Heiß und kalt für die Wirtschaft 2014

Markt / 30.12.2014 • 22:18 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Doppelmayr-Seilbahnen sorgen in La Paz für eine neue Ära im öffentlichen Verkehr. Eröffnung ist am 8. April.   Foto: REUTERS
Doppelmayr-Seilbahnen sorgen in La Paz für eine neue Ära im öffentlichen Verkehr. Eröffnung ist am 8. April.  Foto: REUTERS

2014 war für die Wirtschaft mit großen Pleiten und ebensolchen Erfolgen kein einfaches Jahr.

Schwarzach. (VN-sca) In Amerika boomt die Wirtschaft, auch Deutschland kann nicht klagen. Österreichs Wirtschaft wächst fast unmerklich, und die in Vorarlberg etwas stärker. Das Jahr 2014 ist das Jahr, das Vorarlberg eine Rekord­arbeitslosigkeit bescherte, es ist aber auch ein Jahr großer wirtschaftlicher Erfolge. Ein Überblick.

1. Jänner: Der italienische Autobauer Fiat übernimmt den US-Hersteller Chrysler komplett. Der neue Konzern Fiat Chrysler Automobiles (FCA) plant eine 60 Milliarden Dollar teure Produktoffensive.

19. Jänner: Skandal beim deutschen Autofahrerclub ADAC: Der Club räumt Manipulationen beim Preis „Gelber Engel“ ein, ausgerechnet bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen. Zudem kommen Hubschrauber-Flüge des Präsidiums in die Kritik.

30. Jänner: Die ersten Aufträge für den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Obervermunt II, also 250 Millionen Euro (des insgesamt mit rund 600 Mill. budgetierten Kraftwerksbaus) wurden vergeben. 90 Prozent davon an österreichische Firmen, der größte Brocken bleibt im Land Vorarlberg. Die Arbeiten sind zu Jahresende 2014 voll im Zeitplan.

19. Februar: Facebook kauft WhatsApp: Das weltgrößte Online-Netzwerk zahlt für den Kurznachrichtendienst, der kaum Umsatz macht, am Ende rund 22 Milliarden Dollar. WhatsApp hat zu diesem Zeitpunkt über 600 Millionen Nutzer.

6. März: Das Bludenzer Textilunternehmen Getzner investiert insgesamt 73 Millionen Euro in die Produktion, 47 Millionen in den deutschen Standort Gera. In Bludenz erfolgen die Investionen von 25 Millionen für die Ausrüstung im Jahr 2015.

21. März: Hoffnung für den deutschen Luxus-Fernsehhersteller Loewe: Der Investor Stargate Capital übernimmt das insolvente Unternehmen. Im November stellt mit Metz der nächste deutsche Traditionsanbieter einen Insolvenzantrag. Der Vorarlberger Loewe-Partner Reinhard Kreil sieht Licht am Horizont.

1. April: Die Huber Holding hat nach Monaten ohne CEO einen neuen Chef. Der deutsche Manager Micha S. Siebenhandl übernimmt die Führung und hat große Pläne mit den Marken des Textilunternehmens. Nur wenige Monate später wirft er das Handtuch.

2. April: Lufthansa-Piloten legen den Betrieb mit einem dreitägigen Streik weitgehend lahm. Rund 3800 Flüge fallen aus, 425.000 Passagiere sind betroffen. Es geht um Übergangsrenten bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Beruf.

1. Juni: Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter des Franke-Werks in Hard. Die Produktion von Waschraum- und Sanitär-Edelstahlprodukten wird verlegt. Über die Hälfte der 80 Arbeitsplätze wird abgebaut. Einen Teil der Produktion hat inzwischen die Firma FHE-Edelstahl übernommen, genauso wie viele ehemalige Franke-Mitarbeiter.

29. Juni: Der im März ausgebrochene Konflikt zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat bei der Fa. Mahle König, bei dem um Akkordlöhne gestritten wurde, ist beigelegt. Ein neues Entlohnungssystem soll für Gerechtigkeit sorgen. Die Testphase dauert bis Jahresende.

4. Juli: Eben noch mit einem Wirtschaftspreis ausgezeichnet, schlitterte Entec Biogas mit 4,9 Millionen Euro Passiva in die Insolvenz. Im Oktober wagt das Team um Geschäftsführerin Brigitte Maier einen Neuanfang.

14. Juli: Vorarlberg bleibt Weltmeister. Land und Wirtschaftskammer präsentieren die Exportzahlen 2013. Mit Ausfuhren im Wert von 8,39 Mrd. Euro gab es einen neuen Rekord.

23. Juli: Auch das gibt es: Der Autofahrerclub ARBÖ musste Konkurs anmelden. Die Versorgung der rund 6000 Vorarlberger Mitglieder wurde aber von der Bundesorganisation sichergestellt.

13. August: Aus für eine Messe: Die InterTech, von der Messegeschäftsführung als „diffuse Messe“ bezeichnet, steht nach Jahren mit verschiedensten Anstrengungen vor dem Aus. Man werde neue Themen finden, so Daniel Mutschlechner.

12. August: Die neunte Bregenzerwälder Handwerksausstellung zog über 20.000 Besucher in ihren Bann, erwartet hatten die Handwerker auf der aufwendigen Leistungsschau rund 15.000 Gäste.

22. August: In den Zentralen der Raiffeisenbanken Montafon und Bludenz wurde im Sommer eifrig gerechnet und verhandelt. Ziel war die Fusionierung der beiden großen Regionalbanken, die im Spätherbst auch über die Bühne ging.

15. August: Karstadt-Sanierer Nicolas Berggruen gibt auf: Der als Retter gekommene Finanzinvestor verkauft die angeschlagene Warenhauskette für nur einen Euro an den Österreicher René Benko.

19. September: Der bisher größte Börsengang der Welt ist perfekt: Die chinesische Handelsplattform Alibaba nimmt in New York 25,03 Milliarden Dollar ein. Der Kurs steigt am ersten Tag um mehr als 36 Prozent. Zum Jahres­ende ist Alibaba über 280 Milliarden Dollar wert.

24. Oktober: Die „Ländle-Card light“ wurde im letzten Moment vor der Wintersaison vorgestellt. 30 Skigebiete bieten die gemeinsame Karte an, Lech und Warth sind allerdings nicht dabei: Zu groß seien die Preisunterschiede, hieß es. Aber man ist weiterhin im Gespräch …

26. Oktober: Bei Banken-Stresstests der Europäischen Zentralbank fallen 25 der 130 untersuchten Institute aus dem Euroraum durch.

27. Oktober: Der Messepark Dornbirn, größte Shoppingmall des Landes, will vergrößern und renovieren. 35 Millionen Euro Investitionen und 300 neue Arbeitsplätze stellen die Betreiber in Aussicht. In der Handelslandschaft regt sich Widerstand gegen das Projekt.

28. November: Der Ölpreis fällt erstmals seit 2010 unter die Marke von 70 Dollar pro Barrel. Möglicherweise nimmt die OPEC niedrigere Einnahmen in Kauf, um die wachsende Ölförderung in den USA weniger rentabel zu machen. Den Haushalt von Ländern wie Russland trifft der Preis hart.

1. Dezember: 13.927 Menschen suchten im Dezember einen Arbeitsplatz im Land, so viele wie noch nie. Besonders ältere und ungelernte Personen trifft die maue Lage am Arbeitsmarkt. Eine Erholung ist derzeit nicht in Sicht. AMS-Chef Anton Strini: „Wir brauchen ein Wachstum von 2,5 Prozent.“