Poliere bauen sich die Karriereleiter

Markt / 02.10.2015 • 11:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Je besser die Ausbildung der Lehrlinge ist, desto größer ist der spätere Nutzen für den Betrieb.“
„Je besser die Ausbildung der Lehrlinge ist, desto größer ist der spätere Nutzen für den Betrieb.“

Spannend und abwechslungsreich ist der Berufsstart für Lehrlinge am Bau.

Christine Mennel

Sie sind seit 2008 Ausbilder. Wie gefällt Ihnen Ihre Aufgabe?

Säly: Es ist spannend, junge Leute durch die Lehrzeit zu begleiten und ihre berufliche wie persönliche Entwicklung mitzuerleben.

Welche Eigenschaften helfen Ihnen bei der Arbeit?

Säly: Durchhaltekraft, Hartnäckigkeit, Verständnis sowie den Vorsatz und die Energie, das Beste aus jedem Lehrling rauszuholen. Um ihn entsprechend fördern zu können, benötigt man auch einen gewissen Blick für seine Stärken und Schwächen.

Wie einfach ist die Zusammenarbeit mit den derzeit 18 Jugendlichen?

Säly: Wir haben sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht. Seit Jahren versuchen wir erfolgreich auch lernschwache bzw. schwer vermittelbare Lehrlinge auszubilden. Es ist eine positive Herausforderung, deren Erfolg stolz macht, wenn man die Begeisterung des Schülers nach einer erfolgreichen Abschlussprüfung miterleben darf.

Sie sind seit 2011 „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“. Warum?

Säly: Wir decken den kompletten Tätigkeitsbereich des Baugewerbes ab, was es für die Lehrlinge sehr spannend und abwechslungsreich macht zu arbeiten. Wir bieten einen sicheren Arbeitsplatz, an dem unsere Mitarbeiter bei Weiterentwicklungen unterstützt werden.

Wo liegt der Ausbildungsschwerpunkt?

Säly: Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Lehrlinge bestmöglich geschult werden. Deshalb werden sie auf Baustellen eingesetzt und dadurch immer wieder anderen Polieren und Vorarbeitern unterstellt.

Stichwort Facharbeitermangel?

Säly: Ja, wir spüren, dass es immer schwieriger wird, Lehrlinge für diesen Berufszweig zu finden. Eine gute Möglichkeit sind regionale Lehrlingsmessen und Firmenvorstellungen an Schulen. Mit positiver Mundpropaganda haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.

Welche Eigenschaften hätte der ideale Lehrling?

Säly: Meiner Meinung nach ist Interesse am Beruf das Wichtigste. Wir legen viel Wert auf fachliche Kenntnisse, schulische Leistungen kommen an zweiter Stelle. Besonders wichtig ist Verlässlichkeit, Eigenverantwortung sowie ein respektvoller und freundschaftlicher Umgang miteinander. Wir begrüßen es, wenn ein Lehrling mit Begeisterung bei der Sache ist, auch wenn dabei der eine oder andere Fehler gemacht wird. Wir halten die Lehrlinge dazu an, genau nachzufragen und es dann das nächste Mal richtig zu machen.

Was wird den jugendlichen Lehrlingen in Ihrem Unternehmen geboten?

Säly: Unter anderem ein Prämiensystem für gute Leistungen, vergünstigtes Mittagessen, Werksverkehr und Arbeitskleidung. Schulungen zur Weiterbildung sowie Exkursionen stärken das Team. Ich glaube, die ausgebildeten Lehrlinge halten uns größtenteils die Treue, da wir eine sehr gute Ausbildung bieten, eine hohe Wertschätzung dem einzelnen Lehrling entgegenbringen und eine abwechslungsreiche Arbeit bieten.

Wissen Sie, was Ihre Lehrlinge wollen?

Säly: Ihnen ist es wichtig, dass sie zupacken dürfen, miteingebunden und gegebenenfalls unterstützt werden und für die geleistete Arbeit Anerkennung bekommen. Daher setzen wir jedes Jahr die Auszubildenden auf einer Lehrlingsbaustelle ein, um ihnen Verantwortung zu übertragen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Zur Person

Mathias Säly

Ausbildung: Bauleiter

Laufbahn: HTL Rankweil für Hochbau; seit 2007 bei der Jäger Bau GmbH beschäftigt

Alter: 29 Jahre

Hobbys: Skifahren, Radfahren, Wandern