Hart arbeiten bringt Geld

Markt / 08.05.2015 • 11:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Harte Männer verdienen mehr.
Harte Männer verdienen mehr.

Körperliche Schwerarbeit ist Hauptkriterium für die Höhe des Verdienstes.

Bezahlung. (cro) Leistungsgerechte Bezahlung: Das ist eine Phrase, mit der Arbeitgeber gerne in ihren Stellenanzeigen werben. Doch was wird als Leistung tatsächlich definiert? Dieser Frage wollten die Mitarbeiter des Internationalen Instituts für Markt- und Sozialanalysen (IMAS) in ihrem aktuellsten Report auf den Grund gehen.

Das Team stellte fest, dass vier Antworten das Ranking ganz klar anführten. Dabei stand bei den meisten der 1000 befragten Österreicher die körperliche Schwierigkeit der Arbeit als ausschlaggebender Faktor für den Verdienst ganz oben. Knapp dahinter landeten rangiert die Verantwortung, die jemand in seinem Job trägt, gefolgt von der Erfahrung, die mitgebracht wird, und dem gesundheitlichen Risiko, das von der Arbeit ausgeht.

Kreativität kaum gefragt

Daraus kann bereits abgeleitet werden, dass geistige Leistungen weit weniger geschätzt werden als körperliche. Das schlägt sich natürlich in der Bezahlung nieder. Auch Attribute wie Kreativität und Flexibilität, die zwar von einem kleinen Teil als sehr wichtig empfunden werden, finden auf dem Lohnzettel kaum Beachtung. Und Freundlichkeit im Umgang mit anderen Menschen wird zwar von vielen Personalern verlangt, doch einen Mehrwert der sich im Geldwert ausdrückt, stellt sie nicht dar. Die wenigsten der Befragten nennen Freundlichkeit als Grund für die Höhe des Verdienstes. Abgefragt wurden in den Face-to-Face-Interviews zwischen März und April auch die Belastungen am Arbeitsplatz: Acht von zehn Österreichern meinen, dass der Druck am Arbeitsplatz zunimmt, nur jeder Zehnte empfindet das Gegenteil.

Auf die Frage, ob sich Leistung überhaupt noch auszahle, zeige sich laut Studienautoren eine klare Meinungspolarität: Rund 44 Prozent stimmen der Aussage „Leistung zahlt sich in Österreich nicht aus“ zu, rund 45 Prozent lehnen diese ab. Besonders skeptisch sind laut Studie Männer, Personen zwischen 35 und 59 Jahren und Menschen mit höherer Bildung.

Junge wollen nichts leisten

Apropos Leistung: Die Leistungsbereitschaft der jungen Menschen hat laut Mehrheit der Befragten abgenommen. Zu erkennen sei bei dieser Frage ein deutliches Altersgefälle: Je älter, desto stärker wird der Rückgang zu Leistungsbereitschaft bei jungen Menschen eingeschätzt.