Weltspitze bei Lasern

Markt / 18.11.2015 • 18:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Geschäftsführer Klaus Madlener: Spectra Physics Rankweil hat ein gutes Standing im Weltkonzern.  Fotos:tm-hechenberger
Geschäftsführer Klaus Madlener: Spectra Physics Rankweil hat ein gutes Standing im Weltkonzern. Fotos:tm-hechenberger

Nur wenige Hersteller weltweit kommen an die Qualität der „Ländle-Laser“ heran.

Rankweil. (tmh) 1999 gründete der promovierte Laserphysiker Dr. Daniel Kopf in Hohenems die Firma „High Q Laser“. Sein Anspruch: Lasergeräte für verschiedenste Anwendungen in höchster Qualität herzustellen. Das gelingt ihm offensichtlich überzeugend.

Schon im Jahr 2000 wird der erste Laser für einen Industriebetrieb produziert. Im Jahr 2006 werden bereits in Kleinserien hergestellt. Der steigenden Nachfrage kann man am bestehenden Standort im ehemaligen Kästle-Areal kaum mehr nachkommen. 2009 wird schließlich der Neubau in Rankweil bezogen.

„Wir waren damals schon Europas führender Hersteller von Ultrakurzpulslasern und hatten 40 Mitarbeiter“, schildert Klaus Madlener (47), seit 2008 Geschäftsführer der Erfolgsfirma.

Der Neubau wurde optimistisch für 120 Arbeitsplätze konzipiert. Diese Planung war aber, wie sich bald herausstellte, nur vermeintlich eine langfristige: Das Gebäude platzt heute bereits aus allen Nähten.

Zur positiven Geschäftsentwicklung mit Umsatzsteigerungen von gut 30 Prozent in den letzten Jahren hat der Verkauf der „High Q Laser“ an den amerikanischen Photonikkonzern Newport bzw. dessen im Silicon Valley beheimatete Tochter „Spectra-Physics“ beigetragen.

Innerhalb dieses Konzerns ist die Rankweiler Technikschmiede ein wichtiger Innovationsmotor. „Wir haben ein ziemlich gutes Standing“, stellt Madlener in aller Bescheidenheit fest. Basis des nachhaltigen Betriebserfolgs ist die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Unternehmens.

Weltbeste Laserphysiker

In Rankweil arbeiten einige der führenden Laserphysiker dieser Welt. Die Geräte, die sie entwickeln, und die in Rankweil zu Hunderten produziert werden, finden bei Stückpreisen ab 30.000 Euro bis weit in den sechsstelligen Bereich Abnehmer. Exportquote: praktisch 100 Prozent. Anwendung finden sie in verschiedensten Gebieten, ein Schwerpunkt ist die Medizin. Mit Rankweiler Lasern werden weltweit gut die Hälfte aller „LASIK“-Augenoperationen zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten durchgeführt.

Ähnlich hoch ist der Marktanteil bei der Herstellung von „Stents“, mit denen verengte Gefäße, vor allem im Herzkreislauf und im Gehirn, erweitert werden. Diese „Federn“ mit oft weniger als einem Millimeter Durchmesser werden mit Ultrakurzlasern aus ganzen Metall- oder Kunststoffröhrchen herausgearbeitet.

Eine große Zukunft wird auch dem neuen Speziallaser für den Zuschnitt von dünnstem Glas etwa für Handy-Displays vorausgesagt. Der Präzisionsschnitt mit diesem Gerät erhöht die Bruchfestigkeit des Glases um mindestens das Dreifache.

Die Betriebserweiterung hat wegen dieser und weiterer Entwicklungen höchste Priorität. „Wir hoffen, dass wir mithilfe der Gemeinde bald grünes Licht erhalten“, so der dreifache Vater aus Satteins.

Im Reinraum werden die Hightechlaser produziert.
Im Reinraum werden die Hightechlaser produziert.