Lebensmittelhandel bleibt stabil

18.10.2015 • 18:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Lebensmittelhandel bleibt im Land Vorarlberg stabil, die Versorgung in den Regionen ist gut.  Foto: VN/Archiv
Der Lebensmittelhandel bleibt im Land Vorarlberg stabil, die Versorgung in den Regionen ist gut. Foto: VN/Archiv

Der Lebensmittelhandel im Land bleibt stabil und versorgt das Land flächendeckend.

Feldkirch. (VN) Die Anzahl der Standorte und Verkaufsflächen im Vorarlberger Lebensmittelhandel ist derzeit stabil, stellt Fachgruppengeschäftsführer Julius Moosbrugger fest, der die Struktur seit Jahren untersucht. Die Versorgungsstrukturen seien grundsätzlich sehr gut und 99 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung haben mindestens ein Geschäft mit Komplettsortiment im Ort.

Zusammenwachsen

Augenfällig sei das weitere Zusammenwachsen von Vollsortimentern und Discountern, was sich z.B. in der starken Eigenmarkenpolitik der Handelsorganisationen oder dem Ausbau von Brotbackboxen durch Discounter äußert. Die Unterschiede zwischen diesen Betriebstypen lösen sich sukzessive auf. Tankstellenshops unter der Flagge von Handelsorganisationen werden kundenseitig, vor allem außerhalb der regulären Ladenöffnungszeiten, verstärkt als Nahversorgungsbetriebe wahrgenommen. In Ballungsgebieten entwickeln sich Geschäfte mit Fokus auf Bioprodukte, vegetarischer oder auch veganer Kost vermehrt aus einem Nischendasein zu einem breiten Sortiment mit größeren Verkaufsflächen.

Neues Selbstbewusstsein

Einzigartig sei, so Handelsexperte Moosbrugger, ein neues Selbstbewusstsein von Kaufleuten kleiner Nahversorgungsgeschäfte, die sich beispielsweise mit einem neuen Marktauftritt unter der Marke „Dorfladen“ profilieren. „Kaum zu beantworten bleibt die Frage, inwieweit der zunehmende Onlinehandel negative Folgen für die bestehenden Versorgungsstrukturen des heimischen Lebensmittelhandels entfalten wird“, sagt Moosbrugger aber auch.

Insgesamt bieten in Vorarlberg 231 Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte ein komplettes Sortiment an Lebensmitteln bzw. Waren des täglichen Bedarfs an. Das sind Vollsortimenter und Diskounter. Die Gesamtfläche dieser beiden Vertriebstypen des Lebensmittelhandels beträgt in der aktuellen Strukturanalyse knapp 122.000 Quadratmeter. Seit Beginn der Strukturanalyse im Jahr 1970 ist die Zahl der Geschäfte von 578 auf 201 gesunken, während die Verkaufsfläche von 43.000 auf 105.965 Quadratmeter gewachsen ist. Tiefgreifende Veränderungen ergaben sich zwischen 1970 und 1990. Die Verkaufsfläche hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt, während sich die Zahl der Geschäfte halbiert hat. Am stärksten betroffen von diesem Strukturwandel waren Geschäfte bis 150 Quadratmeter.

Weniger kleine Geschäfte

Die Fortsetzung traf und trifft den bis 1990 unangefochten dominierenden Betriebstyp mit einer Verkaufsfläche von 150 bis 399 m2, der sukzessive schwächer und im Jahr 2003 von Supermärkten mit einer Größe von 400 bis 999 m2 überholt wurde. Seit 2000 hat dieser Betriebstyp von 400–999 m2 um ca. 30 Prozent zugelegt. Während diese Geschäfte früher überwiegend als Filialbetrieb geführt wurden, ist heute wieder eine Zunahme von selbstständigen Kaufleuten festzustellen. Im Lebensmittelhandel sind ca. 5500 Arbeitnehmer beschäftigt; ca. 400 Lehrlinge finden ihren Ausbildungsplatz mit einer fundierten Berufsausbildung.