Windkraft: Das Land ist nun am Zug

Markt / 03.11.2013 • 20:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Windaufkommen ausreichend. Prüfung des Vogelvorkommens am Pfänder gefordert.

Möggers. Von April bis Oktober erstreckten sich die Messungen am Pfänderrücken. Seit August wurde das Windaufkommen am Hochberg bei Möggers mit einem Lasermessgerät bis in 200 Meter Höhe eingefangen. Die Energiemodellregion Leiblachtal ließ damit prüfen, ob eine Windkraftanlage wirtschaftlich betrieben werden kann. Dafür musste der Wind mit 4,6 Metern pro Sekunde durchschnittlich durch die Messungen pfeifen. Und wie die Ergebnisse bescheinigen, war das Windaufkommen ausreichend. Denn: Der Mittelwert von April bis zum Ende der Messungen im Oktober lag bei 4,65. Der Mittelwert von August bis Oktober, in welchem das Lasermessgerät eingesetzt wurde, liegt sogar bei 4,98 m/sec. in 120 Meter Höhe. „Damit war das die erste Messung, bei der genügend Windaufkommen vorherrschte“, freut sich Alfons Rädler, Bürgermeister von Eichenberg und Sprecher der Klima- und Energie­modellregion Leiblachtal.

Gespräche mit der Politik

Für den morgigen Dienstag ist ein Gespräch mit den politischen Entscheidungsträgern anberaumt, bei dem die Ergebnisse präsentiert werden sollen. Fallen diese positiv aus, würde man laut Rädler eine zweite Messphase über den Winter hindurch einläuten. Vier Monate würde in der Starkwindphase, die in der kalten Jahreszeit erfahrungsgemäß vorherrscht, aufgezeichnet werden.

Unterdessen äußert die ­Vogelschutzorganisation

BirdLife Vorarlberg ihre Bedenken. Sie sieht im Umfeld der Windräder Gefahren vor allem für brütende Greifvögel. Aber auch Zugvögel seien durch die Kollision mit den Rotorblättern gefährdet. Darüber hinaus gebe es auch hohe Verluste durch die Luftverwirbelung (äußere und innere Verletzungen durch Abstürze) und durch die Unterdruckfelder in Rotornähe, welche ebenfalls zu tödlichen Verletzungen der Vögel führen. „Umweltfreundliche Arten der Stromproduktion sind grundsätzlich zu begrüßen“, betont Hubert Salzgeber, Obmann von BirdLife Vorarlberg. „Mögliche negative Seiten dürfen aber nicht außer Acht gelassen werden.“ BirdLife fordert daher vor der Genehmigung einer Windkraftanlage die genaue Untersuchung des Standorts auf seine Eignung auch in Bezug auf Vogelvorkommen.

VN-Lesermeinung

Der Windkraft eine Chance geben würde VN-Leser Martin Pfeifer: „Wenn das erklärte Ziel die Energieautonomie sein soll, darf die Frage nicht lauten, ob man Anlagen bauen soll, sondern wo und wie viele. Soll die Elektromobili­tät massentauglich (= erschwinglich) ausgebaut werden, was ja das Ziel sein muss, dann müssen selbstverständlich Kompromisse eingegangen werden. Und wegen der Optik: Geschmacksache, ich persönlich finde ein Windrad nicht per se hässlich, es kommt auf den Standort an.“