Vorarlberger blicken positiv in die wirtschaftliche Zukunft

Markt / 29.06.2014 • 20:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorarlberger blicken positiv  in die wirtschaftliche Zukunft

Berndt-Umfrage: 65,5 Prozent der Vorarlberger sind sich ihres Arbeitsplatzes sicher.

Schwarzach. Damit der Mensch sein Lebensglück finden kann, braucht er einen sicheren Arbeitsplatz. Das macht diesen so wie z. B. die Gesundheit zu einem der höchsten Güter der Bevölkerung. Also ohne sicheren Arbeitsplatz  kein Lebensglück.

Deshalb wurden die Vorarlberger und Vorarlbergerinnen vom Göfner Meinungsforscher Edwin Berndt im Auftrag der VN gefragt, wie sie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sehen und ob sie sich ihres Arbeitsplatzes sicher sind.

Das Ergebnis der großen Berndt-Umfrage ist durchaus bemerkenswert: Trotz steigender Arbeitslosenzahlen und der teilweise noch immer vorherrschenden Folgen der Wirtschaftskrise halten hohe 65,5 Prozent (2013 66 %, 2011 64 %) der Vorarlberger den eigenen Arbeitsplatz beziehungsweise jenen von Angehörigen für sehr sicher. Vor sechs Jahren noch waren es 78 Prozent. Nach dem Ausbruch der Krise vor fünf Jahren waren sich dann nur noch 52 Prozent ihres Arbeitsplatzes sicher. Ein klares Indiz dafür also, dass die Krise langsam, aber sicher aus den Köpfen der Menschen gelangt und man sich wieder dem Vorkrisenniveau annähert. Die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeitsmarktsituation ist derzeit etwa gleich gut wie im Vorjahr und vor drei Jahren, aber günstiger als 2009.

Unterschiedlich nach Schichten

Unterteilt man das Umfrage-Ergebnis nach Schichten, spiegelt sich die Zufriedenheit mit der Arbeitsplatzsicherheit in der Arbeitslosigkeit wider, nämlich dass besonders niedrigqualifizierte Menschen davon betroffen und somit unzufriedener sind. „Schulbildung und soziale Situation beeinflussen die Einstellungen maßgeblich“, sagt Edwin Berndt.

Denn mit steigenden Einkommens- und Bildungsniveaus nimmt die Zufriedenheit drastisch zu. Abgänger höherer Schulen sind zu 79 Prozent zufrieden, solche mittlerer Schulen zu 62 Prozent, Absolventen von Pflichtschulen lediglich noch zu 37 Prozent.

Führungskräfte und leitende Angestellte sind deutlich positiver gestimmt als Arbeiter, im Besonderen gilt dies in Relation zu Hilfsarbeitern/Angelernten (siehe große Grafik). „Je besser  Bildungsniveau, Können und Geschick, desto weniger ist man von Arbeitslosigkeit betroffen, respektive desto geringer sind die Ängste um den Arbeitsplatz“, fasst Berndt zusammen.

Sorgen um persönliche Zukunft

Grundsätzlich sieht der Großteil der Vorarlberger die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung in Vorarlberg sehr positiv beziehungsweise positiv. Dennoch machen sich 39 Prozent (Vorjahr 38 %) der Befragten (sehr) große Sorgen um die persönliche ökonomische Zukunft. Auch hier zeigt sich das Bild, dass Angehörige der Unterschicht mit 51 Prozent (+12 %) mehr Ängste hegen als solche der Oberschicht (28 %).

Für Berndt ist klar: Die tendenzielle Verschlechterung der Situation gegenüber dem Vorjahr hängt auch mit der miserablen Regierungspolitik (Große Koalition) zusammen. Diese führt zunehmend zu Verunsicherungen. Die Regierung ist aufgrund der Skandale so mit sich selbst beschäftigt, dass anstehende Probleme nicht annähernd einer Lösung zugeführt werden können. Probleme seien auf jeden Fall der Verlust der realen Einkommen, den die Menschen derzeit verstärkt zu spüren bekämen, die Preissteigerungen seien höher, als die Pensionen und Einkommen steigen würden. „Die kalte Progression bei der Ausgestaltung der Steuertarife der Einkommen- bzw. Lohnsteuer verschärft die Situation zusätzlich“, ist sich der Meinungsforscher sicher.

Je besser Bildungsniveau und Können, desto geringer sind die Ängste um den Arbeitsplatz.

Edwin Berndt
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