„Nachbarn schauen mit Respekt auf Vorarlberg”

Markt / 17.06.2014 • 22:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Johannes Ortner (Raiffeisen-Vorstand), Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, Tourismus-Direktor Christian Schützinger. Foto: VN/Hofmeister

Johannes Ortner (Raiffeisen-Vorstand), Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, Tourismus-Direktor Christian Schützinger. Foto: VN/Hofmeister

Tourismusstrategie 2020 stößt auf breites Interesse. Vieles befindet sich in Umsetzung.

Schwarzach. Bei einem Bauprojekt gibt es meist einen Spatenstich und Monate später wird die Eröffnung gefeiert. Bei einer Strategie ist das Ganze nicht so einfach. Dabei wird nämlich auf einen viel längeren Zeitraum hin ein Ziel angestrebt. So auch bei der Tourismusstrategie 2020 von Wirtschaftskammer, Land und Vorarlberg Tourismus, die gestern im Zentrum des Tourismusforums stand.

Vieles wurde bereits umgesetzt. Manches als konkrete Projekte in den verschiedenen Destinationen, wie der interaktive Lehrwanderweg „Natursprünge“ im Brandnertal, die neuen „Architektouren“ oder kulinarische Projekte wie „Tafeln im Bregenzerwald”. Manches auch in Form innerer Haltungen und Werte. Letztlich ist es ein Weg oder vielmehr ein Umdenkprozess, der viel persönliches Engagement und Herzblut von allen Beteiligten erfordert.

Im Bildungsbereich liegt nun das Konzept für die neue touristische Ausbildung auf dem Tisch. Als nächstes soll mit dem Bund das pädagogische Konzept ausgearbeitet werden. Zudem ist man intensiv auf der Suche nach einem geeigneten Schulstandort. Insgesamt soll die neue Ausbildung mehr Praxis in die Lehre und die Schule bringen. Alles mit dem Ziel, mehr Menschen für eine Ausbildung im Tourismus zu begeistern und auch darin zu halten.

Projekt lässt aufhorchen

Insgesamt ein revolutionäres Konzept, das auch auf viel Interesse stößt, in Skandinavien genauso wie im benachbarten Ausland. „Unsere Nachbarn schauen mit Neid und Respekt auf Vorarlberg“, erzählt Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser. Dieser andere Zugang im Tourismus lässt viele aufhorchen. Spürt das auch der Gast? „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir anspruchsvolle Gäste haben, die ein hohes Interesse zeigen, die Region wahrnehmen und sich auch zu Hause mit Nachhaltigkeit und Regionalität beschäftigen“, betont Tourismusdirektor Christian Schützinger. Nachvollziehen können die Gäste die Tourismusstrategie dann im Kulinarischen, in der Baukultur oder darin, wie man mit Ressourcen umgeht. Das wirkt sich auch auf die Wertschöpfung aus. Hat doch Vorarlberg die höchsten Tages-Pro-Kopf-Ausgaben in Österreich.

Aber nicht nur der Gast spürt die Auswirkungen der Tourismusstrategie. Auch in den Betrieben gibt es immer mehr Aufbruchsstimmung. Dabei war es die größte Herausforderung, die Betriebe ins Boot zu holen. Schließlich aber hat sich aus dieser Überzeugungsarbeit eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Nun sei der Mut wieder da, sagt Raiffeisen-Vorstand Johannes Ortner. Das spüre man an den Investitionen. Wirtschaft sei auch Psychologie. Das heißt, die Bereitschaft, Geld zu investieren, sei in einem optimistischen Umfeld gleichwohl höher. Aktuell sei vieles am Entstehen und es wäre für eine Bank fatal, wenn man die enorme Wichtigkeit der Tourismusbranche nicht erkennen würde.

Von stark zu noch stärker

Für die Betriebe geht es bei der Strategie nun darum, sich von der Basis der Stärke aus weiterzuentwickeln, denn die meisten Tourismusbetriebe im Land arbeiten schon auf einem sehr guten Niveau. „Viele haben nur vergessen, sich im Alltag auf ihre Stärken zu besinnen. Und das rückt nun die Tourismusstrategie ins rechte Licht“, bringt es Schützinger auf den Punkt. Das Ziel im Jahr 2020 steht jedenfalls fest: Aufbauend auf dieser Art von Qualität und der Innovationskultur im Land möchte Vorarlberg dann europaweit Maßstab für Gastfreundschaft, Regionalität und Nachhaltigkeit im Tourismus sein. Eine Tourismuszukunft auf “Vorarlberger Art”.

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