Franken-Schock: Getzner Textil holt Schweizer Produktion nach Bludenz

Markt / 30.01.2015 • 22:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Schweizer Getzner-Firma Meyer Mayor muss wegen des Franken-Kurses Teile der Produktion nach Bludenz verlagern.  Knoepfel/Tagblatt  
Die Schweizer Getzner-Firma Meyer Mayor muss wegen des Franken-Kurses Teile der Produktion nach Bludenz verlagern. Knoepfel/Tagblatt  

Produktion in Schweizer Tochterfirma wird zu teuer. Insgesamt Rekordjahr für Getzner Textil AG.

Bludenz. (VN-sca) Die Weberei Meyer-Mayor in Neu St. Johann im Kanton St. Gallen ist seit 2013 eine hundertprozentige Tochter der Getzner Textil AG mit Sitz in Bludenz. Nun wird wegen des hohen Franken-Kurses ein Teil der Produktion nach Vorarlberg verlagert.

Die Weberei Meyer-Mayor produziert Küchenwäsche mit dem Label „Swiss made“, stellt aber auch technische Gewebe her, die für Segel oder Hüllen für Gas- oder Heißluftballons verwendet werden. Nun wird die Produktion der technischen Gewebe zur Getzner-Tochter TFE Textil GmbH in Bludenz verlagert, die nach der Übernahme von zusätzlichen 25 Prozent der Anteile inzwischen zu 100 Prozent zur Getzner Gruppe zählt. „Dann kann Euro zu Euro verrechnet werden“, begründet der Chef der Weberei, André Meyer, den Schritt.

Die Herstellung der Gewebe für die Küchenwäsche wird von der ebenfalls zur Getzner Gruppe zählenden WR Weberei Russikon AG Getzner-Weberei im Kanton Zürich übernommen, die, so Josef Lampert, Finanzvorstand der Getzner Textil AG, im Gespräch mit den VN, sehr erfolgreich arbeite und dies auch weiterhin in Russikon tun werde. Außerdem können diese Produkte dann weiterhin unter „Swiss made“ verkauft werden.

Arbeitsplätze gehen verloren

In Neu St. Johann im Kanton St. Gallen verbleiben noch die Produktentwicklung, die Konfektionierung, die Lagerhaltung, aber auch der Vertrieb und der Versand der Küchenwäsche. Bisher wurden dort 29 Mitarbeiter beschäftigt. Durch die Produktionsverlagerungen gehen einige Arbeitsplätze verloren, heißt es seitens der Meyer-Mayor AG. Lampert spricht konkret von sechs bis sieben Arbeitsplätzen.

Klar ist auch, dass die Maschinen über die Grenze nach Österreich gebracht werden. In Neu St. Johann wird zwar der Betrieb weitergeführt. Eine Weberei gibt es dort künftig aber nach 153 Jahren nicht mehr, bestätigt André Meyer.

Insgesamt sehr erfolgreich

Die Getzner Textil AG Gruppe erwartet für 2014 sehr erfolgreiche Zahlen. Mit den angestrebten 180 Mill. Euro wird Getzner einen neuen Umsatzrekord verzeichnen. Das ist ein Plus von rund 25 Prozent gegenüber 2013 bei einem EGT und Cashflow von über zehn Prozent. Dies ist umso bemerkenswerter, als man bereits 2013 eine Umsatzsteigerung von rund 20 Prozent erzielen konnte. Der Exportanteil beträgt insgesamt rund 95 Prozent.

Am Standort Bludenz werden im Jahr 2015 14 Millionen Euro investiert. Das Geld fließt, so Lampert, in die Verbesserung der Infrastruktur zur Optimierung des Produktionsdurchlaufs, in die Erneuerung und Ausweitung des Maschinenparks sowie in die weitere Verbesserung des Angebots. Derzeit laufen die Planungen für eine Erweiterung der Produktionsflächen um 7000 Quadratmeter mit entsprechendem Maschinenpark. Mit dem Baustart wird im Spätherbst dieses Jahres gerechnet.