Leeres Lager, hoher Pelletspreis

Markt / 03.10.2013 • 21:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Leeres Lager, hoher Pelletspreis

Pellets um 14,4 Prozent gestiegen, aber dennoch am günstigsten. Heizöl wurde billiger.

Schwarzach. Wenig Veränderung im Vergleich der aktuellen Heizkosten mit jenen zum Vorjahr, aber eine deutliche Steigerung beim Pelletspreis von 14,4 Prozent: Das ist der Sukkus der aktuellen Gegenüberstellung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Egon Reiner, Fachgruppenobmann des Energiehandels in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, vermutet, dass der Preisanstieg mit den geringen Lagerbeständen zusammenhängt. „Durch den langen vergangenen Winter waren die Lager so gut wie leer geräumt“, sagt Reiner und führt aus: „Und die Menge, die neu produziert wurde, wurde auch gleich ausgeliefert.“

Pellets immer noch günstiger

Zahlte man im Herbst des vergangenen Jahres noch 5,82 Cent pro Kilowattstunde aus der Pellets-Zentralheizung, so waren es mit Stand dieses Septembers 6,66 Cent pro Kilowattstunde. Dennoch heizt man mit Pellets immer noch günstiger als mit Erdgas oder Heizöl.

Mit Heizöl verheizt man 9,94 Cent pro Kilowattstunde, mit Erdgas 7,64 Cent – jeweils im Brennwertkessel. Insgesamt am günstigsten sind die Heizsysteme Holzvergaserkessel (3,46 Cent mit Scheitholz) und die Erdwärmepumpe (3,91 Cent im Mischtarif). Extrem teuer ist es, mit Strom zu heizen – der Tagtarif beläuft sich im Österreichschnitt auf 19,19 Cent pro Kilowattstunde.

Günstiger Zeitpunkt für Öl

Am gebräuchlichsten sind mit einem je 25-Prozent-Anteil Erdgas und Fernwärme, die laut dem VKI das Heizöl verdrängen. Mit Holz oder Pellets heizen 20 Prozent der Österreicher, gefolgt von Heizöl/Flüssiggas (19 Prozent). Österreichweit heizen nur 2,9 Prozent mit Erdwärme. Diese ist jedoch in Vorarlberg stark im Kommen. Denn wie die VN bereits berichteten, wird mittlerweile in acht von zehn neu gebauten Einfamilien- und Doppelhäusern mit Wärmepumpen geheizt.

Im Gegensatz zum Pellets­preis ist der Heizölpreis in letzter Zeit auf Sinkflug gegangen. Der Syrienkonflikt hatte seine Auswirkungen auf das schwarze Gold und die Regierungskrise in den USA drückt auf den US-Dollar. „Der Euro ist momentan stark zum Dollar und daher ist das Heizöl, das ja in Dollar gehandelt wird, billiger geworden. Deshalb wäre momentan ein guter Zeitpunkt, sich mit Heizöl einzudecken, sofern die Tanks noch nicht gefüllt sind“, rät Reiner den Vorarlbergern.

Es ist ein guter Zeitpunkt, sich mit Heizöl einzudecken.

Egon Reiner, FGO WKO
Trotz Preisanstieg: Mit Pellets heizt man am günstigsten. lb
Trotz Preisanstieg: Mit Pellets heizt man am günstigsten. lb

Heizölpreise

Höchstpreis Niedrigstpreis

2004

62,58 (18. Okt.) 41,82 (12. Feb.)

2005

78,95 (2. Sep.) 51,90 (8. Jän.)

2006

74,45 (8. Aug.) 60,60 (31. Dez.)

2007

80,73 (27. Dez.) 57,26 (21. Jän.)

2008

106,44 (12. Jul.) 56,88 (12. Dez.)

2009

69,24 (23. Okt.) 53,62 (4. Mär.)

2010

83,88 (24. Dez.) 65,40 (25. Jän.)

2011

100,56 (14. Nov.) 80,88 (1. Jän.)

2012

104,52 (12. Okt.) 90,15 (25. Jun.)


1./2./3. Quartal 2013

100,8 (11. Feb.) 87,66 (18. Apr.)

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