Stresstest wird heikel

Markt / 08.08.2014 • 19:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Auf die Banken können beim EZB-Stresstest böse Überraschungen warten.

Frankfurt. Die Großbanken in der Eurozone müssen sich beim laufenden Gesundheitscheck der Europäischen Zentralbank (EZB) auf böse Überraschungen gefasst machen. Wenn die Prüfer bei dem vorausgehenden „Bilanz-TÜV“ einen geringeren Eigenkapitalpolster errechnen als die Institute selbst, fließen diese Ergebnisse auch in den folgenden Stresstest ein.
Dies geht aus dem Handbuch für die Zusammenführung der beiden Prüfungsteile hervor. Von den Korrekturen erfahren sollen die Banken aber in der Regel erst bei der Veröffentlichung der gesammelten Ergebnisse, die für die zweite Oktober-Hälfte geplant ist.

Der Stresstest, der eine Bankenkrise in den Jahren 2014 bis 2016 simuliert, setzt auf den Bilanzen von 2013 auf. Nach drei widrigen Jahren muss noch ein Kapitalpolster von mindestens 5,5 Prozent übrig bleiben, um den Stresstest zu bestehen.

Wiederholung im Extremfall

Auch wenn eine Bank nach Auffassung der Prüfer zu geringe Rückstellungen gebildet hat, hat das Folgen für den Stresstest. Dann geht die EZB in den Folgejahren von höheren Verlusten aus. Die EZB kündigte an, auch die eigenen Annahmen der Banken für das Stress-Szenario daraufhin zu prüfen, ob sie zu den Daten anderer Banken passen und zu den makroökonomischen Erwartungen der Notenbanken. Geht eine Bank etwa von einer Ausfallrate für Immobilienkredite in einer Region von nur zwei Prozent aus, während alle anderen vorsichtshalber zehn Prozent abschreiben, muss sie dafür einen guten Grund liefern – oder ihre Annahme ändern. Das könne im Extremfall dazu führen, dass sie den Stresstest nochmals überarbeiten muss.

An der Bilanzprüfung nehmen 128 Banken aus der Eurozone teil, die zum größten Teil von der EZB beaufsichtigt werden. Beim Stresstest sind 124 Institute aus der EU mit von der Partie.

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