„Wollen einen Beitrag zur Umsetzung von kulturpolitischen Plänen leisten“

Markt / 01.10.2015 • 22:05 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Sebastian Kurz
            
              Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres
            Er ist der jüngste Bundesminister in der Geschichte Österreichs. Mit 27 Jahren wurde Sebastian Kurz angelobt. Seither gelingt es ihm, die Menschen für sich zu gewinnen, Kritiker zu überzeugen und sich auf Ministerebene großen Respekt zu verschaffen. Sebastian Kurz stellt sich den Publikums-fragen zu den Herausforderungen Europas.

Sebastian Kurz

Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres

Er ist der jüngste Bundesminister in der Geschichte Österreichs. Mit 27 Jahren wurde Sebastian Kurz angelobt. Seither gelingt es ihm, die Menschen für sich zu gewinnen, Kritiker zu überzeugen und sich auf Ministerebene großen Respekt zu verschaffen. Sebastian Kurz stellt sich den Publikums-fragen zu den Herausforderungen Europas.

Sabine Haag kann als Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums auf ein Rekordjahr zurückblicken.

SCHWARZACH. (VN-dh) Kunst und Wirtschaft scheinen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben. Geht es in der Kultur um den Freigeist und kritische Auseinandersetzungen mit Themen, steht in der Wirtschaft ein enges Zahlenkonzept im Vordergrund. Dennoch braucht die Kunst die Wirtschaft und andererseits die Unternehmen die Kunst, um sich imagemäßig öffentlich präsentieren zu können.

„Soft Skills“

Nicht zu vergessen, dass ein vielfältiges kulturelles Angebot durchaus zu den „Soft Skills“ gezählt werden

kann.

Also zu einem Faktor, der es beispielsweise für Schlüsselkräfte attraktiv macht, in ein bestimmtes Land oder in eine Stadt zu ziehen. Anderseits hilft eine gut funktionierende und florierende Wirtschaft der Kunst, sich zu entfalten und macht sie einem größeren Publikumskreis zugänglich. Denn wenn die elementaren Bedürfnisse gedeckt sind und nicht Arbeitslosigkeit und Existenzängste das Denken prägen, kann sich der Mensch höherstehenden Dingen widmen, zum Beispiel den sogenannten schönen Künsten. Kunst bedeutet deshalb auch Bildung – sie fördert die Toleranz und ein offenes Denken und weckt das kreative Potenzial im Menschen. Wirtschaft und Kunst bilden also durchaus eine Symbiose, von der im Idealfall beide Teile profitieren.

Droht Ökonomisierung?

Dennoch ist auch die Kunst einem wirtschaftlichen Wandel unterworfen. Die Zeiten des reinen Mäzenatentums gehören in den meisten Bereichen der Vergangenheit an. Förderungen sind nicht mehr so einfach zu erhalten und werden vielfach auch für Jahre gedeckelt. Das heißt, Kulturveranstaltungen müssen sich zumindest zu einem Teil auch selbst rechnen oder sich eben über Sponsoren finanzieren. Genau darin liegt auch ein Spagat, über den die Museumsdirektorin Sabine Haag beim 31.
Wirtschaftsforum referieren wird. Droht der Kunst
eine zunehmende
Ökonomi-
sierung
oder darf sie weiterhin das sein, was sie ist: freigeistig, frech, manchmal provozierend oder gar verstörend, unberechenbar, aber niemals brav und angepasst. Und hat die öffentliche Hand beispielsweise in Museen ein Mitspracherecht, wenn sie diese schon mit Steuergeldern fördert?

Seit 2009 ist die gebürtige Bregenzerin Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums. Der 53-Jährigen unterstehen in ihrer Funktion auch sechs weitere Einrichtungen, unter anderem das Schloss Ambras in Innsbruck. Haag hat in den nunmehr fast sechs Jahren ihres Wirkens auch ihr wirtschaftliches Geschick bewiesen und kann beispielsweise auf eine äußerst erfolgreiche Bilanz für das Geschäftsjahr 2014 zurückblicken. Im Museumsverband konnte insgesamt ein Anstieg um vier Prozent auf fast 1,5 Millionen Besucher verzeichnet werden. Gerechnet auf das Kunsthistorische Museum allein ergab sich ein Besucherplus von über zwölf Prozent.

Maßgeblich dafür waren Ausstellungen wie von Fabergé und Velázquez, die sich als wahre Publikumsrenner erwiesen. Dadurch erwirtschaftete der Museumsverband allein durch die Eintritte einen Erlös von 9,6 Millionen Euro. So viel wie noch nie. Mit Aktionen wie einer Jahreskarte, die in Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Paul Frey eingeführt wurde, gelang es zum einen, treue Besucher an das Haus zu binden und andererseits auch ein neues Publikum für Museumsbesuche zu begeistern. Die Eigenwirtschaftlichkeit konnte – trotz der umfangreichen Mitfinanzierung des umfangreichen Wirtschaftsbetriebes – auf beachtliche 40 Prozent gesteigert werden.

Studie erstellt

Die positive Entwicklung der letzten Jahre ändert allerdings nichts daran, dass eine Nicht-Erhöhung der Basisabgeltung des Bundes verkraftet werden muss. „Große Ausstellungen wie Velázquez müssen praktisch vom Mund abgespart werden“, gibt Museumsdirektorin Sabine Haag zu bedenken. Der Staat muss an allen Ecken und Enden sparen, wird etwa durch den Flüchtlingszustrom mit neuen Herausforderungen konfrontiert, da scheint die Kunst eine nachrangige Rolle zu spielen. Umso wichtiger ist es deshalb, das Verständnis zu erhöhen, dass die Kultur im Allgemeinen und der Kunsthistorische Museumsverband im Speziellen neben der gesellschaftspolitischen Bedeutung auch eine ökonomische Größe darstellen. Zu diesem Zweck wurde eine Studie erstellt, die die Relevanz für das Kulturland Österreich untersuchte. Mit einem Beitrag von über 42 Millionen Euro zur Inlandswertschöpfung sowie 1000 direkt und indirekt gesicherten Arbeitsplätzen bekommt der Staat Österreich die Leistungsabgeltung 1,8 Mal zurück. Sabine Haag: „Wir machen nicht die Kulturpolitik. Wir wollen unseren Beitrag zur Umsetzung von kulturpolitischen Plänen leisten und konstruktiv mitarbeiten. Dasselbe erwarten wir uns auch von anderen.“

Mehrkosten

Dass Kultur auch Bildung bedeutet und damit einer möglichst breiten Masse zugänglich sein sollte, ist unumstritten. Gerade aus diesem Aspekt scheint es jedoch etwas unverständlich, dass etwa im Zuge der Steuerreform die Mehrwertsteuer für kulturelle Veranstaltungen von zehn auf 13 Prozent erhöht wurden. Im Fall des Museumsverbandes wird mit 450.000 Euro Mehrkosten gerechnet, die nicht durch erhöhte Eintrittspreise an die Besucher weitergegeben werden sollen. Vielmehr denkt die Kulturmanagerin Haag daran, die Kunst vermehrt auch einem jungen Publikum zu vermitteln.

Große Ausstellungen müssen vom Mund abgespart werden.

Sabine Haag
Georg PölzlGeneraldirektor Österreichische Post AGGeorg Pölzl hat ein klares Ziel: Im Jahr 2020 soll die österreichische Post nicht nur weiterhin ein führendes Logistikunternehmen sein, sondern ein breites Portfolio digitaler Produkte und Services anbieten – mit zeitgemäßen Apps, maßgeschneiderten Online-Services und kundenfreundlichen SB-Lösungen führt Pölzl die Post in die Zukunft.

Georg Pölzl

Generaldirektor Österreichische Post AG

Georg Pölzl hat ein klares Ziel: Im Jahr 2020 soll die österreichische Post nicht nur weiterhin ein führendes Logistikunternehmen sein, sondern ein breites Portfolio digitaler Produkte und Services anbieten – mit zeitgemäßen Apps, maßgeschneiderten Online-Services und kundenfreundlichen SB-Lösungen führt Pölzl die Post in die Zukunft.

Monika Bütler
            
              Professorin für Volkswirtschaftslehre an der HSG
            Sie ist eine Frau, die sagt, was sie denkt – und ihre Stimme hat Gewicht. Monika Bütler ist Professorin an der Uni St. Gallen, sitzt im Bankrat der Schweizer Natio­nalbank und zählt zu den einflussreichsten Ökonomen. Auf ihrem Blog batz.ch fordert sie die Politik heraus und ist überzeugt, dass sich Sparen in der Schweiz nicht lohnt.

Monika Bütler

Professorin für Volkswirtschaftslehre an der HSG

Sie ist eine Frau, die sagt, was sie denkt – und ihre Stimme hat Gewicht. Monika Bütler ist Professorin an der Uni St. Gallen, sitzt im Bankrat der Schweizer Natio­nalbank und zählt zu den einflussreichsten Ökonomen. Auf ihrem Blog batz.ch fordert sie die Politik heraus und ist überzeugt, dass sich Sparen in der Schweiz nicht lohnt.

Rainer Esser
            
              Geschäftsführer ZEIT Verlagsgruppe
            Rainer Esser hat das Unmögliche möglich gemacht. Er setzt sich voller Leidenschaft für Qualitätsjournalismus ein und hat es in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung geschafft, die Reichweite der Printausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT zu steigern. Rainer Esser weiß, wie man entgegen allen Prognosen ein Unternehmen zum Erfolg führt.

Rainer Esser

Geschäftsführer ZEIT
Verlagsgruppe

Rainer Esser hat das Unmögliche möglich gemacht. Er setzt sich voller Leidenschaft für Qualitätsjournalismus ein und hat es in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung geschafft, die Reichweite der Printausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT zu steigern. Rainer Esser weiß, wie man entgegen allen Prognosen ein Unternehmen zum Erfolg führt.

Nico Lumma
            
              COO Next Media Accelerator, Blogger, Internet-Experte
            Nico Lumma zählt zu den renommiertesten deutschen Internet-Experten, bloggt auf lumma.de, schreibt eine Kolumne auf bild.de und war seit 1995 nicht mehr offline. Der studierte Politikwissenschafter kennt die digitalen Trends der Zukunft und gehört laut Wirtschaftswoche zu den 100 wichtigsten Internet-Köpfen Deutschlands.

Nico Lumma

COO Next Media Accelerator, Blogger, Internet-Experte

Nico Lumma zählt zu den renommiertesten deutschen Internet-Experten, bloggt auf lumma.de, schreibt eine Kolumne auf bild.de und war seit 1995 nicht mehr offline. Der studierte Politikwissenschafter kennt die digitalen Trends der Zukunft und gehört laut Wirtschaftswoche zu den 100 wichtigsten Internet-Köpfen Deutschlands.

Die Referenten.

Wirtschaft im Wandel – Wie wir an Herausforderungen wachsen
» Donnerstag, 5. 11. 2015, Festspielhaus Bregenz

» Preis: 270 Euro (zzgl. 20% MwSt.)

» Firmenbonus: Bei einer gemeinsamen Anmeldung ab drei Personen pro Unternehmen erhält jeder dieser Mitarbeiter 20 Euro Firmenrabatt.*

» Frühbucherbonus: Bei Bezahlung bis spätestens 8. Oktober 2015 reduziert sich der Tagungspreis um 20 Euro.*

» Anmeldung: www.wirtschaftsforum.vol.at

» Information: Convention Partner Vorarlberg, Bodensee-Vorarlberg-Tourismus GmbH, Telefon +43(05574)43443-23/Fax +43(5574)43443-4

www.wirtschaftsforum.vol.at

*Es kann nur ein Rabatt in Anspruch genommen werden.