Gemeinwohl als Auftrag der Gründer

Markt / 26.01.2015 • 22:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 Transparent aufbereitet: die Ergebnisse der ersten Gemeinwohlbilanz der Dornbirner Sparkasse.  
 Transparent aufbereitet: die Ergebnisse der ersten Gemeinwohlbilanz der Dornbirner Sparkasse.  

Sparkasse Dornbirn präsentiert erste Gemeinwohlbilanz.

Dornbirn. (VN-sca) Als im 19. Jahrhundert die Sparkassen gegründet wurden, war der Auftrag klar. Sogenannte „Menschenfreunde“ aus höheren Kreisen, vor allem Adelige, Geistliche, Beamte, aber auch Ärzte und Apotheker sorgten sich um die verarmte Bevölkerung und schufen die Sparkassen. Zu den ersten Gründungen gehörte übrigens die Sparkasse Bregenz, die Dornbirner Sparkasse wurde 1867 aus der Taufe gehoben.

„Die kleinen Anleger“

Als 1911 das Institut mit seinem mächtigen Bau mitten in der Stadt den Erfolg dieser Idee manifestierte, hielten die Sparkässler nochmals fest, wem die Kasse dienen soll: „Die kleinen Anleger haben die Dornbirner Sparkasse groß gemacht, der gleichen Volksschichte sollen auch die Mittel der Sparkasse in erster Linie dienen.“ Die Dornbirner Sparkasse ist zwar seit 2002 keine Gemeindesparkasse mehr, sondern eine Aktiengesellschaft, den hohen Ansprüchen der Gründer will man dennoch treu bleiben. Die Präsentation der ersten Gemeinwohlbilanz ist deshalb nur die konsequente Umsetzung der Gründungsidee.

Mithilfe dieser Bilanz ist nun im Detail sichtbar, was die Sparkasse in allen Geschäftsprozessen über die gesetzlichen Vorschriften hinaus für das Gemeinwohl unternimmt. „Wir verstehen das Ergebnis als Ausgangspunkt für weitere Verbesserungen auf dem Weg in Richtung nachhaltigen Wirtschaftens“, begründet Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Werner Böhler diesen Schritt in Richtung Gemeinwohlwirtschaft. Im Projektzeitraum April bis November 2014 engagierten sich etwa 50 Mitarbeiter für die Bilanzerstellung. Sie analysierten die Geschäftsprozesse, erhoben Kennzahlen und formulierten den Ist-Status, der die Basis für eine Selbsteinschätzung bildete. Diese Selbsteinschätzung wurde anschließend von Christian Loy, Finanzspezialist und Vertreter der Gemeinwohl-Ökonomie Österreich, extern auditiert. Die Gemeinwohl-Bilanz der Dornbirner Sparkasse ergab ein solides Gesamtergebnis von 340 von insgesamt 1000 Gemeinwohl-Punkten.

„Gleiche Wellenlänge“

Übrigens: Dass die Hypo Vorarlberg einen Sozialfonds eingerichtet hatte, war für Sparkassen-Chef Böhler ein klares Signal: „Die Sparkassen haben einen gemeinnützigen Auftrag, da sind wir auf der gleichen Wellenlänge.“

Ausstellung zur Gemeinwohl-bilanz der Dornbirner Sparkasse im Kundenzentrum Dornbirn, Bahnhofstraße 2, bis zum 21. Februar 2015.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.