Neue Rekorde für DAX & Co.

Markt / 30.11.2014 • 21:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Aktien-Rally u.a. vom rasanten Verfall des Ölpreises angetrieben.

Frankfurt. Die Rekordjagd an den internationalen Aktienbörsen wird Analysten zufolge in der neuen Woche weitergehen. „Die Jahresend-Rally ist bereits in vollem Gang“, sagt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. „Der DAX wird die Zehntausender-Marke sicher knacken und sich darüber halten.“ Im Windschatten neuer Höchststände an der Wall Street gewann der deutsche Leitindex in der alten Woche 2,6 Prozent und näherte sich bis auf etwa 70 Zähler seiner bisherigen Bestmarke von 10.050,98 Punkten. Angetrieben werde die aktuelle Aktien-Rally unter anderem vom rasanten Verfall des Ölpreises. „Das ist für viele Länder ein Konjunktur-Programm“, betont Klude. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee war am Freitag mit 71,12 Dollar (56,97 Euro) je Barrel (159 Liter) zeitweise so billig wie zuletzt im Sommer 2010. Zuvor hatte sich die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) gegen eine Drosselung der Förderung entschieden.

Wall Street verunsichert

Die Wall Street zeigte sich angesichts des Verfalls des Ölpreises zuletzt verunsichert. Die drei großen US-Indizes Dow, S&P 500 und Nasdaq gingen am Freitag uneinheitlich aus dem Handel. Analysten rechnen mit weiterem Druck auf die Energiewerte. Vor allem schwächere Firmen des Sektors, die auf Erkundung spezialisiert oder hoch verschuldet sind, können darunter leiden, sagt Quincy Krosby von Prudential Financial. Kollege Tony Roth von Wilmington Trust sieht in der Schwäche aber auch die Chance, günstig einzusteigen. Es sei jedoch schwierig abzuschätzen, wann der Boden erreicht sei. Der Ölpreis könnte leicht bis auf knapp über 60 Dollar fallen.

Auf die Unternehmensbilanzen werde sich die Verbilligung dieses Rohstoffs positiv auswirken, sagt Anlagestratege Klude. Selbst bei stagnierenden Umsätzen sorge die niedrigere Energierechnung für steigende Gewinne. Andere Börsianer verweisen noch auf einen weiteren Aspekt. Der rückläufige Ölpreis bremse den Preisauftrieb und verschaffe so den Notenbanken Spielraum, die Geldpolitik weiter zu lockern oder eine Straffung hinauszuzögern.

Gespannte Erwartungen

Vor diesem Hintergrund warten Anleger gespannt auf die Ergebnisse der EZB-Ratssitzung am Donnerstag. Entgegen den Spekulationen der vergangenen Tage rechnet Commerzbank-Analyst Michael Schubert aber nicht damit, dass Notenbank-Chef Mario Draghi umfassende Wertpapierkäufe ankündigen wird. Das sogenannte Quantitative Easing komme frühestens Anfang 2015. Bei den Konjunkturdaten steht das Highlight am Freitag an: Die monatlichen Beschäftigungszahlen aus den USA.