„50-Minuten-Stunde ist der Todfeind der Entwicklung von Begabungen“

Markt / 09.10.2014 • 17:55 Uhr / 9 Minuten Lesezeit

Wirtschaftsforum 2014 beschäftigt sich mit unternehmerischem Denken als Antwort auf Herausforderungen.

Schwarzach. (VN) Der Bildungsexperte und -rebell Andreas Salcher (54) wird beim VN-Wirtschaftsforum am 6. November auf der Bühne stehen. International anerkannt, musste er in den vergangenen Jahren in Österreich starkem Gegenwind trotzen. Doch nun hat der Widerstand auch in konservativen Kreisen einen Dämpfer bekommen, denn der neue Vizekanzler Reinhold Mitterlehner hat Salcher zu seinem Ideengeber in Sachen Bildungspolitik gemacht. Alan M. Webber von der „Harvard Business Review“ über den streitbaren Bildungsexperten: „Andreas Salcher ist ein kühner Innovator, der Neues erschafft und Bestehendes neu zusammenfügt. Er ist furchtlos, wenn es um die Visionen für die Zukunft geht.” Anerkennung auch aus der Schweiz. Werner Knecht schreibt in der Neuen Zürcher Zeitung: „Salcher formuliert leichtfüßig und schwingt lustvoll den Zweihänder … Salchers Fazit: Die zukunftsoffene Schule muss die Absolventen zur Antizipation des Kommenden befähigen, dann verschwindet wohl auch die schwelende Resignation.“

Wertediskussion

Mit seinem Buch „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ hat Salcher eine breite Wertediskussion über den Umgang mit Talenten in unserer Gesellschaft ausgelöst. Seine pointierten Thesen produzieren Schlagzeilen und lösen nachhaltige Debatten aus. Seine Bücher beschäftigen sich mit den Zwischentönen. In der Sache, nämlich einer besseren Bildung, bleibt der Wissenschaftler hart. Die VN sprachen mit ihm über die Anforderungen an ein modernes Bildungssystem und darüber, wie wichtig ein solches für die jungen Menschen, für die Gesellschaft und für die Wirtschaft ist.

Sie wurden von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner als Ideengeber im Bildungsbereich ins Boot geholt. Muss sich die ÖVP in Bildungsfragen bewegen?

Salcher: Die Ansage, dass meine Thesen berücksichtigt werden, hat symbolische Wirkung. Reinhold Mitterlehner will damit signalisieren, dass es unter ihm in der Volkspartei eine Kehrtwende gibt.

Wohin muss sich Österreich in Bildungsfragen bewegen?

Salcher: Mein Ziel wäre es, dass wir in fünf bis zehn Jahren die besten Kindergärten und Volksschulen der Welt haben. Derzeit blockiert sich das Land leider in einem Ideologiestreit zur Gemeinsamen Schule für Zehn- bis 14-Jährige.

Braucht es die Gemeinsame Schule?

Salcher: Die öffentliche Darstellung, dass ein Schulreformer für eine Gemeinsame Schule sein muss, verstehe ich nicht. Das heißt aber nicht, dass ich gegen eine Gemeinsame Schule bin. Man müsste jedoch zuerst die Voraussetzungen schaffen. Zum Beispiel wurde die Trennung der Ausbildung von AHS- und Hauptschullehrern nur auf dem Papier aufgehoben, in Wirklichkeit gibt es diese aber immer noch. Wenn ich für die Mittelstufe Lehrer ausbilde, sollten diese erst nach ihrem Abschluss entscheiden, ob sie in eine Neue Mittelschule oder in das Gymnasium wollen. Einer der schwersten Fehler war außerdem, dass man Kindergartenpädagogen nicht in die Lehrerausbildung mit einbezogen hat.

Eine gemeinsame Lehrerausbildung wäre also der Schlüssel für ein besseres Schulsystem?

Salcher: Ja – und das langfristige Ziel, alle Schulen auf ganztägigen Unterricht umzustellen. Der Druck auf die Schüler, die nur am Vormittag Unterricht haben, ist zu groß. Mittlerweile muss jede Mutter mit ihren Kindern am Nachmittag lernen. Ein gutes ganztägiges Schulsystem, bei dem es viele Erholungs- und Bewegungsphasen gibt, würde das verhindern und mehr Zufriedenheit für Kinder, Eltern und Lehrer bedeuten. Das Schulsystem sollte ebenso von der Geisel der 50-Minuten-Stunde befreit werden. Sie ist der Todfeind der Entwicklung von Begabungen.

Kann die Ganztagsschule auch das Problem sozialer Benachteiligung lösen?

Salcher: Ja. Die Kinder, die besonders benachteiligt sind, würden davon profitieren. Ihre Eltern kommen oft aus bildungsfernen Schichten und haben nicht die Möglichkeit, mit ihnen zu lernen. Sie können sich oft auch die Nachhilfe nicht leisten.

Andreas Salcher theoretisiert nicht, er hat nach einem persönlichen Treffen mit Sir Karl Popper im Jahr 1993 in London gemeinsam mit Bernhard Görg die erste österreichische Schule für Hochbegabte, die „Sir Karl Popper Schule“ ins Leben gerufen.

„Sir Karl Popper Schule“

Die „Sir Karl Popper Schule“ hat sich zu einer der besten Schulen für Hochbegabte in Europa entwickelt und wurde 2012 in den Kreis der 30 Schulen der „Global Alliance of Leading-Edge Schools“ aufgenommen, dem u. a. die renommierte Raffles Institution in Singapur angehört.

Die „Sir Karl Popper Schule“ in Wien ist eine öffentliche Schule, deren Aufnahmekriterien ausschließlich auf umfassenden Begabungstests und Auswahlgesprächen basieren. Schüler aus finanziell schwachen Familien werden so gefördert, dass sie an allen Reisen und Aktivitäten der Schule teilnehmen können, betont Salcher.

Mein Ziel wäre es, dass wir in fünf Jahren die besten Kindergärten und Volksschulen haben.

andreas salcher
Ursula Simacek CEO SIMACEK Facility Management Group GmbH Simacek beschäftigt 7000 Mitarbeiter in Österreich und Europa. Ihr Hauptanliegen ist, dass Unternehmen sich durch ihre Multidienstleistungen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. „Mein täglicher Balanceakt ist zwischen ökonomischen Herausforderungen und der sozialen Verantwortung.“
Ursula Simacek
CEO SIMACEK Facility
Management Group GmbH
Simacek beschäftigt 7000 Mitarbeiter in Österreich und Europa. Ihr Hauptanliegen ist, dass Unternehmen sich durch ihre Multidienstleistungen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. „Mein täglicher Balanceakt ist zwischen ökonomischen Herausforderungen und der sozialen Verantwortung.“
Haya Molcho NENI-Gründerin und Unternehmerin Haya Molcho ist Wiens bekannteste Szenegastronomin und erfolgreiche Kochbuchautorin. Haya Molcho verkauft kein Essen, sondern ein Lebensgefühl. Sie ist mit Humus und Falafel am Puls der Zeit und auf dem Weg zur globalen Expansion: Nach Zürich und Berlin wartet New York auf ihre Zusage.
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Joachim BauerMediziner, Psychiater und HirnforscherBauer zählt laut der Zeitschrift „Cicero“ zu den 500 einflussreichsten Intellektuellen in Deutschland. Er weiß, warum Menschen von Natur aus kooperieren, welchen Einfluss die Arbeit auf unsere Gene hat und „warum ich fühle, was du fühlst“. Er kennt das Geheimnis der intuitiven Kommunikation.
Joachim Bauer
Mediziner, Psychiater
und Hirnforscher
Bauer zählt laut der Zeitschrift „Cicero“ zu den 500 einflussreichsten Intellektuellen in Deutschland. Er weiß, warum Menschen von Natur aus kooperieren, welchen Einfluss die Arbeit auf unsere Gene hat und „warum ich fühle, was du fühlst“. Er kennt das Geheimnis der intuitiven Kommunikation.
Veit DenglerCEO NZZ-MediengruppeVeit Dengler studierte an der Kennedy School of Government und an der Wirtschaftsuniversität Wien. Top-Positionen bei Procter&Gamble in Wien, McKinsey in Paris und LA, T-Mobile in London und Dell in Bratislava. Seine neue Herausforderung: Als erster Nicht-Schweizer soll der Grazer die NZZ-Mediengruppe in die digitale Zukunft führen.
Veit Dengler
CEO NZZ-Mediengruppe
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Ulrich Schumacher CEO Zumtobel Group AGUlrich Schumacher war im Vorstand von Siemens und managte die Ausgliederung von Infineon. Seit 2013 ist er Vorstandschef der Zumtobel Group AG. Er ist der Mann, der Zumtobel durch den Technologiewandel führen soll. Der Elektrotechniker gilt als Koryphäe für Halbleitertechnologie sowie als Kenner des asiatischen Marktes.    
Ulrich Schumacher CEO
Zumtobel Group AG
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31. Vorarlberger Wirtschaftsforum

Nichts bleibt, wie es war – Impulse für die Vorarlberger Wirtschaft

Donnerstag, 6. November 2014, Festspielhaus Bregenz

» Preis: 260 Euro (zzgl. 20% MwSt.)
» Firmenbonus: Bei einer gemeinsamen Anmeldung ab drei Personen pro Unternehmen erhält jeder dieser Mitarbeiter 20 Euro Firmenrabatt. *

» Frühbucherbonus: Bei Bezahlung bis spätestens 9. Oktober 2014 reduziert sich der Tagungspreis um 20 Euro. *

» Anmeldung: www. Wirtschaftsforum.vol.at

» Information: Convention Partner Vorarlberg, Bodensee-Vorarlberg Tourismus GmbH, Telefon + 43 (05574) 43443-23 / Fax +43 (05574) 43443-4,
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*Es kann nur ein Rabatt in Anspruch genommen werden.