Geringfügige Mitarbeit von nahen Angehörigen

Markt / 03.08.2014 • 20:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Dr. Peter Bahl
Dr. Peter Bahl

schwarzach. In einem aktuellen Fall anerkannte der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) die Bezüge von geringfügig beschäftigten Kindern und sonstigen nahen Angehörigen im

elterlichen Betrieb als Betriebsausgaben, auch wenn das Beschäftigungs-ausmaß unüblich gering ist. Eine Unternehmerin machte Gehälter und Fremdhonorare für in Ihrem Betrieb beschäftigte Angehörige als Ausgaben geltend. Das prüfende Finanzamt hatte in der Erstinstanz die Ausgaben steuerlich nicht anerkannt.

VwGh anderer Meinung

Die nächste Instanz anerkannte die Zahlungen an den Ehemann, jene an die schulpflichtigen Kinder nur für die in den Sommermonaten geleistete Arbeit. Die übrigen Zahlungen wurden mangels Erfüllung der Voraussetzungen für die Anerkennung von Verträgen zwischen nahen Angehörigen nicht als Betriebsausgabe gesehen, wobei der unverhältnismäßig hohe Zeitaufwand für die „Kurzeinsätze“ ein wesentliches Argument war. Für den VwGH war die Begründung für die Versagung des Abzuges ohne nähere Prüfung nicht schlüssig, da die konkrete Situation nicht berücksichtigt wurde. Durch die Nähe zum Betrieb war für die Angehörigen kein unverhältnismäßig hoher Zeitaufwand entstanden. Der Gerichtshof teilte damit nicht die Auffassung der Vorinstanzen, dass ein fremder Dritter die Arbeitsverhältnisse nicht eingegangen wäre. Somit konnten die Ausgaben für die geringfügige Mitarbeit steuerlich voll abgeschrieben werden.

office@bfbf.at; Bahl Fend Bitschi Fend Steuerberatung GmbH & Co KG

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