Streit um Arbeitszeit und Inflation

Markt / 02.10.2013 • 20:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Metaller-Lohnrunde: Gewerkschafter empört, Arbeitnehmer fordern mehr Realitätssinn.

wien. Nach der gestrigen zweiten Runde der Kollektivvertragsverhandlungen der Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp mit dem Fachverband Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) streiten die Verhandlungspartner über Arbeitszeitregelungen bzw. Überstundenzuschläge und die anzuwendende Inflationsrate. Die Gewerkschaften sind empört über die Forderungen der Arbeitgeber. Schutzbestimmungen für die Beschäftigten sollten aus dem KV gestrichen werden, die Arbeitgeber wollten eine 50- bis 60-Stundenwoche ohne Überstundenzuschläge ermöglichen. Die Arbeitgeber wollten die tägliche Normalarbeitszeit auf 10 bis 12 Stunden ausweiten. Dagegen werden sich die Arbeitnehmer zur Wehr setzen, so die Verhandlungsleiter Rainer Wimmer und Karl Proyer an.

„Ohrfeige für Beschäftigte“

Die Gewerkschafter sind auch erzürnt, weil die Arbeitgeber die Inflationsrate von 2,4 Prozent als Basis für die Lohn- und Gehaltserhöhung nicht anerkennen. In den KV-Verhandlungen sei immer die Inflation der vergangenen zwölf Monate betrachtet worden. Der FMMI wolle aber von der aktuellen monatlichen Inflationsrate ausgehen (1,8 % im August). Das sei eine „Ohrfeige“ für die Beschäftigten.

Der FMMI hingegen sieht in seinem Forderungsprogramm die Realität in den Betrieben abgebildet. Die Kernpunkte: Lohn- und Gehaltserhöhungen „mit Augenmaß“ und „Arbeitszeit-Vereinbarungen, die die Auftragslage berücksichtigen und altersgerechte Modelle zulassen“. „Unsere Branche kämpft mit einer sehr schwachen Konjunktur. Wir können nur verteilen, was wir gemeinsam verdient haben, sonst vernichten wir Arbeitsplätze“, betont FMMI-Obmann Christian Knill, der von den Arbeitnehmer-Vertretern „mehr Realitätssinn“ fordert. Man müsse sich auf die Sicherung von Arbeitsplätzen konzentrieren, anstatt über Arbeitszeitverkürzungen und immer neue Belastungen für die Betriebe zu verhandeln.

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