Ein Drittel lebt nicht lange

Markt / 13.08.2014 • 18:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

32,4 Prozent der neu gegründeten Unternehmen überlebt die ersten Jahre nicht.

Wien. Gegründet wurden vergangenes Jahr insgesamt 36.946 Firmen (30.160 davon Einzelunternehmen). 5459 Unternehmen gingen Pleite und davon waren fast 1770 (32,4 Prozent) nicht älter als drei Jahre, teilte der Kreditschutzverband KSV 1870 am Mittwoch mit.
Demnach ist die Insolvenzgefahr in den ersten drei Jahren – vor allem im dritten Jahr – ungebrochen am größten, dann sinkt das Pleiterisiko, so die Kreditschützer. So sind 9,9 Prozent der Unternehmen, die 2012 gegründet worden waren, im vergangenen Jahr pleite gegangen.

Nach einem Jahr müssen auch die Steuerrückstellungen gebildet werden. „Für die erste Steuervorschreibung fehlt es schnell an den nötigen Rückstellungen und die Beiträge für die Sozialversicherung sind auch kein Pappenstiel“, sagt der Vorstand der KSV 1870 Holding, Johannes Nejedlik.

„Nach dem ersten Jahr sind die Steuerzahlungen Thema, aber in den ersten drei Jahren gehen permanent zehn Prozent der Firmen pleite“, erklärte Günther Fasching, Leiter der Wirtschaftsinformation. Hier trenne sich die Spreu vom Weizen.

Solide Vorbereitung wichtig

„Sind die harten Jahre am Start überstanden, dann haben die Gründer gute Chancen, sich mit ihrem Unternehmen längerfristig am Markt zu halten“, sagt Nejedlik. „Einer soliden Vorbereitung auf die Unternehmertätigkeit kommt vor diesem Hintergrund höchste Bedeutung zu, und sie verbessert die Überlebenschancen signifikant.“

Manchmal vergessen beste Praktiker quasi, dass sie für das Unternehmertum nicht nur Fachexperten sein dürfen, es geht auch um Finanzen. „Man muss die wirtschaftlichen Aspekte im Auge haben, die kaufmännische Tätigkeit“, sagt Fasching. Wie stark man ausfinanziert sein muss für den Start, sei stark branchenabhängig. Jungunternehmern fehle es oft an soliden Businessplänen und sie unterschätzten die Anfangskosten.

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