Inflation frisst jährlich 3,5 Milliarden

Markt / 16.10.2013 • 19:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

September-Inflation sinkt auf 1,7 Prozent. Dennoch höher als Einlagezinsen. Geldvermögen wird weniger wert.

wien. Die Inflationsrate ist im September 2013 auf 1,7 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit dem August 2010 und ein minimaler Rückgang gegenüber dem Vormonat (1,8 Prozent). Preisdrücker waren Treibstoffe, Preistreiber wie zuletzt Wohnung, Wasser, Energie und Nahrungsmittel, teilte die Statistik Austria mit.

Ohne den günstigen Sprit wäre die Teuerungsrate bei 2,0 Prozent gelegen. Besonders deftig war der Preisanstieg bei Heizöl (5,5 Prozent), aber auch die Mieten legten mit 3 Prozent deutlich zu. Einen signifikanten Preisanstieg gab es auch bei Milchprodukten und Eiern mit 4,3 Prozent. Bei den Einmalausgaben drückten die Gebrauchtwagenpreise (minus 4,1 Prozent) auf die Inflationsrate.

Für Pensionistenhaushalte errechnete die Statistik Austria eine Teuerungsrate von 2 Prozent, der höhere Preisanstieg im Vergleich zur allgemeinen Inflationsrate beruht auf den Steigerungen für Gesundheitsausgaben.

3,5 Milliarden Verlust

Das österreichische Geldvermögen wird jährlich weniger wert, weil die Inflation höher ist als die Einlagezinsen. Der Verlust macht im Jahr 3,5 Mrd. Euro, schätzt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, laut „Salzburger Nachrichten“. Deutsche Sparer verlieren durch die Differenz zwischen Zinsen und Inflation jährlich gut 10 Mrd. Euro, weltweit soll sich der Verlust auf 100 Mrd. Euro belaufen, meint Kater auf Basis von überschlagsmäßig ermittelten Daten. Die Österreicher würden vergleichsweise „intelligenter veranlagen“ als die Deutschen, weil sie einen höheren Anteil an Wertpapieren wie Aktien hielten und einen kleineren Teil am Sparbuch, sagt Kater. Dass der Verlust dennoch rund ein Drittel – statt des sonst üblichen Zehntels – des deutschen Werts ausmacht, liege nicht an einem schlechteren Veranlagungsgeschick, sondern an der höheren Inflationsrate in Österreich.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.