Neuregelung für private Grundstücksverkäufe?

Markt / 10.08.2014 • 18:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mag. Gerhard Fend

Mag. Gerhard Fend

schwarzach. Das Bundesfinanzgericht hat beim Verfassungsgerichtshof ein Gesetzesprüfungsverfahren hinsichtlich der (Nicht)Abzugsfähigkeit von Werbungskosten bei privaten Grundstücksverkäufen beantragt. Nach Ansicht des Bundesfinanzgerichtes wird durch das Abzugsverbot von Werbungskosten dem im Einkommensteuerrecht verankerten objektiven Nettoprinzip und dem Vertrauensschutz nicht Rechnung getragen.

In dem zugrunde liegenden Sachverhalt wurde eine Liegenschaft im Jahr 2008 mittels Fremdfinanzierung in Schweizer Franken angeschafft. Die Liegenschaft wurde im Jahr 2012 verkauft. Aufgrund der Kursentwicklung des Schweizer Franken fielen Kursverluste von rund 180.000 Euro an, die vom Finanzamt nicht als Werbungskosten anerkannt wurden. Dies hat dazu geführt, dass die vom Finanzamt vorgeschriebene Einkommensteuer den aus der Veräußerung erzielten Überschuss deutlich überstiegen hat. Die Einkommensteuerbelastung für den tatsächlich erzielten Überschuss betrug 173%.

Sofern ein Bescheid ohne Berücksichtigung von Werbungskosten vorliegt, empfiehlt es sich (zur Wahrung der „erweiterten Anlassfallwirkung“), gegen diesen Bescheid aufgrund verfassungsrechtlicher Bedenken das Rechtsmittel der Beschwerde zu erheben. Das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes wird mit Spannung erwartet.

office@bfbf.at; Bahl Fend Bitschi Fend Steuerberatung GmbH & Co KG

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