Lohnerhöhung für Metaller ist durch

Markt / 28.10.2013 • 23:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Beide Verhandlungsseiten sprechen von einem gerade noch vertretbaren Kompromiss.

wien. Das war wohl Rettung in buchstäblich letzter Minute: Gestern, kurz vor 22 Uhr, einigten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber über eine Lohnerhöhung für die rund 120.000 Beschäftigten in der Maschinen- und Metallindustrie. Die Arbeiter und Angestellten erhalten mit 1. November im Durchschnitt 2,85 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Der Mindestlohn steigt auf 1688 Euro. Damit konnte sowohl ein nächtlicher Verhandlungsmarathon als auch ein angedrohter Streik abgewendet werden.

Gesonderte Gespräche

Die Bandbreite der Lohnerhöhungen reicht von 2,5 bis 3,2 Prozent. Die Zulagen steigen um 2,1 Prozent. Über neue Arbeitszeitregelungen, welche die Unternehmer mitverhandelt haben wollten, werden gesondert Gespräche geführt. Hier soll es bis spätestens 30. Juni 2014 eine Einigung geben.

Dem Kompromiss war eine Streikdrohung vorausgegangen. Diese hat sich nun erledigt. Wäre es zu keiner Einigung gekommen, hätten die rund 120.000 Beschäftigten des Fachverbands heute früh die Arbeit niedergelegt, mit enormen finanziellen Aus­fällen als Folge.

Zur Einigung waren nicht weniger als fünf Verhandlungsrunden erforderlich. So glücklich scheint jedoch niemand mit dem Erreichten. Arbeitnehmer- wie Arbeitgebervertreter sprachen nach Abschluss der Verhandlungen von einem gerade noch vertretbaren Kompromiss.

Nach dem Scheitern der Kollektivvertragsverhandlungen letzte Woche hatten die Arbeitnehmervertreter ein Ultimatum gestellt: Entweder kommt bis Montagnacht ein neues Angebot bzw. ein ­Kompromiss auf den Tisch oder ab Dienstag 6 Uhr stehen die Räder still. Mehrere Hundert Betriebe in ganz Österreich hätten sich an dieser unbefristeten Arbeitsniederlegung beteiligt. Unternehmer und Ökonomen warnten im Vorfeld vor teuren Aus­fällen.

Arbeitsrecht und Arbeitszeit

„Die Uhr tickt“, sagte Gewerkschafts-Chefverhandler Rainer Wimmer gestern Mittag vor Verhandlungsbeginn. Die konkreten Lohnverhandlungen starteten laut Verhandlungsteilnehmern aber erst am späten Nachmittag. Bis dahin drehten sich die Gespräche der Spitzendelegierten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zunächst im kleineren Kreis weiter um Arbeitsrecht und Arbeitszeit. Den Unternehmen geht es aktuell um flexible Arbeitszeiten und Arbeitszeitkontrollen, die Gewerkschafter bangten um Überstundenzuschläge und sahen die Beschäftigten schon zu Taglöhnern degradiert.

Teures Unterfangen

Dass die Arbeitgeber bei den Zugeständnissen zu einer Lohnerhöhung vorerst äußerst zurückhaltend blieben, kommt nicht von ungefähr. Schließlich kostet jedes Prozent mehr Lohn die Unternehmen auf heuriger Basis rund 75 Millionen Euro.

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