„Leistung darf nicht bestraft werden, sondern muss sich wieder lohnen“

15.10.2015 • 16:13 Uhr / 9 Minuten Lesezeit
Sebastian KurzBundesminister für Europa,Integration und ÄußeresSebastian Kurz ist der jüngste Bundesminister in der Geschichte der Republik Österreich. Im Alter von erst 27 Jahren wurde Sebastian Kurz angelobt. Seither gelingt es dem jungen Politiker, die Menschen für sich zu gewinnen, anfängliche Kritiker zu überzeugen und sich auf Ministerebene großen Respekt zu verschaffen, national und international.

Sebastian Kurz

Bundesminister für Europa,
Integration und Äußeres

Sebastian Kurz ist der jüngste Bundesminister in der Geschichte der Republik Österreich. Im Alter von erst 27 Jahren wurde Sebastian Kurz angelobt. Seither gelingt es dem jungen Politiker, die Menschen für sich zu gewinnen, anfängliche Kritiker zu überzeugen und sich auf Ministerebene großen Respekt zu verschaffen, national und international.

Volkswirtschaftsprofessorin Monika Bütler fordert Umdenken in der Steuer- und Subventionspolitik.  

SCHWARZACH. (VN-dh) Monika Bütler gehört zu den einflussreichsten Ökonomen der Schweiz. Die Meinung der Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Uni St. Gallen hat Gewicht. Deshalb ist die geschäftsführende Direktorin des Schweizerischen Instituts für empirische Wirtschaftsforschung eine begehrte Interviewpartnerin. Die 53-Jährige bezeichnet sich selbst als Liberale und teilt politisch gleichermaßen nach links und rechts aus. Auch die Wirtschafts-elite kriegt ihr Fett ab, vor allem im Blog Batz.ch, den sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Bankenprofessor Urs Birchler, betreibt. Seit September dieses Jahres erscheinen nach einer zweijährigen Pause auch wieder ihre Sonntags-Kolumnen in der NZZ.

In ihrem Land zählt Bütler zu den Sozialkritikerinnen, die einen radikalen Umbau des Steuersystems fordern. Leistung lohne sich heute zu wenig, ist sie überzeugt. Sie ist sich dabei bewusst, dass sie mit ihren Thesen, den Sozialstaat gründlich zu reformieren, durchaus aneckt. Beispielsweise wenn sie Kürzungen von Sozialleistungen fordert oder sich darüber mokiert, dass zum Teil bestverdienende Akademikerpaare Subventionen in Anspruch nehmen. „In meinem Verständnis sind Sozialleistungen und Subventionen für jene da, die sich nicht selber helfen können. Doch es gibt Dutzende von Studien, die zeigen, dass die Subventionen nicht immer am richtigen Ort ankommen. Es ist doch absurd, wenn die Allgemeinheit, also auch Leute mit tieferen Einkommen, zuerst jemandem die teure Ausbildung finanziert und ihn danach noch lange, lange weiter unterstützen muss.“

Politik in der Kritik

Dabei steht vor allem die Politik im Visier ihrer Kritik. Vor allem, dass Leistung in der Schweiz bestraft statt belohnt wird, ist für die Volkswirtin ein Signal in die falsche Richtung. „Unternehmer können sich Mitarbeiter nicht mehr leisten, Mitarbeiter sind demotiviert, da sie zu viel Lohnsteuer zahlen. Da gehört schleunigst eine Änderung her.“ Das gängige System bestraft alle, die versuchen, aus eigener Kraft ihr Einkommen zu generieren oder Geld zu sparen, und es belohnt jene, die nicht so viel arbeiten möchten. „Ich gebe Ihnen ein konkretes Beispiel. Wir haben eine Stelle als Haushaltshilfe ausgeschrieben und das zu guten Konditionen: Eine Fremdbetreuung der eigenen Kinder wäre nicht nötig gewesen, wir bezahlen 30 Franken netto die Stunde. Dennoch hatten wir fast keine Bewerbungen von verheirateten Müttern. Wenn man nachrechnet, wird auch klar warum: Mit dem Zusatzverdienst fällt man schnell aus der Kategorie raus, in der man eine Genossenschaftswohnung erhält, in der die Krankenkassenprämien und der Krippenplatz subventioniert werden. Wenn von 30 Franken netto am Schluss zehn Franken oder noch weniger bleiben, lohnt sich das einfach nicht.“ Weg mit den Subventionen, runter mit den Steuersätzen, lautet ihr Ansatz, der naturgemäß nicht überall auf Gegenliebe stößt. Generell geht es Monika Bütler, die ursprünglich Mathematik und Physik studiert hat und dann noch ein Wirtschaftsstudium anhängte, darum, zum Denken anzuregen. Denn mit einer Politik, die nur bewahrt und verhindert, sei kein Staat mehr zu machen. Das gelte nicht nur für die Schweiz, in der – so Bütler – wenigstens noch halbwegs transparent sei, was mit den Steuergeldern passiert, sondern speziell auch für Europa, das unter einer überbordenden Regulierungswut leidet. „Denken Sie etwa an Länder wie Griechenland, wo selbst der Taxifahrer den Staat zu betrügen versucht, schlicht, weil er dem Staat nicht traut. Und das zu Recht!“

Kein Durchblick mehr

Die Menschen können nicht mehr durchblicken, wo ihr Geld im Subventionsdschungel landet. Dabei sei Fakt, dass sich die einzelnen Staaten die bisherigen Systeme nicht mehr leisten können. Vor allem die demografischen Veränderungen und das Älterwerden der Bevölkerung stellen Herausforderungen dar. Die Überalterung Europas stellt auch den Kern des Impulsvortrags der Schweizer Volkwirtschaftsexpertin beim 32. Wirtschaftsforum im Festspielhaus dar. Das Älterwerden bringe jedoch nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen für den Kontinent. Vorausgesetzt, Wirtschaft und Politik agieren miteinander statt gegeneinander. Menschen sollen wieder mehr Eigenverantwortung bekommen und mutiger sein, den Wunsch haben, zu gestalten, die Dinge anzupacken und umzusetzen.

Ältere einbinden

Der Staat müsse dafür sorgen, dass sich die Individuen frei entfalten können und dass der Markt funktioniert. Funktioniert er nicht, muss der Staat eingreifen. „Die Geschichte zeigt allerdings klar: Je freier sich die Leute für etwas entscheiden können, desto besser geht es uns!“ Dabei sei jedoch auch die Wirtschaft gefordert. „Es darf nicht sein, dass ältere Menschen aus dem Arbeitsprozess ausgeschlossen werden, obwohl wir damit viel Know-how verlieren, und uns gleichzeitig die Pensionisten nicht leisten können.“ Hier gilt es, Möglichkeiten zu schaffen, diese Menschen in den Arbeitsprozess einzubinden und von ihnen zu profitieren.

Warnende Stimmen überhört

Dass die EU heute vor großen Problemen steht, liegt für Bütler auch darin, dass die politischen Kräfte vor 15 Jahren nicht auf die Wissenschaft gehört haben. Die vor einer monetären Union warnenden Stimmen waren nicht zu überhören. „Man hat es trotzdem gemacht. Und jetzt ist man an einem Punkt, an dem etwas passieren muss.“ Die 53-Jährige sieht zwei Möglichkeiten: Entweder die Union fällt auseinander und jedes Land erhält wieder seine eigene Währung. Oder die Staaten bilden eine Fiskalunion, bei der Entscheidungen über Steuern und Ausgaben teilweise an eine Zentralregierung übertragen werden. Sie ist jedoch skeptisch, dass sich letztere Variante erfüllen lässt. „Der Friede, für den die EU geehrt wurde, ist ganz sicher nicht das Ergebnis einer gemeinsamen Währung. Frieden gibt es, wenn die Grenzen für Menschen und Waren offenstehen und wenn den ärmeren Staaten durch bessere Zusammenarbeit Starthilfe geleistet wird.“

Wenn von 30 Franken netto am Ende zehn Franken oder weniger bleiben, lohnt sich das einfach nicht.

Monika Bütler
Sabine Haag
            
              Generaldirektorin Kunst­historisches Museum Wien
            Seit dem Studienabschluss arbeitet die Bregenzerin im KHM Wien, seit 2009 als Generaldirektorin. In der Öffentlichkeit zeigt sich Haag abseits des Kulturparketts eher zurückhaltend, auf dem Wirtschaftsforum erzählt sie über den Spagat zwischen Kunst und Wirtschaft und über ihr Bemühen, die Besucher auch für kleinste Kostbarkeiten zu begeistern.

Sabine Haag

Generaldirektorin Kunst­historisches Museum Wien

Seit dem Studienabschluss arbeitet die Bregenzerin im KHM Wien, seit 2009 als Generaldirektorin. In der Öffentlichkeit zeigt sich Haag abseits des Kulturparketts eher zurückhaltend, auf dem Wirtschaftsforum erzählt sie über den Spagat zwischen Kunst und Wirtschaft und über ihr Bemühen, die Besucher auch für kleinste Kostbarkeiten zu begeistern.

Georg Pölzl
            
              Generaldirektor Österreichische Post AG
            Georg Pölzl hat ein klares Ziel: Im Jahr 2020 soll die österreichische Post nicht nur weiterhin ein führendes Logistikunternehmen sein, sondern ein breites Portfolio digitaler Produkte und Services anbieten – mit zeitgemäßen Apps, maßgeschneiderten Onlineservices und kundenfreundlichen SB-Lösungen führt Pölzl die Post in die Zukunft.

Georg Pölzl

Generaldirektor Österreichische Post AG

Georg Pölzl hat ein klares Ziel: Im Jahr 2020 soll die österreichische Post nicht nur weiterhin ein führendes Logistikunternehmen sein, sondern ein breites Portfolio digitaler Produkte und Services anbieten – mit zeitgemäßen Apps, maßgeschneiderten Onlineservices und kundenfreundlichen SB-Lösungen führt Pölzl die Post in die Zukunft.

Rainer EsserGeschäftsführer ZEIT VerlagsgruppeRainer Esser hat das Unmögliche möglich gemacht. Er setzt sich voller Leidenschaft für Qualitätsjournalismus ein und hat es in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung geschafft, die Reichweite der Printausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT zu steigern. Rainer Esser weiß, wie man entgegen allen Prognosen ein Unternehmen zum Erfolg führt.

Rainer Esser

Geschäftsführer ZEIT
Verlagsgruppe

Rainer Esser hat das Unmögliche möglich gemacht. Er setzt sich voller Leidenschaft für Qualitätsjournalismus ein und hat es in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung geschafft, die Reichweite der Printausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT zu steigern. Rainer Esser weiß, wie man entgegen allen Prognosen ein Unternehmen zum Erfolg führt.

Nico Lumma
            
              COO Next Media Accelerator, Blogger, Internet-Experte
            Nico Lumma zählt zu den renommiertesten deutschen Internetexperten, bloggt auf lumma.de, schreibt eine Kolumne auf bild.de und war seit 1995 nicht mehr offline. Der studierte Politikwissenschafter kennt die digitalen Trends der Zukunft und gehört laut Wirtschaftswoche zu den 100 wichtigsten Internetköpfen Deutschlands.

Nico Lumma

COO Next Media Accelerator, Blogger, Internet-Experte

Nico Lumma zählt zu den renommiertesten deutschen Internetexperten, bloggt auf lumma.de, schreibt eine Kolumne auf bild.de und war seit 1995 nicht mehr offline. Der studierte Politikwissenschafter kennt die digitalen Trends der Zukunft und gehört laut Wirtschaftswoche zu den 100 wichtigsten
Internetköpfen Deutschlands.

Die Referenten.

Wirtschaft im Wandel – Wie wir an Herausforderungen wachsen
» Donnerstag, 5. 11. 2015, Festspielhaus Bregenz

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» Anmeldung: www.wirtschaftsforum.vol.at

» Information: Convention Partner Vorarlberg, Bodensee-Vorarlberg-Tourismus GmbH, Telefon +43(05574)43443-23/Fax +43(5574)43443-4

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