Global Player findet neue Heimat in Vorarlberg

Markt / 04.03.2015 • 22:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Anwendungsbereich von Danzer Holz in den Metro Goldwyn Meyer Studios in Los Angeles. Foto: Danzer  

Ein Anwendungsbereich von Danzer Holz in den Metro Goldwyn Meyer Studios in Los Angeles. Foto: Danzer  

Weltweit größter Produzent von Furnierholz verlegt Holding nach Dornbirn.

Dornbirn. (VN-reh) Für WKÖ-Präsident Christoph Leitl ist der Standort Österreich „abgesandelt“. Die weltweit agierende Danzer AG mit 2500 Mitarbeitern sieht das wohl etwas anders, verlegte sie doch ihren Holdingsitz von Zug (CH) in den Campus nach Dornbirn. Keine Entscheidung gegen die Schweiz, sondern eine Entscheidung für den Euroraum, erklärt Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Danzer im VN-Gespräch. Gründe seien einfachere Abläufe und steuerliche Vorteile, Rechtssicherheit und Standortkosten. In Dornbirn wolle man langfristig bleiben. Auch weil man im Architekturland Vorarlberg niemanden davon überzeugen müsse, dass Holz ein guter Rohstoff sei.

Restrukturierung beendet

Danzer startet nach einem Restrukturierungsprozess neu durch. In den letzten Jahren hat man sich neu ausgerichtet, denn es gab Trends, die das Geschäft erschwerten. Zum einen wurden großflächig Holzoberflächen durch Laminat ersetzt, zum anderen geht der Trend zu rustikalen Eichenfußböden, wodurch Wände, Türen oder Möbel anstatt in Holz lieber in Weiß gehalten werden. Zudem ging durch die Immobilienkrise in den USA die soziale Mobilität zurück. Nicht gut für Danzer, der von Umzügen profitiert, weil dabei oft in neues Parkett oder eine neue Küche investiert wird. Das Kerngeschäft Furnier ging also zurück, deshalb wurden Kapazitäten angepasst. Heute wird die Fußbodenindustrie beliefert und Holz innovativer gestaltet. Zum Einsatz kommt dies vor allem in der Möbel-, Türen- sowie Paneelindustrie, ebenso im Innenausbau, bei der Auto-, Boot- und Flugzeugausstattung.

In der Verabeitung setzt man auf Innovation. Als einziges Unternehmen weltweit verwendet Danzer eine der Computertomografie ähnliche Technologie aus der Medizin. Vorteil: Man sieht Äste, Jahrringe und andere Wuchsmerkmale und findet so die beste Methode, den Stamm zu zerteilen und das Holz optimal zu nutzen.

Dass die Holzindustrie immer wieder Zielscheibe von Umweltschützern ist, sieht Hans-Joachim Danzer indes gelassen. Alle würden in einen Topf geworfen und für die Zerstörung der tropischen Wälder verantwortlich gemacht. „Damit müssen wir leben. Wir wissen, dass wir vernünftig arbeiten. Wir engagieren uns seit Jahrzehnten nicht nur für nachhaltige Waldwirtschaft, sondern leisten in Afrika mit Investitionen in Schulen und Gesundheit einen Beitrag zur lokalen Entwicklung.“

Danzer setzte 2014 232 Millionen Euro um. Heuer will man zwischen fünf und sieben Prozent wachsen. „Wir wollen über zufriedene Kunden wieder größer werden“, gibt Danzer die Marschroute vor.

Hans-Joachim Danzer (r.), Kommunikationschef Eckart Schmitt.

Hans-Joachim Danzer (r.), Kommunikationschef Eckart Schmitt.

Danzer

» Produktfelder: Furnier, Schnittholz, Rundholz, Spezialitäten (Vinterio, 3D-Furnier)

» 2500 Mitarbeiter weltweit
» Umsatz 2014: 232 Millionen Euro (+ 5 Prozent)
» Rohstoffe: 44 Prozent nordamerikanische Hölzer, 32 Prozent afrikanische Hölzer, 24 Prozent europäische Hölzer
» 500.000 Kubikmeter werden jährlich verarbeitet

» weltweit 4 Furnierwerke, 1 Vinteriowerk, 1 3D-Furnierwerk, 2 Sägewerke, 21 Verkaufsniederlassungen
» 1,2 Mill. Hektar Forstkonzessionen in Afrika, 20.000 Hektar Wälder in Nordamerika