Mehr Arbeitslose, aber Trendwende ist in Sicht

Markt / 01.08.2014 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mehr Arbeitslose, aber Trendwende ist in Sicht

3,6 Prozent mehr Menschen in Vorarlberg ohne Job, Abwärts­tendenz eingebremst.

Bregenz. (VN-reh) Die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg steigt weiter an; das ist die negative Nachricht. Die Positive ist aber: Die Zuwachsrate war im Juli deutlich niedriger als in den Monaten zuvor. Im Vergleich zum Vormonat Juni stieg die Zahl der Arbeitslosen nur mehr um 0,3 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent. All die Monate zuvor waren es immer Steigerungen von über sechs Prozent gewesen. Auch im Bundesländervergleich (Österreich +11,6 Prozent) kann Vorarlberg auf die mit Abstand niedrigste Zuwachsrate verweisen.

Bernhard Bereuter, stv. Leiter des AMS Vorarlberg, spricht von positiven Tendenzen: „Die positive wirtschaftliche Entwicklung wirkt sich langsam auch auf den Arbeitsmarkt aus. Noch nicht so, dass es einen Rückgang bei der Arbeitslosigkeit gibt, aber die Steigerungsrate schwächt sich ab.“ Gegen Ende des Jahres, spätestens aber Anfang 2015, soll es dann die erhoffte Trendwende geben. Die Zahlen sprechen jedenfalls dafür. Nichtsdestotrotz drehen sich die Bemühungen des AMS um die insgesamt 8926 Menschen, die immer noch ohne Job sind. Dabei hat sich wenig daran geändert, dass vor allem gering qualifizierte Personen überproportional stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind. 46 Prozent aller Vorgemerkten können keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Bildungsabschluss vorweisen. Darunter befanden sich verstärkt Ausländer, heißt es beim AMS. „Generell gehen die Anforderungen der Unternehmen und die Qualifikation der Bewerber auseinander“, berichtet Bereuter. Deshalb setzt das AMS bei der Qualifizierung an. Man versuche, die Menschen zu motivieren, zum Beispiel den Lehrabschluss nachzuholen. „Das ist natürlich kein Massengeschäft. Vielmehr ist jeder Einzelne ein Erfolg. Und mit dem Abschluss steht dann quer durch alle Branchen auch ein viel größeres Jobangebot zur Verfügung“, erklärt der AMS-Vizechef.

Ältere tun sich schwerer

Innerhalb der einzelnen Berufsgruppen hielten sich die Verschiebungen im Vergleich zum Vorjahr in Grenzen. Das größte Plus an Arbeitslosen verzeichneten hier die Gaststättenberufe; dazu hat sicherlich auch der unbeständige und regnerische Sommer beigetragen. Danach folgten die Hilfsberufe, die Techniker sowie die Metall- und Reinigungsberufe. Da sich bei den Altersgruppen vor allem die älteren Arbeitslosen schwertun, einen Job zu finden, soll es ab 2015 wieder eine Qualifizierungsförderung für Beschäftigte ab 45 Jahren geben. Quasi präventiv, damit es erst gar nicht zur Arbeitslosigkeit kommt.

Die Steigerungsrate schwächt sich nun langsam ab.

Bernhard Bereuter, AMS

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