Wenig Schlaf und 3600 neue Jobs für Vorarlberg

Markt / 02.10.2015 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kein Schlaf bis 2020? Manfred Rein, Harald Mahrer und Karlheinz Rüdisser mit ehrgeizigem Plan. Foto: wkv
Kein Schlaf bis 2020? Manfred Rein, Harald Mahrer und Karlheinz Rüdisser mit ehrgeizigem Plan. Foto: wkv

Ehrgeiziges Ziel: Österreich soll bis 2020 gründerfreundlichstes Land Europas werden.

Dornbirn. (VN-reh) „Kein Schlaf, bis man Gründerland Nummer eins in Europa ist“ – so steht es auf den T-Shirts gedruckt. Ein ehrgeiziges Ziel, das in Österreich bis zum Jahr 2020 verwirklicht sein soll. 100.000 neue Jobs und 50.000 Neugründungen soll die „Gründerland-Strategie“ von Staatssekretär Harald Mahrer bringen. Das bedeutet für Vorarlberg 3600 neue Jobs durch 1800 zusätzliche Neugründungen in den nächsten fünf Jahren. Die Vorarlberger Start-ups sollen mit insgesamt fünf Millionen Euro unterstützt werden.

Gemeinsam mit 250 Experten wurde ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, mit dem nun eine neue Gründerzeit eingeläutet werden soll. Die Rahmenbedingungen seien gut, konstatiert der Staatssekretär bei seinem Vorarlberg-Besuch. Das Forbes-Magazin habe Österreich 2014 zu einem der sieben internationalen Start-up-Hotspots gezählt. Denn nirgendwo habe man so ein gutes Biotop von mittelständischen Unternehmen und Forschungsinfrastruktur. Nun müsse man für mehr unternehmerischen Nachwuchs sorgen und jene unterstützen, die tolle Ideen haben. Das nach Großbritannien wirtschaftsfreundlichste Crowdfunding-Gesetz habe man bereits. Das „JumpStart“-Programm unterstützt Gründerzentren, die Infrastruktur und Dienstleistungen aus einer Hand bieten. Noch in diesem Quartal soll der Beteiligungsfreibetrag folgen, der steuerliche Anreize für Investitionen in junge, wachsende Unternehmen durch andere Unternehmen, Stiftungen oder auch Privatpersonen schafft. Gefördert werden soll auch der Wissenstransfer an den Universitäten und Forschungseinrichtungen. Mahrer hofft nun in Vorarlberg auf einen „boost“ – also viel Auftrieb.

Neid statt Erfolg

Auch Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser sieht Vorarlberg als Top-Innovationsstandort. Eine bereits realisierte Plattform sei die Initiative Campus V mit flexibler Bürogemeinschaft für Gründer und Ein-Personen-Unternehmen sowie frei zugänglichen Laboren. So etwas könnte sich Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein auch für andere Bereiche vorstellen. Man überlege, entsprechende Flächen für Neugründer im Handwerk anzubieten. Rein pocht aber auch auf gute Rahmenbedingungen und den Bürokratieabbau. Man brauche ein leistungsfreundliches Klima, denn aktuell sei die Tendenz eher die, dass Erfolg zu Neid wird. Genauso wenig gebe es eine Kultur des Scheiterns. Dafür streute er Staatssekretär Mahrer Rosen: „Ein junger, energiegeladener Mensch, der in der Politik eigene Wege geht.“ Wach zu bleiben bis zum Jahr 2020, wäre hier aber nicht unbedingt förderlich.