“Der Schaden ist erheblich”

Markt / 22.06.2014 • 18:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Michael Grahammer: „Österreich hat Anlass zur Sorge.“ Foto: VN/Hofmeister

Michael Grahammer: „Österreich hat Anlass zur Sorge.“ Foto: VN/Hofmeister

Abwertung des Hypo-Ratings. Grahammer: „Sondergesetz schadet Standort“.

Schwarzach, Wien. (VN-sca) Die Vorgänge rund um die Hypo Alpe Adria setzen den anderen Hypo-Banken immer mehr zu. Das Hypo-Sondergesetz mit seinem Schuldenschnitt von Nachranganleihen trotz Landeshaftung hat die Ratingagentur Moody’s dazu gebracht, den Daumen über sogenannte gewährträgerbehaftete Schuldverschreibungen in Österreich generell zu senken. Elf Banken sind betroffen, darunter auch die Vorarlberger Hypo-Bank, auch wenn sich diese selbst nicht in einer „distressed“-Situation befinden, wie es von Moody‘s hieß.

„Erheblicher Schaden“

Für den Vorstandsvorsitzenden der Vorarlberger Hypo-Bank, Michael Grahammer, ist der Schritt eine weitere ärgerliche Facette der Finanzpolitik der österreichischen Bundesregierung, „die uns in den letzten Monaten erheblichen Schaden zugefügt hat“. Im Finanzministerium sei es höchst an der Zeit, dass wieder Kompetenz einkehre, wettert der Banker mit Blick auf Minister Spindelegger. Grahammer ist sich sicher, dass der Zusatz zum Hypo-Alpe-Adria-Sondergesetz, der Kärnten von seinen Pflichten entbindet, nicht halten wird. Grahammer: „Wie kann man beschließen, dass diese Forderungen an das Bundesland Kärnten ausgelöscht werden?“ Umso größer sei der Schaden für den Standort Österreich und die Branche durch solche von Bundesregierung und Finanzministerium getroffenen Entscheidungen. „Würden wir solche Entscheidungen treffen, dann müssten wir uns wegen Untreue verantworten.“

„Grund zur Sorge“

Bei der Hypo Vorarlberg habe man alles richtig gemacht, die Herabstufung habe nichts mit dem Geschäftsgebaren der Landesbank zu tun, die immer noch eine der bestgerateten Banken Österreichs sei, stellt der Banker im Gespräch mit den VN klar: „Unsere Mitarbeiter machen einen guten Job, wir werden dabei vom Land unterstützt. Aber die Bundesregierung torpediert unsere Bemühungen ein ums andere Mal mit extrem schädlichen Entscheidungen“, macht er seinem Ärger Luft. Die Kunden der Hypo Vorarlberg hätten keinen Grund, sich Sorgen zu machen, anders sei es aber bei den Österreichern, „die Anlass zu echter Besorgnis haben, wenn im Finanzministerium und in der Regierung solche Entscheidungen getroffen werden“.

Würden wir solche Entscheidungen treffen, dann müssten wir uns wegen Untreue verantworten.

Michael Grahammer

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.