Am Wissen geschraubt

Markt / 09.10.2013 • 17:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ausbilder Andreas Pfattner mit Lehrling Niklas Feldkircher (3. Lehrjahr) in der Produktion. Fotos: Klaus Hartinger
Ausbilder Andreas Pfattner mit Lehrling Niklas Feldkircher (3. Lehrjahr) in der Produktion. Fotos: Klaus Hartinger

Niklas Feldkircher (17) schraubt als Maschinenbau-Konstrukteur an seiner Zukunft.

Hard. Erfahrung ist der beste Lehrmeister, sagte der Philosoph und sozialpolitische Schriftsteller Thomas Carlyle schon vor mehr als 200 Jahren, als man von der dualen Ausbildung noch weit entfernt war. Dass sein Zitat jedoch auch heute noch Gültigkeit hat, spürte Niklas Feldkircher schmerzlich am eigenen Leib.

Mit Schweiß und Muskelkater

Der 17-Jährige, der derzeit das dritte Jahr seiner Ausbildung zum Konstruktionstechniker-Maschinenbau absolviert, hatte als Aufgabe die Befestigung für ein Maschinenverdeck zu konstruieren. Frei nach dem Motto „doppelt gemoppelt hält besser“ plante der Harder für die Halterung des Vorhangs gleich zwölf Schrauben ein.

Dass er es mit dieser hohen Anzahl mehr als gut gemeint hat, merkte der Lehrling, als es mit dem Schraubenzieher bewaffnet daran ging, das Verbindungselement in die Vorrichtung zu drehen. „Mehr als zwei Stunden war ich damit beschäftigt“, erzählt Feldkircher heute lachend, „und Muskelkater hatte ich am nächsten Tag auch noch.“ Heute weiß der angehende Konstrukteur, dass drei Schrauben völlig ausgereicht hätten. Ein Erfahrungswert, den die jungen Menschen am besten aus der Verbindung von Theorie und Praxis lernen. Deshalb gehört nicht nur das Zeichnen und Konstruieren zum Berufsbild, sondern auch das Montieren an den Maschinen. „Nur so können die Lehrlinge auch das Gefühl und Verständnis entwickeln, das sie zum Konstruieren brauchen“, weiß Ausbildungsleiter Gerald Spieler und kennt auch den Grund: „Am Computer verliert man schnell das Gefühl für die Realität.“ Denn mit der Maus lässt sich ein 50 Kilo schweres Teil problemlos in zwei Meter Höhe platzieren. In der Praxis sieht das ganz anders aus.“

Zukunft bei Alpla

Für Niklas war genau dieses Zusammenspiel aus Theorie und Praxis bei der Berufswahl entscheidend. „Ich zeichne gerne, aber ich interessiere mich auch für Antriebstechnologien“, erzählt der Nachwuchsspieler des FC Hard. Darum hat er sich auch für den Bereich Maschinenbau entschieden. Verpackungsanlagen, Sortieranlagen oder Etikettieranlagen entstehen je nach Kundenwunsch unter seinen Händen. Noch unter den wachsamen Augen von Ausbilder Andreas Pfattner. Doch der Azubi ist ehrgeizig. „Ich will eigene Ideen in unsere technischen Maschinen bringen. Bei Alpla sehe ich für mich die Zukunft.“

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