“Ein Gesamtkunstwerk”

Markt / 21.08.2014 • 21:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Elmar Herburger, Bertram Rhomberg, Joschi Walch, Hans-Peter Metzler und Hubert Schwärzler  stellten ihre Forderungen an die Politik.  Foto: VN/MDFranc
Elmar Herburger, Bertram Rhomberg, Joschi Walch, Hans-Peter Metzler und Hubert Schwärzler  stellten ihre Forderungen an die Politik. Foto: VN/MDFranc

Weil der Landespolitik viel an Kultur liegt, erfüllt sie die Wünsche des „Gesamtkunstwerkes Tourismus“.

Rankweil. (VN-sca) Als Hotelier Hans-Peter Metzler vor zwei Jahren die Vorarlberger Tourismusstrategie 2020 aus der Taufe hob, herrschte im Festspielhaus Bregenz Aufbruchstimmung. Seither tagen Arbeitsgruppen, werden Unternehmer befragt und Ausbilder involviert, um aus der Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Die Konzepte sind fortgeschritten, nun geht es darum „Nägel mit Köpfen“ (so der Titel der Veranstaltungsreihe) zu machen. Sieben Gastwirte und Hoteliers rund um den Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Hans-Peter Metzler, nutzen nun den Wahlkampf und präsentieren bei einer Tournee, die im Mohren in Rankweil startete, sechs Forderungen an die Landespolitik.

Win-win-Situation

Um es vorweg zu sagen: Der Abend war ein Gewinn für beide Seiten – vielleicht deshalb, weil der ÖVP-Wirtschaftsbund den Touristikern bei der Organisation der Veranstaltung helfend unter die Arme griff und wohl auch ohne Probleme die Termine mit den ÖVP-Spitzenpolitikern koordinieren konnte. Sowohl Landeshauptmann Markus Wallner als auch Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser zeigten schon in den Eingangsstatements tiefe Verbundenheit mit der Branche. Für Rüdisser, der seit Jahrzehnten als Beamter wie als Politiker mit den Gastronomen zu tun hat, ist der „Vorarlberger Tourismus auch ein Gesamtkunstwerk“. Hohes Niveau gebe es in allen Bereichen, so der Wirtschaftspolitiker.

Regulierungswut und Bürokratismus wollen die Touristiker mit einer ständigen Kommission Herr werden. Rüdisser kann sich neben einem regelmäßigen runden Tisch auch eine Hotline für bedrängte Unternehmer vorstellen. Bei der Regionalpartnerschaft will man Ordnung in die verschiedenen Initiativen bringen und so die Netzwerke stärken. Und auch die Förderinstrumente sollen geschärft werden. Auch da konnten Wallner und Rüdisser nur beipflichten, man beginne unmittelbar nach den Wahlen mit der Arbeit. Bei der Finanzierung der Unternehmen braucht es allerdings andere Partner, der ebenfalls anwesende Bankensprecher Wilfried Hopfner versprach konstruktive Zusammenarbeit.

Bei der Neuorganisation des „Vorarlberg Tourismus“ sei man auf dem Weg, versicherte der Landesrat. Und das Ausbildungskonzept, das in den VN bereits vorgestellt wurde, werde man gemeinsam in Wien präsentieren. Für den Landesanteil an der zu errichtenden Tourismusschule gab es ebenfalls eine Zusage, obwohl der, so Metzler, wirklich viel Geld kostet“.

„Man könnte meinen, das ist abgesprochen“, aber dem sei nicht so, resümierte Metzler die Ergebnisse des Abends.

Die Tourismusbranche ist mir ans Herz gewachsen.

LSth. Karlheinz Rüdisser

Sechs Forderungen

» Einrichtung eines ständigen Ausschusses für Deregulierung und Bürokratieabbau

» Neue Tourismusausbildung mit neuem Bildungssystem und Schulbau

» Einrichtung einer Vorarlberger Regionalpartnerschaft

» Überarbeitung der touristischen Förderlandschaft

» Neugestaltung der Tourismusfinanzierung

» Inhaltliche und strukturelle Neuorganisation von „Vorarlberg Tourismus“

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