„Es ist notwendig, das Richtige zu tun, auch wenn es unpopulär ist“

Markt / 24.09.2015 • 20:02 Uhr / 9 Minuten Lesezeit
Georg Pölzl Foto: Österreichische Post
Georg Pölzl Foto: Österreichische Post

Als Vorstandsvorsitzender der Post AG feilt Georg Pölzl an erfolgreichen Zukunftsstrategien.

SCHWARZACH. (dh) Kaum ein anderer Bereich war in den letzten Jahren einem derartigen Wandel ausgesetzt wie die Post. Die neuen Kommunikationsformen, die durch das Internet entstanden sind, erschütterten den vorher als Monopolist agierenden Staatsbetrieb bis in die Grundmauern. Das Unternehmen wurde nicht nur teilprivatisiert, sondern musste und muss sich auch der Konkurrenz durch andere Zustellunternehmen und dem digitalisierten Postverkehr stellen. Um die Österreichische Post fit für die Zukunft zu machen, wurde im Jahr 2009 der als Sanierer bekannte Georg Pölzl zum Vorstandsvorsitzenden gekürt. Zu den Agenden des 58-jährigen Steirers zählt es auch, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, beispielsweise die Schließung von unrentablen Postfilialen, Umstrukturierungen oder der Abbau von Personal. Doch noch immer zählt der landesweit führende Logistik- und Postdienstleister mit über 23.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 2,3 Milliarden Euro zu den größten Arbeitgebern Österreichs. Die Österreichische Post ist der landesweit führende Logistik- und Postdienstleister. Zudem ist die Post AG durch Tochterunternehmen auch in zwölf europäischen Ländern vor allem in den Bereichen Paket & Logistik sowie unadressierte Sendungen tätig, beispielsweise auch in der Türkei.

Vier Handlungsfelder

Georg Pölzls Kurs war und ist nicht immer unumstritten, führte er doch zum Teil harte Einschnitte durch. Er hat auch den Ruf eines Sparmeisters. Seine Strategie ist auf vier Handlungsfeldern aufgebaut: Verteidigung des Kerngeschäfts, Wachstum in ausgewählten Segmenten, Innovation und Kundennutzen sowie operative Exzellenz. Dazu zählen etwa Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen: „25 Prozent meines Jobs sind kosten- und einsparungsorientiert, 75 Prozent markt-, kunden- und wachstumsorientiert.“

Der studierte Erdöl- und Wirtschaftswissenschaftler, der 2014 als Professor für „Strategische Unternehmensführung“ an die sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz berufen wurde, nennt dies die täglichen Herausforderungen, denen er sich als Leiter eines erfolgreichen Unternehmens stellen müsse. „Das Grundsätzliche ist, die Menschen anzuleiten, das Richtige zu tun“, sagt jener Mann, der den Mobilfunkverkehr in Österreich als langjähriger Leiter von T-Mobile Austria mitaufbaute und vor seinem Wechsel zur Post Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG war. Trotz dieser Reputationen hat Pölzl, so sagt er von sich selbst, den Kontakt zur Basis nie verloren. „Meine Haupttätigkeit ist es, mich mit Menschen zu unterhalten und mit den Führungskräften und den Mitarbeitern über die verschiedensten die Post betreffenden Themen zu reden. Ich bin sehr viel unterwegs, um mit Geschäftspartnern und Kunden zu sprechen,  denn dort erfahre ich, wie zufrieden sie mit den Leistungen der Post sind.“

Um die „Temperatur vor Ort“ zu messen, besucht er Zustellbasen und Verteilzentren und wirkt dabei selten wie ein General, konsequent im Handeln jedoch schon. „Oft gibt es unpopuläre Entscheidungen, mit denen einzelne Betroffene nicht gut umgehen können oder wollen. Diese den Menschen zu vermitteln, kann schwierig sein. Da muss man sich schon in die Rolle des anderen versetzen. Aber es ist wichtig und notwendig, das Richtige zu tun, auch wenn es manchmal unpopulär ist“, hat der Doktor und Diplom-Ingenieur seine klaren Standpunkte. Der Wille, etwas zu gestalten und zu erreichen, prägte den ehemaligen Mc-Kinsey-Berater schon von jeher. „Es ist jedoch auch wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Dinge nicht immer glücken können. Und man muss auch damit fertig werden, keine Erfolge feiern zu können.“

Kauf von Unternehmen

Dennoch sieht sich ein Machertyp wie Georg Pölzl nicht gerne auf der Verliererstraße. Vielmehr spricht er von der Post als erfolgreichem Unternehmen mit tollen Mitarbeitern, für das er laufend Zukunftsstrategien entwickelt. Als Beispiel nennt er die Beteiligung an digitalen Unternehmen wie „Aktionsfinder“. Im Juni dieses Jahres hat die Österreichische Post AG 60 Prozent dieses Internetportals erworben. Ziel der Beteiligung ist es, die Leistungen der Post um die digitalen Möglichkeiten in Verbindung mit dem Kerngeschäft zu erweitern und Synergieeffekte sinnvoll zu nutzen. Oder wie es der Postchef ausdrückt: „Für uns ist ,Aktionsfinder‘ eine zukunftsträchtige Verlängerung des Flugblatts ins Internet hinein. Auf dem wollen wir jetzt auf- und das ausbauen.“ In Zukunft sind weitere Zukäufe solcher Plattformen geplant, auch ein Post-Campus für Start-ups ist für Pölzl vorstellbar. Dafür werden in den kommenden Jahren ein- bis zweistellige Millionenbeträge investiert. Auch neue Themen, wie die Lebensmittelzustellung oder Filialöffnungen am Sonntag, spielen in den Überlegungen eine Rolle. Diese Zusatzgeschäfte sollen helfen, den Umsatz zu halten. Der liegt im Briefbereich immer noch bei rund 1,5 Milliarden Euro. „Verlieren wir davon fünf Prozent, sind das 75 Millionen weniger“, macht der Vorstandsvorsitzende die Dimensionen deutlich.

Das Grundsätzliche ist, die Menschen anzuleiten, das Richtige zu tun.

Georg Pölzl
Nico Lumma
            
              COO Next Media Accelerator, Blogger, Kolumnist
            Nico Lumma zählt zu den renommiertesten deutschen Internetexperten, bloggt im Netz auf „lumma.de“, schreibt eine regelmäßige Kolumne auf „bild.de“ und war nach eigenen Angaben seit 1995 nicht mehr offline. Der studierte Politikwissenschaftler kennt die digitalen Trends der Zukunft und gehört laut dem Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftswoche“ zu den hundert wichtigsten Internetköpfen Deutschlands.

Nico Lumma

COO Next Media Accelerator, Blogger, Kolumnist

Nico Lumma zählt zu den renommiertesten deutschen Internetexperten, bloggt im Netz auf „lumma.de“, schreibt eine regelmäßige Kolumne auf „bild.de“ und war nach eigenen Angaben seit 1995 nicht mehr offline. Der studierte Politikwissenschaftler kennt die digitalen Trends der Zukunft und gehört laut dem Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftswoche“ zu den hundert wichtigsten Internetköpfen Deutschlands.

Monika Bütler
            
              Professorin für Volkswirtschaftslehre an der HSG
            Sie ist eine Frau, die sagt, was sie denkt, und ihre Stimme hat Gewicht. Monika Bütler ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen, sitzt im Bankrat der Schweizerischen Nationalbank und gilt als eine der wichtigsten Kommentatorinnen der Schweiz. Auf ihrem Blog batz.ch thematisiert sie politische Strukturen; sie ist überzeugt, dass sich Sparen in der Schweiz nicht lohnt.

Monika Bütler

Professorin für Volkswirtschaftslehre an der HSG

Sie ist eine Frau, die sagt, was sie denkt, und ihre Stimme hat Gewicht. Monika Bütler ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen, sitzt im Bankrat der Schweizerischen Nationalbank
und gilt als eine der wichtigsten Kommentatorinnen
der Schweiz. Auf ihrem
Blog batz.ch thematisiert sie politische Strukturen; sie
ist überzeugt, dass sich Sparen in der Schweiz nicht lohnt.

Rainer Esser
            Geschäftsführer ZEIT Verlagsgruppe Rainer Esser studierte Jura in München, Genf und den USA. Anschließend besuchte er die Deutsche Journalistenschule und arbeitete als Anwalt. Heute ist er Geschäftsführer der ZEIT Verlagsgruppe und der DvH Medien GmbH. Rainer Esser setzt sich voller Leidenschaft für Qualitätsjournalismus ein und hat es in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung geschafft, die Reichweite der Printausgabe der ZEIT zu steigern.

Rainer Esser

Geschäftsführer ZEIT
Verlagsgruppe
 

Rainer Esser studierte Jura in München, Genf und den USA. Anschließend besuchte er die Deutsche Journalistenschule und arbeitete als Anwalt. Heute ist er Geschäftsführer der ZEIT Verlagsgruppe und der DvH Medien GmbH. Rainer Esser setzt sich voller Leidenschaft für Qualitätsjournalismus ein und hat es in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung geschafft, die Reichweite der Printausgabe der ZEIT zu steigern.

Sabine Haag
            
              Generaldirektorin Kunst­historisches Museum Wien
            Seit dem Abschluss ihrer Studien arbeitet die gebürtige Bregenzerin im KHM Wien, seit 2009 ist Sabine Haag Generaldirektorin des KHM-Museumsverbandes. In der Öffentlichkeit zeigt sich die dreifache Mutter abseits des Kulturparketts eher zurückhaltend, auf dem Wirtschaftsforum erzählt sie über den Spagat zwischen Kunst und Wirtschaft und über ihr Bemühen, die Besucher auch für die kleinsten Kostbarkeiten zu begeistern.

Sabine Haag

Generaldirektorin Kunst­historisches Museum Wien

Seit dem Abschluss ihrer Studien arbeitet die gebürtige Bregenzerin im KHM Wien, seit 2009 ist Sabine Haag Generaldirektorin des KHM-Museumsverbandes. In der Öffentlichkeit zeigt sich die dreifache Mutter abseits des Kulturparketts eher zurückhaltend, auf dem Wirtschaftsforum erzählt sie über den Spagat zwischen Kunst und Wirtschaft und über ihr Bemühen, die Besucher auch für die kleinsten Kostbarkeiten zu begeistern.

Sebastian Kurz
            
              Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres
            Sebastian Kurz ist der jüngste Bundesminister in der Geschichte der Republik Österreich. Im Alter von erst 27 Jahren wurde Sebastian Kurz angelobt. Seither gelingt es dem jungen Politiker, die Menschen für sich zu gewinnen, anfängliche Kritiker zu überzeugen und sich auf Ministerebene großen Respekt zu verschaffen, national und international. Sebastian Kurz arbeitet sachlich, konsequent und mit dem richtigen Gespür.

Sebastian Kurz

Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres

Sebastian Kurz ist der jüngste Bundesminister in der Geschichte der Republik Österreich. Im Alter von erst 27 Jahren wurde Sebastian Kurz angelobt. Seither gelingt es dem jungen Politiker, die Menschen für sich zu gewinnen, anfängliche Kritiker zu überzeugen und sich auf Ministerebene großen Respekt zu verschaffen, national und international. Sebastian Kurz arbeitet sachlich, konsequent und mit dem richtigen Gespür.

Die Referenten.

Wirtschaft im Wandel – Wie wir an Herausforderungen wachsen
» Donnerstag, 05. 11. 2015, Festspielhaus Bregenz
» Preis: 270 Euro (zzgl. 20% MwSt.)

» Firmenbonus: Bei einer gemeinsamen Anmeldung ab drei Personen pro Unternehmen erhält jeder dieser Mitarbeiter 20 Euro Firmenrabatt.*

» Frühbucherbonus: Bei Bezahlung bis spätestens 8. Oktober 2015 reduziert sich der Tagungspreis um 20 Euro.*

» Anmeldung: www.wirtschaftsforum.vol.at

» Information: Convention Partner Vorarlberg, Bodensee-Vorarlberg-Tourismus GmbH, Telefon +43(05574)43443-23/Fax +43(5574)43443-4

www.wirtschaftsforum.vol.at
*Es kann nur ein Rabatt in Anspruch genommen werden.