„Gutes Personal gibt es nur offline“

Markt / 23.10.2015 • 21:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christian Ströhle und Conny Domig-Ströhle überraschen die Kunden und die Branche mit neuem Shopkonzept.  Foto: VN/Paulitsch
Christian Ströhle und Conny Domig-Ströhle überraschen die Kunden und die Branche mit neuem Shopkonzept. Foto: VN/Paulitsch

Gute Strategien lassen im stationären Handel die Kassen weiter klingeln.

Feldkirch. (cro) Onlinehandel heißt das Schreckgespenst, das vielen Fachgeschäften im Nacken sitzt und die Frage in den Raum stellt: Was kann diesem Trend entgegengesetzt werden? Die Antwort von Franz Alton, Fachgruppenobmann Handel mit Mode und Freizeitartikeln in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, kommt wie aus der Pistole geschossen: „Sofortige Verfügbarkeit der Ware, persönliche Beratung und geschultes Personal.“ Tausende Male musste er diese Argumente vermutlich schon vorbringen. An ihrer Wichtigkeit hat sich jedoch nichts geändert. Ganz im Gegenteil. Besonders die beiden Letzteren gewinnen an Bedeutung. Denn nur kompetente Verkäufer(innen) stellen sicher, dass Kunden, die eine gute Beratung suchen, diese auch bekommen. Hinzu kommt außerdem noch das Fingerspitzengefühl für den einzelnen Kunden. Wolfgang Wölfe, der Fachgruppengeschäftsführer, gibt an dieser Stelle gerne ein Erlebnis aus seinem Sommerurlaub zum Besten. „Als ich mit meiner Frau einkaufen ging, trafen wir auf eine gewiefte Boutique-Besitzerin, die genau wusste, wie sie eine Kaufentscheidung herbeiführen kann“, beginnt er zu erzählen. „Als meine Frau sich nicht entscheiden konnte und erklärte, sie wolle noch ein wenig überlegen, blickte die junge Unternehmerin zu mir. ,Fesch sehen Sie aus in Ihren sportlichen Shorts‘, machte sie mir ein Kompliment: Ich wurde schwach und kaufte meiner Frau gleich beide Teile.“ Dieses Geschick bescherte der Shop-Besitzerin an diesem Nachmittag einen guten Umsatz.

Geschickte Verbindung

Eine weitere Strategie ist es aber auch, Online und Offline geschickt zu verbinden. Auf diese Lösung setzen Christian Ströhle und Conny Domig-Ströhle. Die beiden Geschwister verbinden mit einem digitalen Koffershopkonzept die Vorzüge eines Onlineshops mit den Vorteilen des stationären Handels. Die Kunden erhalten zum einen die kompetente Beratung vor Ort und zum anderen die große Produktvielfalt des Onlinestores. Dennoch setzt auch die neue Generation des Götzner Traditionsbetriebs auf die Mitarbeiter und bezahlt die anfallenden Kurskosten.

2500 Arbeitsplätze

Auch die Fachgruppe will ihren Beitrag zur Unterstützung des stationären Handels leisten und bietet ebenfalls zwei Mal im Jahr eine Modeinfo, zu der eigens der Trendscout Kai Jäckel eingeladen wird. Das Interesse bei den Mitarbeitern ist groß, und die Veranstaltung immer bis auf den letzten Platz ausgebucht. Das erzählt Franz Alton mit Stolz bei den Fachgruppen-Treffen in Wien. Ebenso, dass Vorarlberg im Bundesländervergleich eine Insel der Seligen ist. Den Schweizern sei Dank. Sie kommen bis von Zürich ins Ländle und nutzen nicht nur den Preisvorteil, sondern auch das vielfältige Angebot der 1200 Handelsbetriebe im Ländle. Das ist gut, denn daran hängen ganze 2500 Arbeitsplätze und 200 Lehrstellen.