Lehre abgebrochen, aber aufgefangen

Markt / 22.10.2013 • 21:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine der Möglichkeiten, wieder in den Ausbildungsprozess integriert zu werden, ist die Ausbildung bei „Werkzeit“. Foto: meznar
Eine der Möglichkeiten, wieder in den Ausbildungsprozess integriert zu werden, ist die Ausbildung bei „Werkzeit“. Foto: meznar

Fast 14 Prozent der Lehrlinge brechen die Ausbildung ab. Für sie gibt es Unterstützung.

Schwarzach. (VN-sca) Immerhin rund 1100 Jugendliche sind es, die in Vorarlberg jährlich die Lehrausbildung abbrechen. Zu viele, wie ­seitens der Wirtschaft wie auch von der Arbeiterkammer gesagt wird. Und deshalb gibt es eine ganze Reihe von Maßnahmen, um die Jugendlichen in Ausbildung zu halten.

Fehlentscheidungen der Jugendlichen zu verhindern, ist erste Priorität, wie der Leiter der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer, Christoph Jenny, gegenüber den VN bestätigte. „Die Berufsorientierung an den Pflichtschulen muss so gut sein, dass die Jugendlichen wissen, wie das Berufsbild aussieht.“ Im Bildungspaket der WKV wird gefordert: „Berufsorientierung als eigenes Pflichtfach ab der 7. Schulstufe in allen Schulformen.“

Falsche Vorstellungen

Damit könnte ein guter Teil der Lehrabbrüche abgefedert werden, denn die meisten Aussteiger tun dies in den ersten sechs Monaten. „Viele der Jugendlichen hatten einfach eine falsche Vorstellung vom Beruf“, stellt Marcus Mayer, Leiter der Lehrlings- und Jugendabteilung der Arbeiterkammer, fest. Er unterstreicht auch das gute Miteinander, das beim Bemühen, Jugendliche in Ausbildung zu halten, herrsche. Beide Sozialpartner ebenso wie das Arbeitsmarktservice und natürlich die Politik haben ein vitales Interesse da­ran, dass die jungen Menschen eine Ausbildung machen. Die Wirtschaft kämpft gegen die Demographie und um Fachleute, die Arbeiterkammer um hochwertige Arbeitsplätze für ihre Mitglieder.

Für das Gros der „Aussteiger“ sei eine Potenzialanalyse, die vom BIFO durchgeführt wird, schon sehr hilfreich. Mit verschiedenen Testverfahren und einem individuellen Auswertungsgespräch werden persönliche Stärken und Neigungen abgeklärt

Aber nicht nur „Frischlinge“ hören mit der Lehre auf. Wegen privaten wie beruflichen Problemen wollen auch Lehrlinge im fortgeschrittenen Stadium das Handtuch werfen. Dafür gibt es das Lehrlingscoaching, das sich „erfolgreich“ entwickelt hat. „Rund 200 Fälle bearbeiten wir im Jahr“, so Leiterin Erika Fussenegger. Das zeuge von hoher Akzeptanz, denn Voraussetzung für das Coaching ist die Freiwilligkeit bei den Beteiligten. Die Gründe für Lehrmüdigkeit sind oft privater Natur, aber auch Konflikte im Betrieb müssen gelöst werden. „Ziel ist die Weiterführung der Lehre“.

Das AMS bietet mehrere Varianten an, um die Jugendlichen auszubilden. Vom überbetrieblichen Ausbildungszentrum mit 150 Plätzen bis zu einer Begleitung. AMS-Chef Anton Strini: „Wir können auf keinen Lehrling verzichten.“ Dazu gehört auch das vom Bundessozialamt betreutete „Netzwerk Berufliche Assistenz“ mit verschiedenen Angeboten.

Lehrlingsstelle: wko.at/vlbg,
Jugendangebote des AMS:
www.ams.at/vbg

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