Vorarlberg will von 500 auf 10.000 Elektroautos

20.10.2015 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der neu errichteten Mobilitätszentrale der illwerke vkw können Elektroautos Probe gefahren werden. Foto: vkw
In der neu errichteten Mobilitätszentrale der illwerke vkw können Elektroautos Probe gefahren werden. Foto: vkw

Land mit ambitionierter E-Mobilitäts-Strategie. Preis und Batterietechnik könnten zum Hindernis werden.

Bregenz. (VN-reh) „Strom haben wir im Land, Öl keines“, stellt Landesrat Johannes Rauch bei der Präsentation der neu überarbeiteten E-Mobilitäts-Strategie des Landes fest. Nachdem sich nämlich immer noch zu viele heimische Autokäufer aufgrund des hohen Anschaffungspreises und der noch zu geringen Reichweite gegen ein Elektro-Modell entscheiden und sich Vorarlberg aufgrund der niedrigen Zulassungszahlen von der anfänglichen Modellregion wegbewegte, soll nun endlich Schwung in die Sache kommen.

Die in der Landesstrategie festgelegten Ziele sind dabei aber durchaus ambitioniert. Bis zum Jahr 2020 soll es im Land 10.000 Elektroautos, 20 Elektrobusse im Verkehrsverbund und 500 elektrische Nutzfahrzeuge geben. Zudem soll der mit E-Bikes zurückgelegte Wegeanteil verdoppelt werden. Ein mögliches Hindernis, so Landeshauptmann Markus Wallner, seien aber die Batterietechnik sowie der hohe Preis. Gibt es in diesen zwei Bereichen keine Fortschritte, könnte das der Bremsfaktor bei der Strategie sein. Wenn dann aber dieser nötige Technologiesprung kommt, wolle man auf jeden Fall vorbereitet sein. Zum Vergleich: Aktuell sind von den insgesamt 199.000 Autos nur 530 E-Autos auf Vorarlbergs Straßen unterwegs. 2014 wurden in Vorarlberg lediglich 52 E-Autos neu zugelassen.

Deutsche Strategie

Auch in Deutschland gibt es eine solche E-Strategie. Dort will man bis 2010 eine Million Elektroautos bei einem derzeitigen Kfz-Bestand von 44 Millionen erreichen. Eine Zielsetzung, die im prozentuellen Vergleich aber deutlich unter der Vorarlberger liegt. So weit, so gut. Der Trend zur E-Mobilität kommt, ist sich Johannes Rauch sicher. Wie auch bei Photovoltaikanlagen sei es so, dass bei steigenden Stückzahlen der Preis genauso sinkt wie die Qualität steigt. Er sieht dabei vor allem in der Verknüpfung der Mobilitätsformen großes Potenzial. Also mit dem E-Bike zum Bahnhof und dann Umstieg auf die Bahn beispielsweise.

VKW-Vorstand Helmut Mennel ist von Haus aus ein E-Mobilitätsfan und davon überzeugt, dass jeder, der einmal in der neuen Mobilitätszentrale mit einem Elektroauto Probe fährt, selbst zum Fan wird. Zudem gebe es zusätzlich zu den bestehenden Förderungen im Rahmen der Steuerreform finanzielle Vorteile. Auch in Deutschland will man mit Förderungen mehr Autokäufer auf die Elektroschiene bringen. Dennoch, der Knackpunkt bleibt ein anderer. Ob am Ende die E-Autos den großen Durchbruch erleben, dafür werden wohl die technologischen Fortschritte der Autohersteller den Ausschlag geben.