Wenn zwei auf zwei Hochzeiten tanzen

Markt / 11.10.2013 • 21:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Peter Marko ist neuer Vorstand der Silvretta Montafon. Foto: montafon
Peter Marko ist neuer Vorstand der Silvretta Montafon. Foto: montafon

Nach 3TälerPass-Ausweitung ist Silvretta Montafon enttäuscht und überzeugt: „Das spaltet das Tal.“

schwarzach. (VN-reh) Es gibt Meldungen, die setzen einem in der Vergangenheit nicht immer leichten Verhältnis noch einen drauf. Ein paar Monate ist es erst her, dass im Montafon der Streit um die Kartenabrechnungen beigelegt wurde. Nun wurde am Donnerstag bekannt, dass der 3TälerPass sein Angebot erweitert. Zu den bestehenden Skigebieten kommt jetzt auch ein Teil des Montafons dazu: Gargellen und der Golm mit der Bielerhöhe.

„Enttäuschend“ ist das für Peter Marko, Vorstand der Silvretta Montafon, der von der Erweiterung aus den Medien erfahren hat. Und das, nachdem er in den vergangenen zwei Wochen an vier Sitzungen zur Ausarbeitung des Montafon Skipasses teilgenommen hat. „Makabrer­weise“, so Marko, habe Gargellen am Mittwoch als letztes Skigebiet unterschrieben, um am Donnerstag zu verkünden, dass man beim 3TälerPass dabei sei. Dabei habe er geglaubt, man sei nach den Unstimmigkeiten der vergangenen Zeiten auf einem guten Weg. Bei den Sitzungen hätten weder die Vertreter von Golm noch Gargellen etwas anklingen lassen, sondern der Silvretta Montafon noch Zugeständnisse abgerungen.

Die Gründe, die zu einer solchen Vorgehensweise geführt haben, sind vielschichtig. Letztlich fügen sich viele kleine Mosaiksteine in das Gesamtstück ein. „Wir haben uns beispielsweise Anfang August bei der Fachgruppentagung der Seilbahner als einziges Skigebiet für die Vorarlberg-Skikarte ausgesprochen. Der 3TälerPool war damals dagegen – um nur zwei Monate später mit zwei Montafoner Skigebieten zu kooperieren“, erklärt Marko.

Dass bis heute damit argumentiert wird, man sehe für eine vorarlbergweite Skikarte keinen Bedarf, lasse tief blicken. Schließlich deckt der Pool nun beinahe das gesamte Bundesland ab. Nur das Kleinwalsertal und Silvretta Montafon fehlen. Mit dem Arlberg gibt es zumindest eine Kooperation.

Die Situation sieht der Silvretta-Vorstand so: „Der 3TälerPool hat mit den zwei kleineren Montafoner Skigebieten ein gutes Marketing­instrument, aber keine großen Verschiebungen bei den Besucherströmen. Das heißt, es kommen Käufer dazu, aber man hat keine Abwanderung zu befürchten.“ Für die Silvretta Montafon jedenfalls bedeutet die Situation eine Verschiebung. Auch wegen des Preises: Denn die Krux an der Sache ist: Der 3TälerPass kostet 408 Euro, der Montafoner Skipass zwei Euro mehr.

Es werde ein schwieriger Winter, noch ohne abschätzen zu können, wie groß die Auswirkung sein werde. Man habe aber sehr viele Stammgäste, und letztlich sei es ein Ansporn, noch besser zu werden. Frei nach dem Motto: Krisen bergen auch Chancen. „Dass wir in den letzten Jahren bereits zugelegt haben, hat nicht allen gepasst“, bemerkt Marko. Letztlich sieht er die Aktion als „guten Schachzug“ des 3TälerPools. „Unsere Partner sehen, dass sie auf beiden Hochzeiten tanzen und sich die Rosinen rauspicken können. Das spaltet das Tal“, ist er überzeugt.

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