Bei Lohnrunden heißt es bitte warten

Markt / 15.10.2013 • 21:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Ergebnislos: Noch keine KV-Einigung bei Metallern sowie im Handel.

wien. Keinen Abschluss gab es gestern in der dritten Kollektivlohn-Verhandlungsrunde der Metaller, die gestern Abend nach neun Stunden überraschend unterbrochen wurde. Obwohl beide Seiten angekündigt hatten, zu einem Ergebnis kommen zu wollen, hieß es am Ende: Bitte warten. Besonders bei den Sachthemen konnten sich Arbeitgeber und Gewerkschafter nicht verständigen. Weder gab es eine Einigung auf eine Zahl für die Inflationsrate, die für die Berechnungen herangezogen wird, noch bei dem Thema „Rauchen in der Arbeitszeit“. Während Fachverbandsobmann Christian Knill nach der ersten Verhandlungspause von normalen Gesprächen berichtete, steht es laut Gewerkschaftsvertretern „Spitz auf Knopf“. Die Arbeitnehmer fordern eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 100 Euro auf die Ist-Gehälter, mindestens jedoch eine Erhöhung um 3,4 Prozent. Eine derartige Anhebung würde laut Industrievertretern einen „Sprengsatz“ für den Arbeitsmarkt bedeuten. Zum Vergleich: Die ­Elektro- und Elektronikindustrie,
die früher auch Bestandteil der Metaller-Herbstlohnrunde war, hat bereits im April den Kollektivvertrag mit einem Plus von 2,8 bis 3,0 Prozent abgeschlossen.

Eine „Schnapsidee“

Dem Industrie-Wunsch nach einer Festlegung im Kollektivvertrag, wonach Rauchpausen während der Arbeitszeit künftig als Freizeit gelten sollen, haben die Gewerkschaften bereits eine Absage erteilt. Sie sprachen von einer „Schnapsidee“. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) meinte dazu gestern am Rande des Ministerrats: „Ich nehme das nicht ernst.“

Kein Ergebnis im Handel

Auch in der ersten Verhandlungsrunde im Handel gab es gestern noch kein Ergebnis, aber Unstimmigkeiten über die Festlegung der Inflationsrate. Die Gewerkschaft ging zuletzt von einer Teuerung von 2,4 Prozent für das abgelaufene Jahr aus. Die Arbeitgeber sehen die Inflation knapp über zwei Prozent ­pendeln. Die Arbeitnehmerseite fordert eine „ordentliche reale Erhöhung“, bekräftigte Gewerkschafts-Verhandler Manfred Wolf kurz vor Start der Gespräche. „Bei einem Prozentpunkt über der Inflation reden wir von einer ordentlichen Gehaltserhöhung“, sagte Wolf.

Den Dreier vor dem Komma, den die Gewerkschaft im Vorfeld als Lohnerhöhung forderte, ist für die Arbeitgeber jedenfalls „sehr unrealistisch“, wie Chefverhandler Peter Buchmüller meinte. „Die Lage im Handel ist nicht so gut, wie von der Gewerkschaft dargestellt.“ Umsätze und Margen gingen zurück, da gebe es nicht viel zu verteilen. Zudem fordert die Gewerkschaft einen Mindestgehalt von 1500 Euro.

Über andere Dinge als die Gehaltserhöhung will Buchmüller bei den diesjährigen KV-Verhandlungen nicht sprechen. Themen aus dem Rahmenrecht würden in eigenen Arbeitsgruppen behandelt. Der Gewerkschaftsforderung nach einem früheren Erreichen der sechsten Urlaubswoche erteilte der Arbeitgeber-Chefverhandler eine Absage: „Das ist nicht tragbar.“ Österreich sei „Urlaubskaiser“ und habe eine hohe Anzahl an Feiertagen.

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