Behinderte können Elektromobil absetzen

Markt / 27.08.2014 • 20:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mag. Gerhard Fend
Mag. Gerhard Fend

schwarzach. Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) beschäftigte sich vor Kurzem mit der Frage, ob ein Elektromobil als außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden kann. Außergewöhnliche Belastungen sind Aufwendungen bzw. Ausgaben, die zwangsläufig erwachsen, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen und außergewöhnlich sind. Sie können vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden und reduzieren somit die Einkommensteuerbelastung.

Das Finanzamt hatte die Anschaffungskosten für ein Elektromobil eines Gehbehinderten mit der Begründung abgelehnt, dass es sich bei einem Elektromobil nicht um ein Hilfsmittel handelt, da sich Elektromobile bei älteren Menschen allgemeiner Beliebtheit erfreuen und auch für nicht behinderte Menschen einen Nutzen darstellen.

Der VwGH hat dieser Ansicht der Finanz eine Absage erteilt und entschieden, dass die Kosten für die Anschaffung eines Elektromobils bei einer Gehbehinderung eine außergewöhnliche Belastung darstellen und steuerlich abgesetzt werden können. Daran ändert sich auch nichts, wenn der Freibetrag für Gehbehinderte (EUR 190,00/Monat) in Anspruch genommen wird.

Ein Elektromobil stellt laut Ansicht des VwGH ein sog. Hilfsmittel dar und kann zusätzlich und ohne Kürzung eines Selbstbehaltes steuerlich abgesetzt werden.

Mag. Gerhard Fend
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office@bfbf.at; Bahl Fend Bitschi Fend Steuerberatung GmbH & Co KG

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