Heimische Industrie hat Talsohle durchschritten

Markt / 15.10.2013 • 17:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Heimische Industrie hat Talsohle durchschritten

Mit mehr Wachstum wird aber Forderung nach Strukturreformen einmal mehr laut.

wien. Die Industriellenvereinigung (IV) erwartet in den kommenden Monaten eine Belebung der Konjunktur, falls der US-Budgetstreit gelöst werden sollte. Das IV-Konjunkturbarometer – eine Umfrage unter Betrieben – stieg im dritten Quartal um mehr als drei Punkte auf +16,5 Punkte. Vor der Wirtschaftskrise 2008 lag der Indikator bei über plus 40, im März 2009 bei rund minus 30.

Ein Zahlungsausfall der USA wäre ein „historisches Einmalereignis“, ähnlich wie die Lehman-Pleite 2008, betont IV-Chefökonom Christian Helmenstein. Entscheidend sei, ob die Kapitalmärkte den sogenannten „Default“ nur als kurzfristiges technisches Problem ansehen würden oder nicht. Nichtsdestotrotz rechnet die IV für heuer mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent in Österreich. „Die Folgen des geringen Wachstums lassen sich sowohl an der steigenden Arbeitslosigkeit als auch an der geringeren öffentlichen Einnahmendynamik ablesen“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Die österreichische Wirtschaft werde sich in den kommenden Monaten langsam aus der sechs Quartale andauernden Stagnationsphase lösen. „In Österreich zeichnet sich für das kommende Jahr eine Rückkehr zum Trendwachstum in einer Größenordnung von 1,5 Prozent ab, zumal sich die konjunkturelle Lage in Zentral- und Osteuropa ebenfalls aufhellt“, erwartet Helmenstein.

Reformen unabdingbar

Einmal mehr mahnte die IV von der Regierung „Strukturreformen“ ein, etwa im Budgetbereich oder bei der Besteuerung des Faktors Arbeit. Die künftige Regierung brauche eine „Entschlackungskur mit einem Fitnessprogramm für den Standort“. Auch seien Reformen im Bildungsbereich nötig, um über genügend Arbeitskräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu verfügen.

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