Textilien wieder genutzt

11.10.2015 • 16:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nicole Fröwis: „Neben der Qualität schätzen unsere Kunden den sozialen und nachhaltigen Aspekt.“  Fotos: VN/Steurer
Nicole Fröwis: „Neben der Qualität schätzen unsere Kunden den sozialen und nachhaltigen Aspekt.“  Fotos: VN/Steurer

Aus Alttextilien werden Putzlappen: ein Nischenprodukt für Industrie und Handwerk.

Lustenau. (m.matt) Dieser außergewöhnliche Putzlappen schlägt mehrere Fliegen auf einen Streich: Mit ihm werden gebrauchte Textilien wiederverwertet, Vorarlberger Industrie- und Handwerksbetriebe erhalten hochwertige Putztücher, und soziale Institutionen sind in das Erfolgsmodell eingebunden. Freilich könnte die Firma Hans Sperger auch Putzlappen aus Billiglohnländern importieren. „Diese haben zumeist minderwertige Qualität, einen unpraktischen Schnitt und werden alles andere als ökologisch und sozial nachhaltig erzeugt“, betont Nicole Fröwis, die im Februar 2015 den elterlichen Betrieb übernahm. Die Idee für dieses in Vorarlberg einzigartige Nischenprodukt stammt von Hubert Sperger. Zu den in ganz Österreich ansässigen Kunden zählen seit vielen Jahren Vorarlberger Firmen wie Liebherr, Blum, Alpla, Meusburger oder Giko. Auch in Handwerksbetrieben, bei Bergbahnen und Druckereien, bei denen viel Schmutz und ölhaltige Verunreinigungen an Maschinen anfallen, kommen die Tücher zum Einsatz. „Ein guter Putzfetzen darf keine Kunstfaser enthalten, muss saugfähig sein und darf nicht fusseln.“

Arbeit für Arbeitslose

In ihrem ersten Leben dienten die Putzlappen als T-Shirt, Bettwäsche oder Handtücher. Neue Stoffe werden als Ausschussware von heimischen Textilfirmen dazugekauft. Die gesammelten Altkleider werden von Knöpfen, Reißverschlüssen und anderen Teilen befreit. Jeder einzelne Putzlappen wird von Hand zugeschnitten. Mit diesen Tätigkeiten werden verschiedene Sozialinstitutionen beauftragt.

Über das Projekt Startbahn erhalten nun auch Flüchtlinge eine sinnvolle Arbeit. Nach dem Zuschneiden werden die Putzlappen verpackt und an über 300 Stammkunden verschickt. 50 Prozent des Gesamtumsatzes werden mit einem Mietwaschsystem erwirtschaftet, das vor allem Firmen nutzen, die viel mit Lösungsmitteln arbeiten.

„Am Freitag und Samstag öffnen wir unseren Lagershop. Neue Stoffe von heimischen Textilfirmen werden hier (zum Teil) zum Kilopreis verkauft. Da geht es oft zu wie auf einem Basar,“ erwähnt die Chefin einen weiteren Geschäftszweig.

Daniela Fleisch, BüroEhrlich: Das ist die beste Firma, die es gibt. Tolle Menschen in einem familiären Klima, interessante Arbeit und flexible Arbeitszeiten.

Daniela Fleisch,

Büro

Ehrlich: Das ist die beste Firma, die es gibt. Tolle Menschen in einem familiären Klima, interessante Arbeit und flexible Arbeitszeiten.

Hanni Saringer, SchneiderinIch hatte schon in den Jugendwerkstätten mit Stoff zu tun, was mir sehr liegt. Die kollegiale Atmosphäre hier ist einzigartig.

Hanni Saringer,

Schneiderin

Ich hatte schon in den Jugendwerkstätten mit Stoff zu tun, was mir sehr liegt. Die kollegiale Atmosphäre hier ist einzigartig.

Fakten zur Firma

» 8 eigene Mitarbeiter plus 45 Personen, die Aufträge in sozialen Werkstätten bearbeiten

» 25 Tonnen Putzlappen werden pro Monat erzeugt

» 20 verschiedene Qualitäten für über 300 Stammkunden

Weitere Infos zum Unternehmen auf www.putzlappen.at