Ein Jahr Alpine-Pleite: Quote klettert

Markt / 17.06.2014 • 22:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
7000 Mitarbeiter verloren am 19. Juni 2013 ihren Job beim zweitgrößten österreichischen Baukonzern. Foto: AP
7000 Mitarbeiter verloren am 19. Juni 2013 ihren Job beim zweitgrößten österreichischen Baukonzern. Foto: AP

Die Gläubiger der Alpine dürfen auf drei bis vier Prozent hoffen.

Wien. Der 19. Juni 2013 ist sowohl für heimische Kreditschützer als auch die Baubranche ein Tag, der wohl nie vergessen wird. Der Bauriese Alpine stellte beim Handelsgericht Wien einen Insolvenz­antrag für Alpine Bau und Alpine Holding. Die größte Pleite der Nachkriegszeit ist aber noch keineswegs Geschichte. Denn es gilt weiterhin 14.750 Forderungsanmeldungen über fast 3,5 Milliarden Euro abzuwickeln. „Die Quotenprognose kann auf 3 bis 4 Prozent angehoben werden“, sagt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform. Von den gesamten Forderungen sind laut Creditreform 1,6 Milliarden Euro festgestellt – 1,85 Mrd. Euro werden bestritten.

Ursprünglich hatte es die Sorge geben, dass nicht einmal ein Prozent erreicht werden könnte.

Einst zweitgrößter Baukonzern

Den Gläubigern des einst zweitgrößten Baukonzerns in Österreich (hinter der Strabag) war anfänglich eine Quote von 20 Prozent zahlbar binnen zwei Jahren angeboten worden. Zur Finanzierung wurde eine eigene Auffanggesellschaft angestrebt. Nachdem aus dieser nichts wurde, scheiterte auch die angedachte Lösung mit einem Konsortium der anderen großen Baufirmen. Also wurde der Sanierungsplanantrag letztlich hinfällig und am 4. Juli 2013 kam es zum Konkursverfahren samt Liquidation der Baufirma mit den insgesamt rund 7000 Mitarbeitern.

Von der FCC abhängig

Die anfängliche Quotenprognose von „null Komma“ wurde, so Weinhofer, durch die raschen Verwertungsmaßnahmen nun doch noch erhöht. „Ob noch mehr Geld in die Masse und damit an die Gläubiger fließt, wird unter anderem der Ausgang des Anfechtungsprozesses gegen die FCC (spanische Ex-Alpine-Mutter) zeigen.“

Eine andere Geschichte ist die Insolvenz der Alpine-Mutter Alpine Holding GmbH. Hier sind Forderungen über 900 Mill. Euro angemeldet. Anerkannt wurden 200 Mill. Euro, „wobei davon auszugehen ist, dass sich die Höhe der festgestellten Forderungen auf etwa 800 Mill. Euro erhöhen wird“, so Weinhofer. „Davon entfallen Forderungen von etwa 290 Mill. Euro auf Anleihegläubiger.“

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