Zwischen Leerstand und Aufbruch

Markt / 11.11.2014 • 19:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schöne Aussichten in diesem Schaufenster. Bludenz soll attraktiver werden, Geschäftsflächen gibt es noch in allen Größen. Fotos: Hechenberger  

Schöne Aussichten in diesem Schaufenster. Bludenz soll attraktiver werden, Geschäftsflächen gibt es noch in allen Größen. Fotos: Hechenberger  

Die vergangenen Jahre waren für die Bludenzer Kaufleute nicht einfach. Nun soll es einen Neustart geben.

Bludenz. (VN-sca) Die Alpenstadt hat es nicht leicht. Gleich über der Bludenzer Eisenbahnbrücke liegt nämlich Bürs und dort haben sich Shoppingcenter und Möbelhäuser niedergelassen, mit Parkplätzen und allen Geschäften, die der geneigte Konsument so braucht. Laut der Untersuchung des Beratungsunternehmens CIMA über die Kaufkraftströme und die Einzelhandelsstruktur, die von Land und Wirtschaftskammer Vorarlberg in Auftrag gegeben wurde, hat der kleine Nachbar in den vergangenen Jahren bei den Geschäftsflächen kräftig zugelegt, zwischen 2001 und 2009 um 39 Prozent, während Bludenz zwölf Prozent der Flächen verloren hat.

Comeback der Einkaufsstadt

Doch Bludenz wittert Morgenluft. Stadt-Marketing-Geschäftsführerin Ulrike Dirnbauer glaubt fest an ein Comeback der Einkaufsstadt Bludenz. „In den letzten Monaten haben einige sehr individuelle und besondere Geschäfte in der Stadt eröffnet“, versprüht sie Optimismus. Der Leerstand an Handelsflächen sei im üblichen Rahmen und nicht höher als in anderen Städten, befindet sie. Zu hoch, sagen indes City-Kaufleute, für die rund 20 mehr oder weniger lang leerstehende Geschäfte einfach zu viel sind, um potenziellen Kunden ein Einkaufserlebnis zu bieten. Dirnbauer verweist auf die Aufbruchsstimmung in der Stadt, die auch mit der heutigen außerordentlichen Generalversammlung der Wirtschaftsgemeinschaft dokumentiert werde. „Das neue Führungsteam hat sich ambitionierte Ziele gesetzt. Im Stadtmarketing wird eine neue Mitarbeiterin eingestellt, die die WIGE administrativ unterstützt“, sagt sie im Vorfeld der Versammlung.

Förderung von der Stadt

Die Stadt will nicht hintanstehen, versichert Bürgermeister Mandi Katzenmayer. Neue Geschäfte werden ebenso gefördert wie alteingessene Händler, die ihren Standort renovieren oder ausbauen. „Gerade haben wir die Wirtschaftsförderung beschlossen“, so der Bürgermeister. Auch in die Infrastruktur investiere man kräftig. So wurde in den vergangenen Monaten die Herrengasse neu gepflastert. Nach und nach werden auch weitere Innenstadtstraßen „einkaufsfein“ gemacht. Und überhaupt: „Das Einkaufszentrum ist die Stadt selbst“, gibt Katzenmeyer als Losung für eine erfolgreiche Zukunft aus. Seine Hoffnung ruht dabei auch auf Marianne Frainer, Hanno Fuchs, Alessandro Santella und Hanno Reutterer, die ab sofort das Ruder in der Wirtschaftsgemeinschaft (WIGE) in der Hand haben. „Das ist ein sehr engagiertes Team, das frischen Wind in die WIGE bringt.“

Neues Design für Gutscheine

Vorläufig ist zumindest Schuhhändler Hanno Reutterer noch zurückhaltend. Während Katzenmayer und Dirnbauer genaue Vorstellungen von dem haben, was die Kaufleute tun werden, will er sich vor der heutigen Generalversammlung nicht über künftige Projekte äußern. So viel ist aber fix: Zumindest die Städtle-Gutscheine werden in neuem Design aufgelegt, auch die bisherigen Aktionen sollen weitergeführt werden, sagt die Stadtmarketing-Chefin. „Die WIGE hat die Aufgabe, die Attraktivität der Stadt zu erhalten und zu erhöhen.“ Bei der Versammlung wird auch die Kooperation der WIGE mit dem Stadtmarketing abgesegnet. Katzenmayer pragmatisch: „Die WIGE kann nicht allein und wir können auch nicht ohne WIGE.“ Damit die blinden Schaufenster bald wieder glitzern, braucht es aber noch eins: „Die Parkplatzsituation könnten wir noch verbessern. Man muss es den Kunden einfach machen“, sagt Dirnbauer.

Das Einkaufszentrum ist Bludenz selbst. Das neue Team der WIGE sorgt für frischen Wind.

Mandi Katzenmayer