Hund beugt Stress vor

Markt / 24.10.2013 • 13:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Alexandra Dittrich mit ihrem „Bürovorleger“ Paula. Foto: VN/Hofmeister
Alexandra Dittrich mit ihrem „Bürovorleger“ Paula. Foto: VN/Hofmeister

Wissenschaftler haben eine klare Botschaft: Der Bürohund ist eine Bereicherung.

Hund. (VN-cro) „Ich musste keine zehn Sekunden nachdenken“, sagt Wolfgang Pendl. Denn für den Inhaber der Pzwei Presseagentur gehören zur optimalen Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur flexible Arbeitszeiten, Home Office oder dass schon mal die Kinder im Büro die Hausaufgaben machen können, sondern auch das Thema Hund. Deshalb verstärken seit rund eineinhalb Jahr auch zwei vierbeinige Kollegen das zehnköpfige Team. Paula, eine elf Monate alte Havaneser-Hündin, die Frauchen Alexandra Dittrich zur Arbeit begleitet und wegen ihres wuscheligen, weichen Felles ganz schnell zum Spitznamen „Bürovorleger“ gekommen ist. Und Spooky, das Labradoodle-Mädchen, das seit eineinhalb Jahren der stellvertretenden Geschäftsführerin und Leiterin des Kulturbereichs Martina Feurstein zur Seite steht.

Plädoyer für Hund

Für beide Frauen ist dieses Entgegenkommen ihres Chefs eine große Erleichterung. „Gerade an den langen Tagen, wenn ich von morgens weg bis 15 Uhr im Büro bin, hätte ich kein gutes Gefühl, Paula so lange alleine zu lassen“, sagt die zweifache Mutter und auch Feurstein bestätigt, dass das Arbeiten viel stressfreier ist, wenn sie den Hund zur Seite hat. Ein Gefühl, das nicht trügt und sich außerdem auf das gesamte Arbeitsklima auswirkt. Das bestätigt eine Studie von Wissenschaftlern der US-Universität Virginia Commonwealth. In einem mittelständischen Unternehmen in North Carolina, das bereits seit 15 Jahren die Mitnahme von Hunden erlaubt, untersuchten sie, wie sich die Anwesenheit von Hunden im Büro auswirkt. Insgesamt 75 Mitarbeiter nahmen an der Studie teil und wurden in drei Gruppen eingeteilt: Hundehalter, die ihr Tier mit zur Arbeit bringen, Hundehalter, die ihr Tier zu Hause lassen, und Arbeitnehmer ohne Heimtier.

Stressreduzierender Effekt

Viermal täglich wurde die Höhe des Stresshormons Kortisol im Speichel gemessen sowie Fragen zum Stressempfinden, über die Einstellung zum Arbeitgeber und zu Tieren gestellt. Das Ergebnis ist ein Plädoyer, die Mitnahme von Hunden ins Büro zu erlauben: Die Menschen, die ihren Hund während der Arbeit bei sich hatten, empfanden den wenigsten Stress. An Tagen, an denen sie ihren Hund zu Hause ließen, stieg ihr Stresspegel genauso wie bei den übrigen Studienteilnehmern. Außerdem waren die Herrchen und Frauchen, wenn der Hund dabei war, produktiver und konzentrierter. Daher die klare Botschaft der Wissenschaftler: „Der stressreduzierende Effekt von Heimtieren stärkt das Team und könnte ein kostengünstiges Instrument für Firmen sein, um die Bindung der Mitarbeiter an ihr Unternehmen zu verbessern.“

Ich hätte kein gutes Gefühl, Paula so lange alleine zu lassen.

Alexandra Dittrich

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