitslosen weniger bzw. minus 11,9 Prozent.

Gegen den Arbeitsmarkt-Trend ist auch das Lehrstellenangebot gut. Die Zahl der Lehrstellensuchenden liegt mit insgesamt 300 (156 Burschen und 144 Mädchen) um 25 niedriger als im Vorjahr, das sind minus 7,7 Prozent. Diesen Lehrstellensuchenden stehen 353 sofort verfügbare Ausbildungsplätze gegenüber, ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber 2012.

Im Vergleich zu Oberösterreich, das eine ähnliche Struktur hat, können wir fast glücklich sein.

anton strini

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