Lohnkonflikt bei Mahle König wird beigelegt

Markt / 29.06.2014 • 20:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Betriebsrat Thomas Jutz (links) und Geschäftsführer Karlheinz Langner haben sich geeinigt. Foto: VN/Scalet  
Betriebsrat Thomas Jutz (links) und Geschäftsführer Karlheinz Langner haben sich geeinigt. Foto: VN/Scalet  

Neues Akkordmodell wird heute bei einer Betriebsversammlung vorgestellt.

Rankweil. (VN-sca) Im März standen die Zeichen bei der Rankweiler Mahle König KG auf Sturm. Betriebsrat Thomas Jutz drohte der Geschäftsführung des renommierten Kolbenherstellers via VN mit ernsthaften Maßnahmen bis hin zum Streik, sollten die Mitarbeiter in der Produktion keinen ordentlichen Lohn bekommen.

Und Geschäftsführer Karlheinz Langner sah gute Gründe für sein Verhalten. „In der Vergangenheit haben sich in der Handhabung unseres Akkordsystems teilweise unkorrekte Verhaltensweisen eingebürgert, die wir so nicht dulden können“, so Langner damals im Gespräch mit den VN. Er machte auch einen Vorschlag: „Das Entgelt für die Mitarbeiter im Akkord soll künftig nicht nur über Stückzahlen, sondern mit zusätzlicher Bewertung der Qualität der produzierten Teile ermittelt werden.“

Konstruktiver Workshop

Nun haben sich Betriebsrat und Geschäftsführung geeinigt. Heute um 13 Uhr werden Langner und Jutz ihren Vorschlag den Mitarbeitern auf einer Betriebsversammlung präsentieren. Bei einem Workshop mit Vertretern der Gewerkschaft und der Arbeiterkammer, der auf „neutralem Boden“, nämlich in Wien, stattfand, gelangte man zu einem Modell, das dem Wunsch Langners ebenso entspricht wie jenem des Betriebsrates. Arbeitgeber und Betriebsrat: „Dieser Workshop war so konstruktiv, wie man sich das von Sozialpartnern wünschen würde.“

Das von Langner im März als antiquiert bezeichnete Akkordsystem erfährt nun eine Optimierung. Jutz: „Es wird künftig für jeden Mitarbeiter im Haus transparent und nachvollziehbar sein, wie sein Lohn zustande kommt.“ Neben dem Mengenakkord, der jedem persönlich verrechnet wird, gibt es künftig auch eine Qualitätsprämie, die dem Team zusteht. „Damit hat jeder die Chance zum Mehrverdienst gegenüber dem alten System“, so Langner. Die Einführung erfolgt in Stufen. Zuerst werden die Umstellungen in der Kolbenfertigung im Parallelbetrieb getestet und dann bis Dezember, „spätestens aber bis Anfang 2015“ in allen betroffenen Abteilungen umgesetzt. Betroffen sind rund 120 Mitarbeiter.

In der Umstellungsphase ist sichergestellt, dass die Mitarbeiter keine Lohneinbußen haben. Wohl aber können sie bereits Qualitätsprämien erhalten. Betriebsrat Jutz: „Ich glaube, wir haben eine gute Lösung gefunden, die Mitarbeitern und Betrieb nutzt. Nun müssen wir das alles aber auch noch in eine Betriebsvereinbarung gießen.“ Hintergrund der Forderung: Geschäftsführer Langner geht Ende des Jahres in den Ruhestand, und auch „die Nachfolger sollen sich an die Vereinbarung halten“.

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