Gutscheine als Kaufkraft-Erhalter

Markt / 06.11.2015 • 20:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In vielen Geschäften im Walgau wird der Walgauer angenommen. Die Regionalwährung soll das Einkaufsbewusstsein steigern.  foto: Hofer
In vielen Geschäften im Walgau wird der Walgauer angenommen. Die Regionalwährung soll das Einkaufsbewusstsein steigern. foto: Hofer

Regionalwährungen schaffen in Talschaften und Regionen Bewusstsein bei Konsumenten.

SULZ. (VN-dh) Am kommenden Freitag hält Michael Zorn im Freihof Sulz einen Vortrag zum Thema Regionalwährungen. Der Vorarlberger Sprecher der neu gegründeten Gemeinwohlbank ist überzeugt, dass Regionalwährungen einen wichtigen Beitrag zu einer lokal getragenen, ökologischen Wirtschaft darstellen und auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen.

Was der 55-jährige Ökonom landesweit sieht, wird in vielen Talschaften und Kommunen in Form von regional gültigen Einkaufsgutscheinen bereits angeboten. So gibt es im Ländle vom Leiblachtaler, über den am Kumma bis hin zum Walgauer und Klostertaler eigene Wertgutscheine, die meist über die Wirtschaftsgemeinschaften vertrieben werden. „Die Einkaufsgutscheine sind eines der wichtigsten Mittel, um die Kaufkraft halten zu können“, unterstreicht der Hohenemser Tourismus- und Stadtmarketing-Leiter Klaus Gasser. Über 11.000 Einkaufsgutscheine sind es allein in der Nibelungenstadt, die jährlich einen Abnehmer finden und so einen Jahresumsatz von über 100.000 Euro bringen. Besonders zu Weihnachten sind WIGE-Gutscheine zum beliebten Geschenkartikel geworden, weil dadurch auch das Gefühl besteht, in mehrfacher Hinsicht etwas Gutes zu tun.

Modellprojekt Langenegg

Seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 ist das Bewusstsein für den Wert einer regionalen Kaufkraft stark gestiegen. Genauso lange ist es her, dass der damalige Langenegger Bürgermeister Georg Moosbrugger die Idee hatte, dem Euro Talente-Gutscheine gegenüberzustellen. Die Talente, die von der Allmenda herausgegeben werden, wurden hauptsächlich deshalb eingeführt, um die Nahversorgung mit Lebensmitteln in der Gemeinde zu sichern und möglichst viel Wertschöpfung im Land zu binden. Dadurch konnte die dörfliche Infrastruktur erhalten bleiben. Die Talente sind eine Tauschwährung und werden daher als nachhaltiges Geld bezeichnet. Jeder fünfte Haushalt in Langenegg – in Zahlen rund 70 – ist in der Zwischenzeit monatlicher Abonnent der Talente und gibt durchschnittlich dafür 180 Euro aus. Vier von fünf davon kaufen nun auch vermehrt im Dorf ein. Für das Jahr 2011 ergab sich dadurch eine errechnete Kaufkraftbindung von 609.160 Euro. Oder anders ausgedrückt: Es konnten damit 16 Arbeitsplätze finanziert werden.