Ausbildung „kreiert“ Farbenprofis

Markt / 18.10.2013 • 10:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hannes Hagen: „Es stärkt Jugendliche, wenn sie als eigenständige Person wahrgenommen werden und nicht mehr (nur) als Kind ihrer Eltern.“ Foto: VN/hartinger
Hannes Hagen: „Es stärkt Jugendliche, wenn sie als eigenständige Person wahrgenommen werden und nicht mehr (nur) als Kind ihrer Eltern.“ Foto: VN/hartinger

Leidenschaft für Farbe: Lehrlinge bei Hannes Hagen sind mit Leib und Seele Maler.

Seit 15 Jahren sind Sie für die Lehrlingsausbildung verantwortlich. Welche Berufe werden in Ihrem Unternehmen ausgebildet?

Hagen: Derzeit lernen vier Jugendliche den Beruf des Maler- und Beschichtungstechnikers. Durchschnittlich nehmen wir jedes Jahr einen Lehrling auf. Es können aber auch mal zwei sein.

Wie wichtig sind die jungen Teamverstärker?

Hagen: Die Lehrlingsausbildung hat bei uns traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Von den derzeit beschäftigten Facharbeitern wurden alle bis auf einen in unserem Betrieb ausgebildet.

Was sehen Sie als größte Aufgabe als Ausbilder?

Hagen: Das fachliche Wissen zu vermitteln ist nicht schwer. Da der Umgang in einer kleinen Firma familiär ist, wissen die Lehrlinge, dass sie jederzeit zu mir kommen können, wenn der Schuh drückt. Wenn es kompliziert wird, nehme ich auch professionelle Hilfe in Anspruch, wie das Lehrlingscoaching der Wirtschaftskammer.

Wie wichtig ist der Kontakt zu den Eltern?

Hagen: In vielen Fällen kenne ich sie schon, bevor der Nachwuchs die Lehre beginnt. Dann sehen wir uns mehr oder weniger regelmäßig. Mir gefällt es aber auch, wenn ein junger Mensch seine Bewerbung und Ausbildung selbst in die Hand nimmt. In solchen Fällen ziehe ich die Eltern nur hinzu, wenn es sein muss. Ich denke, es stärkt die Jugendlichen, wenn sie als eigenständige Person wahrgenommen werden und nicht mehr (nur) als Kind ihrer Eltern.

Welche Stärken sollte ein Lehrlingsbeauftragter haben?

Hagen: Er muss standfest und vor allem authentisch sein. Die Jugendlichen lernen, was man ihnen vorlebt.

Wie kommt das Unternehmen an Talente?

Hagen: Auf ähnliche Weise wie zu guten Kunden. Wir unternehmen alles, um in Sachen Lehrlingsausbildung einen guten Ruf zu haben.

Auf was legen Sie besonderen Wert?

Hagen: Ich achte weniger auf das Zeugnis. Es gibt viele „Schulschwache“, die hervorragende Handwerker sind. Wichtiger sind handwerkliches Geschick, Motivation, Teamfähigkeit, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Lernbereitschaft, gute Umgangsformen usw.

Welche Firmenphilosophie sollen Lehrlinge mittragen?

Hagen: Sie sollen einfach gerne, im besten Fall mit Leib und Seele, Maler sein. Denn was sie gerne machen, machen sie gut!

Warum ist Ihr Unternehmen ein „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“?

Hagen: Es ist die Summe aus allen Handlungen und Bemühungen in Sachen Ausbildung. Schon mein Vorgänger hat großen Wert auf gute Ausbildung gelegt. Deshalb durften wir die Auszeichnung schon zum sechsten Mal in Folge entgegennehmen.

Gibt es besondere Laufbahnen?

Hagen: Ich finde meinen eigenen Werdegang nicht schlecht: Als Lehrling bei Malermeister Harald Dünser begonnen, wurde ich jeweils Zweiter beim Landes- und Bundeslehrlingswettbewerb, absolvierte den Abschluss mit Auszeichnung, wurde Erster bei der Bundesausscheidung für die Berufs-olympiade und bekam die Goldmedaille bei der Berufsolympiade (World Skills) 1993 in Taiwan, erhielt zusätzlich eine Goldmedaille als „Bester der Nation“. 1998 legte ich die Meisterprüfung ab und stieg ins Unternehmen Dünser & Hagen ein. Seit 2011 gibt es das Einzelunternehmen „Hannes Hagen Präzision.Farbe“.

Zur Person

Hannes Hagen

Ausbildung: Polytechnischer Lehrgang, Lehre als Maler und Anstreicher, Lehrabschluss mit Auszeichnung, Unternehmerprüfung, Meisterprüfung,

Alter: 39

Familie: verheiratet mit Kerstin, drei Kinder (Jan, Ida, Eva)

Hobbys: Familie, Beruf, Skifahren, Radfahren

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