Betongold wird glanzlos

Markt / 02.10.2013 • 21:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Betongold wird glanzlos

Immer mehr Ausländer bedienen sich am heimischen Immobilienmarkt. Preise stagnieren auf hohem Niveau.

Schwarzach. (VN-toh) Rund ein Drittel aller Immobilienkäufe erfolgten durch Personen, die ihren Lebensmittelpunkt außerhalb Vorarlbergs haben. So tätigten insbesondere Deutsche (53,66 % aller ausländischen Käufer), Schweizer (20,49 %) und Liechtensteiner (8,78 %) Immobilienkäufe in Vorarlberg. „Die Klientel setzt sich dabei ebenso aus Exil-Vorarlbergern, die sich Grundstücke sichern wollen, zusammen, wie auch aus Urlaubern, die sich eine Immobilie als Investment oder Rückzugsort kaufen“, weiß Herwig Ganahl, Geschäftsführer von
S Real, im Gespräch mit den VN. Generell sei die Nachfrage nach wie vor stark, würde aber durch das beschränkte Angebot gebremst werden. „Insbesondere Immobilien in Ballungsräumen sucht man momentan wie die Stecknadel im Heuhaufen“, sagt Ganahl. Besonders beliebt bei Immobilienkäufern sind der Bezirk Bregenz und die Stadt Dornbirn.

Ladenhüter Ferienwohnung

Nur Ferienwohnungen seien derzeit ganz schwierig an den Mann zu bringen. „Die Preise sind dafür einfach viel zu hoch“, meint der Makler.

Keine große Rolle mehr in Vorarlberg spielen Anlegerwohnungen. Jene, die einen Teil ihres Vermögens in Immobilien veranlagen wollten, haben das nach Einschätzung von S Real in der Zwischenzeit längst getan.

Stagnation auf hohem Niveau

Die Preise sind in anderen Immobiliensegmenten ebenfalls hoch, stagnieren momentan jedoch auf diesem Niveau. Ein weiterer Trend nach oben ist nur bei sehr guten Lagen oder bei sehr gefragten Immobilien wie Einfamilienhäusern und Grundstücken oder bei großzügigen Doppel- bzw. Reihenhäusern zu beobachten. Das kann auch Elmar Hagen, Sprecher der Vorarlberger Immobilien­makler in der Wirtschaftskammer, bestätigen. „Die Preise sind auf einem sehr hohen Niveau, in den letzten Monaten ist es aber ruhiger geworden“, sagt er.

Ladenhüter Gewerbeimmobilie

„Kaum Geschäft“, meint Hagen, „ist derzeit mit Gewerbe­immobilien zu machen.“ Vor allem viele Büroflächen – auch in den Ballungszentren – sieht man leer stehen. Viele Firmen würden von alten Räumlichkeiten in neue ziehen, wobei die alten dann schwer weiterzuvermitteln wären. Einzig gute Produktionsflächen seien derzeit leicht vermittelbar. „Die Durchlaufzeiten sind momentan um ein Vielfaches länger, als es in der Vergangenheit der Fall war“, bemerkt Ganahl. Wie sich die Preise weiterentwickeln werden, wagen beide Experten nicht zu prognostizieren. Nur eines ist sicher: Immobilien in guten Lagen werden heiß begehrt und daher Mangelware bleiben.

In Ballungszentren sucht man wie die Nadel im Häuhaufen.

Herwig Ganahl

Mit Gewerbe­immobilien ist kaum Geschäft zu machen – außer mit guten Produktionsflächen.

Elmar Hagen

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