Wann die Wartezeit zu Ende ist

11.11.2015 • 17:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schwerarbeiter haben die Möglichkeit, früher in den Ruhestand zu treten.  SYMBOLFoto: VN
Schwerarbeiter haben die Möglichkeit, früher in den Ruhestand zu treten. SYMBOLFoto: VN

Wer kann unter welchen Bedingungen in Pension gehen?

Schwarzach. (VN) So wie jede andere Versicherung auch leistet die Pensionsversicherung nur dann, wenn ein Versicherungsfall eingetreten ist und zuvor für eine gewisse Dauer ein Versicherungsverhältnis bestanden hat. Im Falle eigener Betroffenheit, insbesondere dann, wenn trotz lebensbedrohlicher Erkrankung aufgrund fehlender Versicherungsmonate keine Invaliditätspension gewährt wird, ist dieses Prinzip oft nur schwer zu akzeptieren.

Ausreichend Monate

Der Erwerb ausreichender Versicherungsmonate wird in der Fachsprache der Pensionsversicherung „die Erfüllung der Wartezeit“ genannt. Die Versicherungsfälle, also jene Ereignisse, welche die Gewährung einer Pension auslösen, sind entweder eine geminderte Arbeitsfähigkeit oder das Erreichen eines bestimmten Alters.

Verschiedene Varianten

Jene Versicherten, die bis ins Pensionsalter arbeitsfähig bleiben, haben für ihren Pensionsantritt verschiedene Varianten der Alterspensionen zur Auswahl. Grundsätzlich gilt: Je mehr Versicherungsmonate erworben wurden und je qualifizierter diese sind, desto früher kann die eine oder andere Variante der Alterspension in Anspruch genommen werden.

Für Männer, die nicht vorzeitig in den Ruhestand gehen wollen und daher die reguläre Alterspension anstreben, beträgt das Pensionsantrittsalter 65 Jahre. Frauen können die Alterspension derzeit schon mit Vollendung des 60. Lebensjahres in Anspruch nehmen, ab 2024 wird jedoch das Antrittsalter bei Frauen in einer sogenannten Einschleifregelung jährlich um ein halbes Jahr angehoben, bis ab Geburtstag 02.06.1968 ebenfalls ein Regelpensionsalter von 65 Jahren gilt. Die Wartezeit ist bei der Alterspension schon bei einem Erwerb von 180 Beitragsmonaten erfüllt.

Die Korridorpension kann schon nach Vollendung des 62. Lebensjahres bei Erwerb von 480 Versicherungsmonaten in Anspruch genommen werden. Heuer ist aufgrund einer Übergangsbestimmung die Wartezeit für die Korridorpension schon beim Erwerb von 468 Versicherungsmonaten erfüllt, im Jahr 2016 sind 474 Versicherungsmonate erforderlich.

Wer bei Errechnung der Pensionshöhe dem Korridor­abschlag entgehen will, wird durch besonders qualifizierte 540 Beitragsmonate die sogenannte Langzeitversicherten- oder Hacklerregelung anpeilen. Konnte bis zum Männerjahrgang 1953 (Frauen Jahrgang 1958) die Langzeitversichertenregelung schon mit Vollendung des 60. Lebensjahres (bei Frauen mit Vollendung des 55. Lebensjahres) in Anspruch genommen werden, so wurde diese Variante ab Männerjahrgang 1954 auf ein Pensionsantrittsalter von 62 Jahren angehoben. Frauen profitieren in den nächsten Jahren noch von einer Übergangsbestimmung. Ab Geburtsdatum 02.06.1965 gilt aber auch bei ihnen ein Pensionsantrittsalter von 62 Jahren.

Schwerarbeit

Für gesunde Versicherte kommt vor Vollendung des 62. Lebensjahres nur noch die Schwerarbeitspension infrage. Diese wird frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres gewährt, wenn 540 Versicherungsmonate erworben wurden und der Pensionswerber in den letzten 20 Jahren mindestens
120 Monate Schwerarbeit verrichtet hat.

Das Pensionssystem und seine Zukunft

VN und Arbeiterkammer laden zur Pensionsdiskussion ein. Das österreichische Pensionssystem steht immer wieder im Mittelpunkt: Wie lange können die Pensionen finanziert werden, braucht es eine zweite Säule? Fachleute für die Altersvorsorge diskutieren auf dem Podium.

» Referenten: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Uni Wien; Sektionschef a. D. Walter Pöltner; Dr. Josef Wöss (Arbeiterkammer Wien); Dir. Rainer Keckeis, AK Vorarlberg

» Anmeldung per E-Mail unter kammerbuero@ak-vorarlberg.at

» Freitag, 13. 11. um 18.30 Uhr, AK Feldkirch.

Lesen Sie morgen: Schwerarbeits­pension, Pensionssystemvergleich.