Jeder Siebte bricht seine Lehre ab

Markt / 18.10.2013 • 21:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

13,9 Prozent jener, die in Vorarlberg eine Lehre beginnen, schmeißen das Handtuch.

Schwarzach, Wien. (VN) Das zeigt die Studie „Lehrlingsausbildung im Überblick“ des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw). Nach Bundesländern betrachtet, weist Wien mit Abstand den höchsten Anteil an Lehrabbrechern auf (25,6 Prozent), Vorarlberg liegt gut. Noch weniger Lehrlinge brechen nur in Oberösterreich (11,1 Prozent) und der Steiermark (13,3 Prozent) die Lehre ab. Der Leiter der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer, Christoph Jenny, kennt die Zahlen: „Der größte Teil, rund 70 Prozent, hört in den ersten sechs Monaten mit der Lehre auf. Davon die meisten in der Probezeit.“ Da haben viele falsche Vorstellungen von der Lehre gehabt, vermutet er. Dem wolle man mit verstärkter Berufsinformation in den Schulen vorbeugen. Denn die Wirtschaft wolle nicht auf diese potenziellen Fachkräfte verzichten.

Interessant auch die Auswertung nach Berufsgruppen: Besonders hoch ist die Drop-out-Quote demnach in der überbetrieblichen Lehrlingsausbildung (32 Prozent) und im Bereich Tourismus (29 Prozent). Besonders niedrig ist der Anteil der Abbrecher in der Industrie (sechs Prozent) sowie in der Sparte Bank und Versicherung (zehn Prozent).

Knapp 1100 Lehrlinge haben in Vorarlberg ihr Lehrverhältnis beendet, ohne einen neuen Lehrvertrag abzuschließen. In Österreich waren es 45.000. Davon haben 16,6 Prozent ihre Lehrzeit nicht abgeschlossen und auch bis Ende 2012 keine Lehrabschlussprüfung (LAP) abgelegt. Frauen (18,6 Prozent) brachen etwas häufiger ab als Männer (14,2 Prozent), Ausländer (29,4 Prozent) öfter als Österreicher (14,8 Prozent).

Damit liegt die Drop-out-Quote offenbar deutlich unter dem Anteil der Abbrecher von rein schulischen Ausbildungen, wobei aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden die Zahlen nicht direkt vergleichbar sind. An den AHS haben demnach 27 Prozent des Eintrittsjahrgangs 2006/07 bis 2011/12 ihre Ausbildung nicht abgeschlossen, an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) waren es 36 Prozent und an den berufsbildenden mittleren Schulen (BMS) 51 Prozent. In den Daten der Schulstatistik gilt allerdings auch ein Wechsel in einen anderen Schultyp (also etwa von der AHS in die BHS) als Drop-out, während der Beginn eines anderen Lehrverhältnisses nicht als Lehrabbruch gewertet wird.

Die meisten Abbrecher beenden die Lehre in der Probezeit. Es braucht bessere Aufklärung.

Christoph Jenny, WKV

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.