Tradition und Qualität verpflichtet

Markt / 09.10.2015 • 09:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Ein Ausbilder braucht das notwendige „Gspür“ und eine ausgeprägte Sozialkompetenz.“  Foto: VNJ/Paulitsch
„Ein Ausbilder braucht das notwendige „Gspür“ und eine ausgeprägte Sozialkompetenz.“ Foto: VNJ/Paulitsch

Wertvolles Wissen von Generationen wird an künftige Spezialisten weitergegeben.

Christine Mennel

Fünf Lehrlinge, vier Lehrberufe am Standort Lauterach. Wie kann man sich das vorstellen?

Kurz: Von den Lehrberufen, die wir ausbilden, Brau- und Getränke-, Lebensmittel-, Metall- und Chemielabortechniker, sind der Brau- und Getränke- und Lebensmitteltechniker junge Berufe. Diese Ausbildung gibt es erst seit 2006 bzw. 2008, wobei Ing. Hermann Pfanner bei der Ausarbeitung des Lehrberufes „Brau- und Getränketechniker“ einer der Hauptinitiatoren war. Zuvor gab es nur die Lehre zum Destillateur, den übrigens ich gelernt habe.

Seit 2006, seit Pfanner Lehrlinge ausbildet, sind Sie Lehrlingsbeauftragter. Wie schwer oder einfach ist es mit den Jugendlichen zu arbeiten?

Kurz: Grundsätzlich ist die Zusammenarbeit mit Jugendlichen nicht schwierig, ich sehe es als schöne Aufgabe und Herausforderung. Vertrauen und Ehrlichkeit sind die Basis, auf welche ich meine Beziehung im Ausbildungsverhältnis aufbaue.

Über welche Stärken sollte man als Ausbilder verfügen?

Kurz: Er muss „glaubhaft“ sein, fachlich und menschlich eine Vorbildwirkung einnehmen, über Empathie, Menschenkenntnis und Klarheit verfügen. Ein Ausbilder gibt nicht nur fachliches Wissen weiter, er prägt auch die soziale, menschliche Seite eines Auszubildenden mit.

Wie wichtig sind die Lehrlinge für den Betrieb?

Kurz: Die Getränkeindustrie leidet unter einem massiven Fachkräftemangel. Es gibt weniger Brauereien und Molkereien, daher auch kaum Fachkräfte. Darunter verstehen wir in der Lebensmittelbranche ausgebildete Personen, die Lebensmittel verarbeiten können, die Qualitäts- und Hygienestandards kennen. Wir vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern Know-how. Wir geben Traditionen und Wissen weiter, dass, sich über Generationen angesammelt hat und sich in der Qualität der Produkte wiederfindet.

Wie kommen Sie dennoch an gute Auszubildende?

Kurz: Leider sehr schwer. Die genannten Lehrberufe sind nicht sehr bekannt, auch müssen die Anforderungen für den Beruf von einem Interessenten erfüllt werden.

Welche Interessen sollten seitens der Auszubildenden bestehen?

Kurz: Grundsätzlich an naturwissenschaftlichen Fächern und an der Arbeit mit Lebensmitteln. Auch technisches Verständnis, gute Mathematik- und Chemiekenntnisse sind Voraussetzung.

Was müsste der optimale Lehrling haben?

Kurz: Lernbereitschaft, eine „gesunde“, vernünftige Wertehaltung und Einstellung zu seiner Tätigkeit. Offen für Neues, Eigenverantwortung und Teamgeist.

Warum hat Pfanner attraktive Ausbildungsplätze?

Kurz: Neben einem sicheren Arbeitsplatz in einem familiären Umfeld und leistungsgerechter Entlohnung bieten wir Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen sowie Auslandsaufenthalte in einem unserer Werke an. Wir geben Jugendlichen nicht nur einen Ausbildungsplatz, sondern eine sichere Zukunft mit Perspektive in einem vielseitigen, interessanten Beruf mit vielen Möglichkeiten der Weiterentwicklung.

Warum, denken Sie, wurde Ihr Betrieb ausgezeichnet?

Kurz: Wir haben zum ersten Mal teilgenommen. Für Pfanner hat die Lehrlingsausbildung einen hohen Stellenwert. Wir wollen die beste Ausbildung anbieten, auf persönliche Bedürfnisse, Potenziale und Schwächen des Einzelnen eingehen und dem Unternehmen so die Fachkräfte der Zukunft zur Verfügung stellen.

Zur Person

Michael Kurz

Im Unternehmen seit 1993

Ausbildung: Lehre, Werkmeisterschule Biolebensmitteltechnologie

Laufbahn: Vom Lehrling zum Bereichsleiter Konzentrat und Offenware (Konzentrat Produktion – Obstverarbeitung – Destillation)

Alter: 37

Familie: verheiratet, 1 Tochter

Hobbys: Reisen, fremde Kulturen, gute Lebensmittel