Richtiger Riecher für Gewürze

Markt / 28.08.2014 • 22:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zaltech-Chef Helmut Gstöhl: „Wir investieren 25 Millionen Euro in das neue Firmengebäude.“  Fotos: Zaltech  
Zaltech-Chef Helmut Gstöhl: „Wir investieren 25 Millionen Euro in das neue Firmengebäude.“ Fotos: Zaltech  

Die Mischung macht den Unterschied, sagt Gewürzspezialist Helmut Gstöhl.

Schwarzach, Anthering. Geschichten von der berühmten Gewürzstraße haben oft etwas Märchenhaftes, denn Gewürze zählen zu den ältesten und begehrtesten Handelsgütern der Menschheit, die oft wertvoller und seltener als Gold und Diamanten waren. Märchenhaft mutet auch die Geschichte der Firma Zaltech an. Das Unternehmen mit Sitz im Salzburger Ort Anthering ist in Wahrheit Ergebnis harter Arbeit – und: eine echte Vorarlberger Erfolgsgeschichte.

Aus der Praxis

Die Zaltech GmbH gehört den beiden Vorarlbergern Helmut Gstöhl (90 Prozent) und Helmut Lenz (zehn Prozent), die beide zuvor jahrzehntelang in der Vorarlberger Lebensmittelbranche in leitenden Positionen gearbeitet haben: Gstöhl (52) u. a. bei efef Fleischwaren, Lenz (51) bei der Großmolkerei Dornbirn und bei Rupp. Bis der Gründer des Unternehmens, Horst Zalto, seinem ehemaligen Kollegen Gstöhl ein Angebot machte, das diesen überzeugte. Er wurde 2000 Geschäftsführer und übernahm 2002 die Gesellschaftsanteile Zaltos. Der Haken: Die Firma ist in Salzburg, nicht etwa in Gstöhls Heimatort Götzis.

Seither fahren er und der kurze Zeit später dazugestoßene Lenz Woche für Woche nach Salzburg und schreiben Erfolgsgeschichte. Zaltech produziert über 400 Gewürzmischungen für die Lebensmittelindustrie und ist weltweit in 30 Ländern vertreten, 99 Prozent der Produktion gehen in den Export. Niederlassungen gibt es in Polen und der Ukraine, insgesamt sind derzeit 95 Mitarbeiter beschäftigt. „Im Jahr 2000 haben wir 490 Tonnen Gewürze verarbeitet, heute sind es über 4500 Tonnen“, berichtet Gstöhl, der trotz des Pendelns nach wie vor in Vorarlberg verwurzelt ist. Jährliches Wachstum von rund 20 Prozent war die letzten Jahre Usus. Wachstum im zweistelligen Prozentbereich erwarten Gstöhl und Lenz auch in Zukunft.

Deshalb investiert Zaltech nun rund 25 Millionen Euro in die neue Firmenzentrale, die allerdings nicht mehr in Salzburg sein wird, sondern im nur einen Kilometer von der Bundesländergrenze entfernten oberösterreichischen Moosdorf. Dort entsteht ein Gebäude mit großen Lagerkapazitäten, modernen Labors und Produktionsflächen, einer Versuchsküche sowie der Verwaltung, das obendrein auch den Geist des Unternehmens repräsentieren soll – mit Allee und Teich und „viel Grün rundum“, denn die Kunden und die Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen, so Lenz, der bei Zaltech die Produktion leitet. Baubeginn soll noch diesen Herbst sein.

Eine echte Marke

Vorarlberg sei bei der Standortauswahl nicht wirklich in Frage gekommen, weil es schwierig geworden wäre, die hochqualifizierten Fachkräfte „umzusiedeln“, und außerdem sei es im Land schwierig, das den Vorstellungen entsprechende Grundstück zu finden. Und Salzburg sei bei den internationalen Kunden schon eine Marke, „die wir mit der Adresse Salzburger Straße 1 auch weiter nutzen können“, so Gstöhl.

Zaltech expandiert derzeit stark in den asiatischen Raum, hier gebe es noch unzählige Optionen, die auch für die Zukunft Erfolg versprechen, so die beiden Gewürzspezialisten, die offenbar den richtigen Riecher für den Geschmack der Endverbraucher haben. In den intensiv bearbeiteten Märkten Russland und Ukraine gebe es bislang wegen des Konfliktes  keine Einbrüche, aber selbstverständlich beobachte man die Lage.

Die Niederlassung im polnischen Rzeszów.  
Die Niederlassung im polnischen Rzeszów.  

Welt der Gewürze

Zaltech International GmbH

» Gesellschafter: Helmut Lenz (Anteil: 10 Prozent), Zaltech Holding GmbH, im Besitz von Helmut Gstöhl (Anteil: 90 Prozent)

» Mitarbeiter: 95

» Umsatz 2013: 43 Mill. Euro, durchschnittl. Jahreswachstum: 20 Prozent

» Niederlassungen: Anthering (Zentrale), Polen, Ukraine

» Gewürzmischungen für die Lebensmittelindustrie

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